Chronische KHK-Diagnostik: IQWiG-Evidenzkartierung
Hintergrund
Die chronische koronare Herzkrankheit (KHK) wird durch arteriosklerotische Einlagerungen in den Herzkranzgefäßen verursacht. Dies kann zu Stenosen und einer verminderten Durchblutung des Herzmuskels führen.
Das führende Symptom ist die stabile Angina Pectoris, die typischerweise bei körperlicher Belastung auftritt und in Ruhe abklingt. Eine eindeutige Diagnosestellung ist essenziell für die weitere medizinische Versorgung.
Neben der invasiven Koronarangiografie (ICA) stehen nicht invasive Verfahren zur Verfügung. Dazu zählen morphologische Verfahren wie die computertomografische Angiografie (CTA) und funktionelle Verfahren wie die Stress-Magnetresonanztomografie (MRT).
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht GA20-01 fasst die Evidenz zur nicht invasiven Diagnostik bei Verdacht auf chronische KHK zusammen.
Computertomografische Angiografie (CTA)
Laut Bericht treten Myokardinfarkte nach einer CTA-basierten Diagnose statistisch signifikant seltener auf als bei der Standardversorgung. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass infolge einer CTA signifikant häufiger eine nachgeschaltete invasive Koronarangiografie (ICA) erforderlich ist.
Auf die Gesamtmortalität zeigt die CTA gemäß den ausgewerteten Studien keinen Effekt.
Stress-Magnetresonanztomografie (MRT)
Der Bericht zeigt, dass im Nachgang einer MRT-Diagnostik statistisch signifikant weniger invasive Koronarangiografien durchgeführt werden als bei der Standardversorgung.
Für die Endpunkte Gesamtmortalität und Myokardinfarkt liegt laut Bericht eine unzureichende Datenlage für die MRT vor.
Diagnostische Güte im Vergleich
Der Bericht fasst die diagnostische Güte der Verfahren gegenüber der invasiven Koronarangiografie (ICA) und der invasiven fraktionellen Flussreserve (FFR) wie folgt zusammen:
| Verfahren | Referenztest | Sensitivität | Spezifität |
|---|---|---|---|
| CTA | ICA | >= 90 % | 78-79 % |
| CTA | FFR | >= 90 % | 39-53 % |
| Stress-MRT | ICA | 82-91 % | 74-80 % |
| Stress-MRT | FFR | 87-90 % | 85-94 % |
Leitlinienempfehlungen
Der Bericht zitiert die Leitlinien der ESC, des NICE und die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL). Diese formulieren folgende übereinstimmende Positionen:
-
Nicht invasive Verfahren werden als erster Test zur Diagnose einer KHK empfohlen
-
Bei mittlerer KHK-Wahrscheinlichkeit wird von einer primären ICA abgeraten, sofern vorher keine Ischämie nicht invasiv nachgewiesen wurde
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass die Wahl des diagnostischen Verfahrens unterschiedliche Konsequenzen für den weiteren Verlauf hat. Während eine CTA-Diagnostik mit einer Reduktion von Myokardinfarkten assoziiert ist, führt sie häufiger zu nachgeschalteten invasiven Eingriffen. Eine primäre Stress-MRT-Diagnostik ist hingegen mit einer geringeren Rate an nachgeschalteten invasiven Koronarangiografien verbunden.
Häufig gestellte Fragen
Laut den im Bericht zitierten Leitlinien werden übereinstimmend nicht invasive Verfahren als erster Test zur Diagnose einer chronischen KHK empfohlen. Eine primäre invasive Koronarangiografie sollte bei mittlerer Wahrscheinlichkeit vermieden werden.
Der Bericht gibt für die computertomografische Angiografie (CTA) eine Sensitivität von über 90 Prozent an. Die Spezifität liegt gegenüber der invasiven Koronarangiografie bei 78 bis 79 Prozent.
Gemäß den ausgewerteten Studien treten Myokardinfarkte nach einer CTA-basierten Diagnose statistisch signifikant seltener auf als bei einer funktionellen Standardversorgung. Ein Effekt auf die Gesamtmortalität konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.
Der Bericht zeigt, dass nach einer Stress-MRT signifikant weniger invasive Koronarangiografien durchgeführt werden müssen. Zudem weist das Verfahren eine hohe Spezifität von bis zu 94 Prozent gegenüber der invasiven FFR auf.
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Quelle: IQWiG GA20-01: CT- oder MRT-Diagnostik bei Verdacht auf chronische koronare Herzkrankheit: eine Evidenzkartierung (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.