Phonokardiografie bei KHK: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Die koronare Herzkrankheit (KHK) erfordert eine präzise Diagnostik, um stenosierende Veränderungen der Herzkranzgefäße sicher auszuschließen. Die Phonokardiografie ist ein nicht-invasives Verfahren, das niedrigfrequente Koronargeräusche akustisch erfasst und algorithmisch analysiert.
Der IQWiG-Bericht E20-05 (Addendum zu E19-09) überprüft das diagnostische Potenzial dieser Methode. Ziel der Untersuchung war es festzustellen, ob neue Studiendaten die bisherige Einschätzung zum Nutzen der Methode verändern.
Dabei wurden prospektive diagnostische Querschnittsstudien ausgewertet, die die Testgüte der Phonokardiografie bei unbekanntem Krankheitsstatus untersuchten. Als Referenzstandards dienten etablierte Verfahren wie die CT-Koronarangiografie oder die invasive Koronarangiografie.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur diagnostischen Güte:
Bewertung des Systems CADence
Die Auswertung der neu identifizierten TURBULENCE-Studie zeigt für das System CADence eine Sensitivität von 78 % und eine Spezifität von 35 %.
Aufgrund dieser Werte wird für die Phonokardiografie mit diesem spezifischen System kein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative zum Ausschluss einer stenosierenden KHK abgeleitet.
Bewertung des Systems CADScor
Für das ursprünglich bewertete System CADScor bleibt das Potenzial weiterhin bestehen.
Der Bericht stellt fest, dass die schlechteren Ergebnisse des CADence-Systems nicht pauschal auf CADScor übertragbar sind. Dies wird mit erheblichen technischen und methodischen Unterschieden zwischen den Medizinprodukten begründet.
Systemvergleich
Laut Bericht bestehen deutliche Unterschiede in der Ausgestaltung und Anwendung der jeweiligen Produkte, welche die abweichende Testgüte erklären können:
| Eigenschaft | CADScor | CADence |
|---|---|---|
| Fixierung | Mittels Patch | Auflegen durch medizinisches Personal |
| Messpositionen | 1 Position (parasternal im 4. ICR links) | 4 Positionen der Brustwand |
| Aufzeichnungsdauer | 4 Aufzeichnungen à 8 Sekunden | 3 Aufzeichnungen à 30 Sekunden |
| Atemkommando | Anweisung zum Atem anhalten | Nicht genannt |
| Auswertung | Berücksichtigt 4. Herzton und personenspezifische Daten | Keine Angaben zur Berücksichtigung |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass die diagnostische Güte der Phonokardiografie stark vom exakt verwendeten Medizinprodukt abhängt. Es wird darauf hingewiesen, dass Ergebnisse eines Systems aufgrund unterschiedlicher Messmethodik und Algorithmen nicht auf andere Geräte übertragen werden können. Für den klinischen KHK-Ausschluss ist daher die spezifische Evidenz des jeweiligen Systems maßgeblich.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht bleibt das Potenzial für die Phonokardiografie unter Anwendung des Systems CADScor bestehen. Für das abweichende System CADence konnte aufgrund unzureichender Testgüte hingegen kein Potenzial abgeleitet werden.
Die Sensitivität variiert je nach System erheblich. Während ältere Studien für CADScor Werte von über 85 % zeigten, ergab die neuere Auswertung für CADence lediglich eine Sensitivität von 78 %.
Die diagnostische Güte der Phonokardiografie wurde in den untersuchten Studien primär mit der CT-Koronarangiografie verglichen. Bei auffälligen Befunden diente die invasive Koronarangiografie als abschließender Referenzstandard.
Der Bericht führt die Unterschiede auf die abweichende Ausgestaltung und Anwendung zurück. Dazu gehören unterschiedliche Messpositionen, Aufzeichnungsdauern und die Einbeziehung zusätzlicher Parameter in den Auswertungsalgorithmus.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG E20-05: Phonokardiografie zum Ausschluss einer koronaren Herzkrankheit (Addendum zum Projekt E19-09) (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.