Antibiotikatherapie beim alten Menschen | PEG S2k-Leitlinie
Hintergrund
Laut der S2k-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) erfordert der demographische Wandel ein hohes Maß an geriatrischem Sachverstand bei der antiinfektiven Therapie. Die Leitlinie beschreibt, dass Multimorbidität und die daraus resultierende Multimedikation das Risiko für synergistische Nebenwirkungen und Interaktionen deutlich erhöhen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Immunseneszenz zu einer größeren Infektanfälligkeit führt. Gemäß dem Leitlinientext weisen ältere Patienten häufig atypische und unspezifische Symptome auf. So fehlt das Kardinalsymptom Fieber in über 30 Prozent der Fälle, und laborchemische Marker wie CRP oder Leukozytenzahl können initial unauffällig bleiben.
Empfehlungen
Grundsätzlich kann der Einsatz von Antibiotika laut der PEG-Leitlinie nach den gleichen Prinzipien erfolgen wie bei jüngeren Patienten. Es wird betont, dass kein Antibiotikum per se als inadäquat für ältere Menschen gilt. Die S2k-Leitlinie formuliert jedoch strenge Anforderungen an die Indikationsstellung. Es wird empfohlen, die Auswahl und Dosierung an die physiologischen Veränderungen des Alters anzupassen. Die Leitlinie rät zur Ermittlung der kürzestmöglichen Therapiedauer sowie zu einem engmaschigen Monitoring von Effektivität und Toxizität. Bei der Beurteilung der Nierenfunktion warnt der Text davor, sich allein auf den Serum-Kreatinin-Spiegel zu verlassen, da dieser wegen der abnehmenden Muskelmasse oft trügerisch konstant bleibt. Eine Überschätzung der glomerulären Filtrationsrate sollte laut Expertenkonsens durch einen zurückhaltenden Einsatz potenziell nephrotoxischer Substanzen kompensiert werden. Zudem wird empfohlen, das individuelle Risiko für multiresistente Erreger (MRE) genau zu erfassen, um eine inadäquate Übertherapie mit Breitspektrum-Antibiotika zu vermeiden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor den Gefahren der Polypharmazie. Gemäß dem Text steigt das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) bei der Einnahme von 11 bis 15 Medikamenten auf 28 Prozent. Es wird auf Listen potenziell inadäquater Medikationen (PIM) wie die Beers-Kriterien oder die PRISCUS-Liste verwiesen. Laut Leitlinie ist bei der Verordnung von Antibiotika auf das Interaktionspotenzial mit bestehenden Dauermedikationen (wie Antikoagulanzien, Antidiabetika oder Diuretika) zu achten, da dies zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann.
💡Praxis-Tipp
Laut der S2k-Leitlinie sind das C-reaktive Protein (CRP) und die Leukozytenzahl bei geriatrischen Patienten unzuverlässige Parameter, da diese Entzündungsmarker trotz Vorliegen einer bakteriellen Infektion initial oft normal oder nur minimal verändert sein können.
Häufig gestellte Fragen
Die PEG-Leitlinie beschreibt, dass ältere Patienten häufig atypische Symptome zeigen. Das Kardinalsymptom Fieber fehlt in über 30 Prozent der Fälle, und auch Laborwerte wie CRP können anfangs unauffällig sein.
Laut dem Leitlinientext gibt es kein Antibiotikum, das grundsätzlich als inadäquat für ältere Menschen angesehen werden muss. Die Auswahl muss jedoch an die physiologischen Veränderungen angepasst werden.
Gemäß der Leitlinie verringert sich die glomeruläre Filtrationsrate um etwa 10 Prozent pro Lebensdekade. Da der Kreatinin-Spiegel aufgrund des Muskelabbaus oft konstant bleibt, wird empfohlen, potenziell nephrotoxische Substanzen sehr zurückhaltend einzusetzen.
Der Text warnt davor, dass die Hinzunahme eines Antibiotikums zu einer bestehenden Multimedikation das Risiko für gefährliche Arzneimittelinteraktionen und unerwünschte Wirkungen stark erhöht.
Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - Antibiotikatherapie beim alten Menschen (PEG). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.