IQWiG2025Kardiologie

Phonokardiografie bei KHK: IQWiG-Bericht E19-09

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht E19-09 bewertet das Potenzial der Phonokardiografie zum Ausschluss einer stenosierenden koronaren Herzkrankheit (KHK). Die Bewertung erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gemäß § 137e SGB V.

Die Methode soll als nicht invasiver, röntgenstrahlungsfreier Triage-Test in der kardiologisch-fachärztlichen Versorgung eingesetzt werden. Ziel ist es, durch den sicheren Ausschluss einer KHK weiterführende, potenziell belastende Diagnostik wie CT-Koronarangiografien oder Herzkatheteruntersuchungen zu vermeiden.

Das Verfahren erfasst niedrigfrequente Koronargeräusche und Vibrationen, die durch Turbulenzen in stenosierten Herzkranzgefäßen entstehen. Aus diesen akustischen Signalen und spezifischen Personenangaben wird vollautomatisch ein Scorewert zur Risikostratifizierung berechnet.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Potenzialbewertung der Methode.

Zielpopulation und Anwendungsgebiet

Laut IQWiG richtet sich das Verfahren an Personen ab 40 Jahren mit Brustschmerzen und ohne KHK-Vorgeschichte. Es wird ein Einsatz bei einer Vortestwahrscheinlichkeit für eine stenosierende KHK zwischen 15 % und 85 % gemäß der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) 2019 geprüft.

Methodik und Auswertung

Die Untersuchung erfolgt in Rückenlage, wobei ein Sensorkopf im vierten Interkostalraum links platziert wird. Für die Berechnung des Risikoscores fließen laut Bericht vier spezifische Merkmale ein:

  • Geschlecht

  • Altersgruppe

  • Art der Symptome

  • Vorhandensein von Hypertonie

Der ermittelte Scorewert dient der Risikostratifizierung und steuert das weitere diagnostische Vorgehen.

ScorewertKHK-RisikoKlinische Konsequenz (Triage)
≤ 20GeringKeine weiterführende KHK-Diagnostik
> 20ErhöhtWeiterführende Diagnostik empfohlen

Bewertung des Potenzials

Die Auswertung der vorgelegten Studien zeigt eine sehr geringe Ergebnissicherheit, da es sich um retrospektive Daten zur Optimierung der Testgüte handelt (Evidenzstufe III).

Dennoch leitet das IQWiG für die Phonokardiografie das Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative ab. Die Testgüteergebnisse deuten darauf hin, dass die Methode als Triage-Test eine stenosierende KHK ausschließen könnte. Eine Erprobungsstudie zur Gewinnung weiterer Erkenntnisse wird als grundsätzlich möglich eingestuft.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt spezifische Kontraindikationen, bei denen die Methode nicht angewendet werden soll. Dazu gehören unter anderem:

  • Bereits bekannte koronare Herzkrankheit

  • Unfähigkeit, den Atem für mindestens 8 Sekunden anzuhalten

  • Komplexe Herzrhythmusstörungen

  • Akustisch wirksame Defekte an den Herzklappen

  • Zustand nach kardiologischer Intervention (z. B. implantierte elektronische Geräte)

  • Signifikante Operationsnarben im Bereich des Herzens

  • Abnorme Körperform im Aufzeichnungsgebiet (vierter Interkostalraum links)

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Häufigkeit falsch-negativer Testergebnisse auf Basis der vorgelegten Daten noch nicht abschließend beurteilbar ist. Da übersehene KHK-Fälle schwerwiegende Konsequenzen für die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität haben können, wird eine sehr hohe Sensitivität des Triage-Tests als essenziell für die klinische Sicherheit angesehen.

Häufig gestellte Fragen

Das Verfahren wird für Personen ab 40 Jahren mit Brustschmerzen ohne bekannte KHK-Vorgeschichte geprüft. Die Vortestwahrscheinlichkeit für eine KHK sollte dabei zwischen 15 % und 85 % liegen.

Die Aufzeichnung erfolgt in Rückenlage über einen Sensor im vierten Interkostalraum links. Es werden vier Messungen von je acht Sekunden durchgeführt, während derer der Atem angehalten werden muss.

Der berechnete Wert liegt zwischen 0 und 99 und dient der Risikostratifizierung. Ein Score von 20 oder weniger deutet auf ein geringes Risiko für eine stenosierende KHK hin und soll weitere Diagnostik ersparen.

Der Bericht stellt eine sehr geringe Ergebnissicherheit der bisherigen Studien fest. Es wird jedoch ein grundsätzliches Potenzial der Methode gesehen, weshalb eine weitere Erprobungsstudie befürwortet wird.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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