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COVID-19 bei Krebs & Bluterkrankungen: Leitlinie (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe, insbesondere bei aktiver oder progredienter Erkrankung.
  • Die vollständige Impfung (bevorzugt mRNA) inkl. Auffrischungen wird dringend empfohlen; laufende Krebstherapien sollen dafür nicht unterbrochen werden.
  • PCR/NAT-Tests sind der diagnostische Goldstandard; bei Atemwegssymptomen wird eine Multiplex-NAT-Diagnostik (inkl. RSV und Influenza) empfohlen.
  • Antivirale Frühtherapien (z. B. Nirmatrelvir/Ritonavir, Remdesivir) senken das Risiko schwerer Verläufe bei Risikopatienten signifikant.
  • Die Wirksamkeit monoklonaler Antikörper zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) ist bei aktuellen Virusvarianten stark eingeschränkt und wird nur in begründeten Einzelfällen empfohlen.
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Hintergrund

Patienten mit onkologischen und hämatologischen Erkrankungen gehören zu den vulnerablen Gruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19. Die Sterblichkeit ist besonders bei Patienten mit aktiver, progredienter Krebserkrankung erhöht. Die Sorge vor einer SARS-CoV-2-Infektion darf jedoch nicht die Bekämpfung einer lebensgefährlichen Krebserkrankung beeinträchtigen.

KategorieRisikofaktoren für schweren Verlauf
AllgemeinHöheres Alter, männliches Geschlecht, reduzierter Allgemeinzustand (ECOG), Komorbiditäten, Rauchen
Maligne ErkrankungHämatologische Neoplasien, Lungenkarzinom, aktive Krebserkrankung, metastasierte Erkrankung (Stadium IV)

Prävention und Schutzimpfung

Neben allgemeinen Hygienemaßnahmen wird in Institutionen mit einer hohen Zahl vulnerabler Patienten das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen.

Die Schutzimpfung ist die wichtigste präventive Maßnahme. Auch wenn die Serokonversionsrate bei immunsupprimierten Patienten (z. B. unter B-Zell-depletierender Therapie) niedriger sein kann, wird die Impfung uneingeschränkt empfohlen.

InterventionIntentionEmpfehlungsgrad
Vollständige ImpfungReduktion von Symptomen, Hospitalisierung und MortalitätStarke Empfehlung
AuffrischimpfungSteigerung der Immunogenität entsprechend nationaler VorgabenStarke Empfehlung
ImpfzeitpunktImpfung vor Beginn der Chemotherapie (idealerweise bis 2 Wochen vorher)Starke Empfehlung
ImpfstoffwahlEinsatz von mRNA-Impfstoffen in der höchstzugelassenen DosierungModerate Empfehlung
KrebstherapieAussetzen der Krebstherapie für die ImpfungEmpfehlung dagegen

Präexpositionsprophylaxe (PrEP)

Die PrEP mit monoklonalen Antikörpern (z. B. Tixagevimab/Cilgavimab) ist keine Alternative zur Schutzimpfung. Aufgrund der stark eingeschränkten Wirksamkeit gegen aktuelle Virusvarianten (Omikron, Rekombinanten) wird der Einsatz nur noch in begründeten Einzelfällen bei Hochrisikopersonen mit schwerer Immundefizienz (z. B. nach Stammzelltransplantation, CAR-T-Zell-Therapie oder unter Anti-B-Zell-Therapie) empfohlen.

Diagnostik

Der PCR/NAT-Test ist der Goldstandard. Antigen-Schnelltests haben eine niedrigere Sensitivität und sind zur gezielten Diagnostik bei Krebspatienten nicht ausreichend.

Für immundefiziente Patienten mit Symptomen einer Atemwegsinfektion wird dringend eine Multiplex-NAT-Diagnostik aus respiratorischem Material empfohlen. Diese sollte neben SARS-CoV-2 mindestens Influenza und RSV abdecken, da Koinfektionen häufig sind und die klinische Präsentation oft mitigiert ist.

Therapie bei leichtem Verlauf

Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf stehen medikamentöse Frühtherapien zur Verfügung. Diese müssen frühzeitig nach Symptombeginn (meist innerhalb von 5 Tagen) eingesetzt werden.

WirkstoffApplikationBemerkung / Evidenz
Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid®)p.o. über 5 TageSignifikante Reduktion von Hospitalisierung/Tod. Achtung: Hohes Risiko für CYP3A4-Interaktionen mit Krebstherapeutika!
Remdesivir (Veklury®)i.v. über 3 TageSignifikante Reduktion schwerer Verläufe. Einsatz bei nicht-hospitalisierten Risikopatienten.
Sotrovimab / Tixagevimab/Cilgavimabi.v. / i.m.Monoklonale Antikörper. Wirksamkeit stark abhängig von der aktuell zirkulierenden Virusvariante. Derzeit oft nicht empfohlen.

Hinweis: Molnupiravir wird aufgrund fehlender Überlegenheit in neueren Studien bei geimpften Patienten und potenzieller Mutagenität in Deutschland nicht mehr zentral bereitgestellt.

Therapie bei schwerem Verlauf und Hospitalisierung

Die stationäre und intensivmedizinische Behandlung unterscheidet sich nicht grundlegend von der Allgemeinbevölkerung.

Antikoagulation: SARS-CoV-2 wirkt prokoagulatorisch. Hospitalisierte Patienten sollen standardmäßig eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin (NMH) erhalten. Eine Thrombozytopenie ohne Blutungssymptome ist per se keine Kontraindikation.

Management der Krebstherapie

Die unmittelbare, qualitätsgesicherte Versorgung der Patienten muss sichergestellt werden. Die Therapie kann und soll bei der großen Mehrzahl der Patienten unverändert nach gültigen Therapiestandards durchgeführt werden. Bei einer aktiven SARS-CoV-2-Infektion unter systemischer Krebstherapie ist jedoch das potenziell erhöhte Risiko für ein Zytokinfreisetzungssyndrom (Cytokine Release Syndrome) zu beachten.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei immunsupprimierten Patienten mit Atemwegssymptomen großzügig eine Multiplex-NAT-Diagnostik durch, da Antigen-Schnelltests oft falsch-negativ sind und Koinfektionen (RSV, Influenza) häufig vorkommen. Prüfen Sie vor der Gabe von Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) zwingend mögliche Interaktionen mit der laufenden Krebstherapie.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, laufende Krebstherapien für die Impfung nicht zu unterbrechen. Idealerweise sollte eine Impfung jedoch bis 2 Wochen vor Start einer neuen Chemotherapie erfolgen.
Es wird der Einsatz von mRNA-Impfstoffen in der höchstzugelassenen Dosierung empfohlen, da diese in Studien den besten klinischen Schutz boten.
Aufgrund der aktuellen Virusvarianten ist die Wirksamkeit stark eingeschränkt. Der Einsatz wird nur noch in streng begründeten Einzelfällen bei schwerer Immundefizienz (z. B. nach Stammzelltransplantation oder unter Anti-B-Zell-Therapie) empfohlen.
Ein PCR/NAT-Test ist der Goldstandard. Empfohlen wird eine Multiplex-NAT-Diagnostik, die neben SARS-CoV-2 auch andere Erreger wie Influenza und RSV abdeckt.
Bei leichtem Verlauf und hohem Risiko werden Nirmatrelvir/Ritonavir (Paxlovid) p.o. oder Remdesivir i.v. innerhalb der ersten Tage nach Symptombeginn empfohlen. Bei Paxlovid müssen zwingend Arzneimittelinteraktionen beachtet werden.

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