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COVID-19 Rehabilitation & Long COVID: AWMF-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Long COVID wird ab 4 Wochen, Post COVID ab 12 Wochen nach der Infektion definiert.
  • Eine vollständige Impfung (mindestens 2 Dosen) senkt das Risiko für die Entwicklung von Post COVID signifikant.
  • Die Rehabilitation soll indikationsspezifisch (pneumologisch, kardiologisch, neurologisch) nach dem führenden Organschaden erfolgen.
  • Bei Vorliegen einer Post-Exertional Malaise (PEM) ist ein Pacing-Ansatz indiziert; klassisches körperliches Training kann schaden.
  • Ein systematisches Screening auf psychische Folgen, Fatigue und orthostatische Intoleranz wird für alle Patienten empfohlen.
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Hintergrund

Die S2k-Leitlinie adressiert die medizinische Rehabilitation während und nach einer COVID-19-Erkrankung. Ein besonderer Fokus liegt auf anhaltenden Beschwerden nach der Akutinfektion. Die Leitlinie unterscheidet zeitlich:

  • Long COVID (LC): Symptome persistieren > 4 Wochen nach Infektion.
  • Post COVID (PC): Symptome persistieren > 12 Wochen (bei Kindern > 2 Monate).

Als wesentliche Risikofaktoren für die Entwicklung von Post COVID gelten weibliches Geschlecht, höheres Alter, hoher BMI, Rauchen, Komorbiditäten sowie ein schwerer Akutverlauf (Hospitalisierung oder Intensivstation). Eine Impfung (mindestens 2 Dosen) senkt das Risiko signifikant.

Symptomcluster und Phänotypen

Long und Post COVID präsentieren sich klinisch sehr heterogen. Die Leitlinie unterscheidet evidenzbasiert folgende klinische Phänotypen:

Phänotyp / ClusterTypische Leitsymptome
Chronische FatigueFatigue, Kopfschmerzen, kognitive Probleme ("Brain fog")
Respiratorisches SyndromHusten, Dyspnoe (in Ruhe und unter Belastung)
Chronisches SchmerzsyndromArthralgien, Myalgien
Neurosensorisches SyndromRiech- und Schmeckstörungen (Anosmie, Dysgeusie)
Post-Intensive Care (PICS)Polyneuropathien, kognitive/emotionale Störungen, Schlafstörungen

Diagnostik und Assessments

Vor und während einer Rehabilitationsmaßnahme sollten die Schlüsselsymptome (Fatigue, Belastungsintoleranz, PEM, orthostatische Intoleranz) systematisch erfasst werden. Zudem sollte aufgrund der Häufigkeit ein systematisches Screening auf psychische Folgen erfolgen.

VerdachtsdiagnoseEmpfohlenes Assessment / Diagnostik
Post-Exertional Malaise (PEM)DSQ-PEM-Fragebogen (DePaul-Universität)
ME/CFS SchweregradBell-Score
PoTS / Orthostatische HypotonieAngelehnter Stehtest (5 Min. Liegen, 10 Min. Stehen, 5 Min. Liegen mit RR/HF-Messung)
Kognitive StörungenPsychometrische Testung (Informationsverarbeitung, Exekutivfunktionen, Gedächtnis)

Frührehabilitation und Intensivmedizin

Bereits in der Akutphase ist eine frühzeitige Mobilisation entscheidend, um Muskel- und Funktionsverlusten (z.B. ICU-acquired weakness) vorzubeugen.

  • Rehabilitative Behandlungsansätze sollten bereits auf der Intensivstation und fortführend in der Frührehabilitation zum Einsatz kommen.
  • Bei pulmonalem Weaning-Versagen sollen Betroffene auf einer spezialisierten Beatmungsentwöhnungs-Einheit betreut werden.
  • Bei relevanten ZNS/PNS-Schädigungen soll eine neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation erfolgen.
  • Vor Entlassung in die außerklinische Intensivpflege soll zwingend das Weaning-Potential ärztlich geprüft werden.

Indikationsspezifische Rehabilitation und Therapie

Die Zuweisung zur Rehabilitation soll sich nach dem führenden Organschaden richten (pneumologisch, kardiologisch, neurologisch oder psychosomatisch). Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung der Fatigue geboten:

SymptomatikTherapieempfehlungBemerkung
Postvirale Fatigue (OHNE PEM)Individualisiertes körperliches Training, Atemtraining, kognitive VerhaltenstherapieSollte angeboten werden zur Modifikation Fatigue-begünstigender Faktoren.
Fatigue MIT PEM"Pacing" (Energiemanagement), Selbstmanagement, SchulungAktivierende Trainingstherapien können schaden (Zustandsverschlechterung).
PoTS (Posturales Tachykardiesyndrom)Erhöhter Salzkonsum, Flüssigkeitszufuhr (2-3 l), KompressionsstrümpfeGgf. medikamentös (Off-label: Propranolol, Ivabradin).

Bei chronischen Funktionseinschränkungen im erwerbsfähigen Alter sollen zudem Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben (z.B. BEM) geprüft und initiiert werden.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei Fatigue-Patienten zwingend auf eine Post-Exertional Malaise (PEM). Bei Vorliegen einer PEM sind klassische aktivierende Trainingsprogramme kontraindiziert; schulen Sie die Patienten stattdessen im 'Pacing' (Energiemanagement).

Häufig gestellte Fragen

Long COVID umfasst Symptome ab 4 Wochen nach der Infektion, Post COVID ab 12 Wochen (bei Kindern ab 2 Monaten).
Durch einen angelehnten Stehtest: 5 Minuten Liegen, 10 Minuten Stehen, 5 Minuten Liegen mit minütlicher Dokumentation von Blutdruck und Herzfrequenz.
Weibliches Geschlecht, höheres Alter, hoher BMI, Rauchen, Komorbiditäten und ein schwerer akuter Krankheitsverlauf (Hospitalisierung/Intensivstation).
Mit individualisiertem körperlichen Training, Atemtraining und kognitiver Verhaltenstherapie zur Modifikation Fatigue-begünstigender Faktoren.

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