Post-COVID-Syndrom: Kardiale Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) definiert das Post-COVID-Syndrom (PCS) als Beschwerden, die drei Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion fortbestehen. Diese Symptome halten mindestens zwei Monate an und sind nicht durch andere Ursachen erklärbar.
Es handelt sich um ein Multiorgansyndrom mit unklarer Ätiologie, das auch nach milden Verläufen oder bei jungen Menschen ohne Risikofaktoren auftreten kann. Als pathophysiologische Mechanismen werden unter anderem Viruspersistenz, endotheliale Dysfunktion und immunologische Prozesse diskutiert.
Bislang existieren laut Dokument keine spezifischen Biomarker zum Nachweis eines PCS. Die kardiologische Routineabklärung bleibt bei den Betroffenen typischerweise unauffällig.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxisaspekt des Positionspapiers ist der Umgang mit der Post-Exertional-Malaise (PEM). Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Personen mit ausgeprägter PEM oder schwerem ME/CFS durch klassische Rehabilitationsmaßnahmen eine massive Zustandsverschlechterung erleiden können. In diesen Fällen wird ein striktes Pacing (Energiemanagement) anstelle eines aktivierenden körperlichen Trainings beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Positionspapier existieren bislang keine spezifischen Biomarker zum Nachweis eines Post-COVID-Syndroms. Auch wenn in Studien verschiedene immunologische oder endotheliale Auffälligkeiten beschrieben werden, eignen sich diese aktuell nicht für die klinische Routinediagnostik.
Das Dokument verneint dies eindeutig. Es besteht keine Indikation für eine generelle Thrombozytenaggregationshemmung oder Antikoagulation bei Patienten mit einem Post-COVID-Syndrom, sofern keine anderen zwingenden Gründe vorliegen.
Zur Diagnostik eines POTS wird ein 10-minütiger Stehtest oder eine Kipptischuntersuchung beschrieben. Ein positiver Befund liegt vor, wenn die Herzfrequenz ohne pathologischen Blutdruckabfall um über 30 Schläge pro Minute ansteigt.
Das Positionspapier rät von einer unkontrollierten Anwendung solcher Verfahren außerhalb klinischer Studien dringend ab. Es wird betont, dass ein potenzieller Schaden durch Nebenwirkungen gegenüber einem unbewiesenen Nutzen überwiegen könnte.
Die Datenlage zeigt, dass eine SARS-CoV-2-Impfung das Risiko für die Entwicklung eines Post-COVID-Syndroms nach einer Durchbruchsinfektion reduziert. Eine sichere klinische Besserung eines bereits bestehenden Post-COVID-Syndroms durch eine nachträgliche Impfung ist jedoch nicht belegt.
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Quelle: Positionspapier zum Post-COVID- Syndrom Aus der Kommission für Klinische Kardiovaskuläre Medizin der DGK (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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