Phonokardiografie bei KHK: Diagnostik und Indikation
Hintergrund
Der IQWiG Rapid Report D24-03 untersucht den Nutzen der Phonokardiografie als Triage-Test zum Ausschluss einer stenosierenden koronaren Herzkrankheit (KHK). Die Bewertung erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Ziel der Untersuchung war es zu klären, ob durch den Einsatz der Phonokardiografie bei Personen über 40 Jahren mit unklarem Brustschmerz unnötige Folgediagnostik vermieden werden kann. Die Zielgruppe umfasst Personen mit einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit von 15 % bis 85 % ohne bekannte KHK.
Bei der Phonokardiografie handelt es sich um eine nicht invasive Untersuchung zur Erfassung von Koronargeräuschen, die durch Blutflussturbulenzen entstehen. Das bewertete CADscor-System berechnet dabei einen Risiko-Score von 0 bis 99.
Empfehlungen
Der IQWiG Rapid Report D24-03 fasst die Evidenz aus einer randomisierten kontrollierten Studie (FILTER-SCAD) und einer Studie zur diagnostischen Güte (Dan-NICAD 2) zusammen.
Das CADscor-System
Die bewertete Methode nutzt einen Algorithmus, der akustische Signale mit klinischen Risikofaktoren kombiniert. In der Hauptstudie wurde folgende Einteilung für das weitere Vorgehen genutzt:
| CAD-Score | Interpretation laut Studienprotokoll | Klinische Konsequenz (Studie) |
|---|---|---|
| ≤ 20 | Geringe Wahrscheinlichkeit für KHK | Ausschluss ohne Folgediagnostik |
| > 20 | Erhöhte Wahrscheinlichkeit für KHK | Überweisung zur Folgediagnostik |
Klinischer Nutzen und Folgediagnostik
Laut IQWiG-Bericht ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden durch den Einsatz der Phonokardiografie. Die Auswertung der RCT FILTER-SCAD liefert folgende zentrale Erkenntnisse:
-
Es konnte keine unnötige nicht invasive oder invasive Folgediagnostik eingespart werden.
-
Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied in der Anzahl der durchgeführten Koronarangiografien zwischen den Untersuchungsgruppen.
-
Bei patientenrelevanten Endpunkten wie Major Adverse Cardiovascular Events (MACE) oder der Lebensqualität gab es keine nennenswerten Unterschiede.
Diagnostische Güte
Für den sicheren Einsatz als Ausschlussdiagnostik definierte der Bericht vorab eine erforderliche Sensitivität von mindestens 95 %. Die Studie Dan-NICAD 2 verfehlte diesen Zielwert:
-
Die höchste gemessene Sensitivität lag bei lediglich 91,3 % in der Gruppe mit der höchsten Vortestwahrscheinlichkeit.
-
Bei einer Vortestwahrscheinlichkeit von über 5 % betrug die Sensitivität 87,0 %.
-
Es wird geschlussfolgert, dass 5 bis 10 von 100 getesteten Personen fälschlicherweise ohne weiteren Verdacht auf KHK entlassen würden.
Fazit für die Versorgung
Die diagnostische Güte wird als nicht ausreichend hoch eingestuft, um die Methode als sicheren Triage-Test einzusetzen. Eine Implementierung in die diagnostische Kette wird durch die vorliegenden Daten nicht gestützt.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht eignet sich die Phonokardiografie (CADscor-System) bei Personen mit mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit nicht als alleiniges Instrument zum sicheren Ausschluss einer KHK. Aufgrund der unzureichenden Sensitivität besteht das Risiko, dass behandlungsbedürftige stenosierende Koronarerkrankungen übersehen werden. Es wird stattdessen die leitliniengerechte nicht invasive Folgediagnostik gemäß der aktuellen Nationalen VersorgungsLeitlinie empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht führt der Einsatz der Phonokardiografie nicht zu einer Reduktion von invasiven Folgeuntersuchungen. In der bewerteten Studie zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei der Anzahl der durchgeführten Koronarangiografien.
Die höchste in den Studien gemessene Sensitivität lag bei 91,3 %. Damit wird der für eine sichere Ausschlussdiagnostik geforderte Schwellenwert von 95 % laut Bericht deutlich verfehlt.
Die Methode wurde bei Personen über 40 Jahren mit unklarem Brustschmerz und einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit (15 % bis 85 %) untersucht. Bei diesen Personen war zuvor noch keine KHK diagnostiziert worden.
Das System berechnet einen Risiko-Score von 0 bis 99 basierend auf akustischen Signalen, Alter, Geschlecht und Bluthochdruckstatus. Ein Wert von unter 20 sollte in den Studien auf eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine stenosierende KHK hinweisen.
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Quelle: IQWiG D24-03: Phonokardiografie zum Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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