Parenterale Initialtherapie bei HNO-Infektionen (PEG S2k)

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: PEG|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die S2k-Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) befasst sich mit der antibakteriellen Behandlung schwerer Infektionen im Hals-, Nasen-, Ohren- und Mund-Kiefer-Gesichtsbereich. Laut Leitlinie erfordern bakterielle Infektionen der Kopf-Hals-Region häufig den Einsatz von Antibiotika. Die Entscheidung für eine parenterale Therapie hängt gemäß dem Expertenkonsens vom Schweregrad der Infektion, möglichen Ausbreitungsrisiken und individuellen Begleiterkrankungen ab. Die Leitlinie hält fest, dass bei schweren Krankheitsbildern wie Mastoiditis, Epiglottitis oder Halsphlegmonen in der Regel immer mit einem parenteralen Antibiotikum begonnen werden sollte. Da schwere Infektionen relativ selten sind, beruhen die aktuellen Empfehlungen laut PEG-Leitlinie im Wesentlichen auf dem wahrscheinlichen Erregerspektrum und der lokalen Resistenzlage.

Empfehlungen

Die PEG S2k-Leitlinie gibt spezifische Empfehlungen für verschiedene Infektionsbilder der Kopf-Hals-Region.

Otitis externa maligna

Gemäß der Leitlinie wird bei komplizierten Fällen eine initiale Kombinationstherapie aus Ceftazidim und Ciprofloxacin für drei Wochen empfohlen (Empfehlungsgrad B).

Mastoiditis

Laut Leitlinie sollte die Therapie bei fehlendem Pseudomonas-Verdacht mit Amoxicillin/Clavulansäure, Ampicillin/Sulbactam oder Cefotaxim/Ceftriaxon in Kombination mit Clindamycin erfolgen.

Epiglottitis

Da es sich um ein lebensbedrohliches Krankheitsbild handelt, empfiehlt die Leitlinie primär den Einsatz von Amoxicillin/Clavulansäure oder Ampicillin/Sulbactam. Zeitgleich wird laut Expertenkonsens initial eine hochdosierte Kortikosteroidgabe empfohlen.

Nasenfurunkel

Das Antibiotikum der ersten Wahl ist laut Leitlinie Cefazolin, da es ein günstigeres Nebenwirkungsprofil als Flucloxacillin aufweist.

Peritonsillarabszess

Als Antibiotika der ersten Wahl sollen nach aktueller Leitlinienempfehlung Amoxicillin/Clavulansäure, Ampicillin/Sulbactam oder Cefuroxim plus Metronidazol eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A).

Orbitale Komplikationen von Sinusitiden

Die antimikrobielle Behandlung soll laut PEG-Leitlinie initial hochdosiert mit Amoxicillin/Clavulansäure oder Ampicillin/Sulbactam erfolgen (Empfehlungsgrad A).

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Flucloxacillin bei Nasenfurunkeln aufgrund hepatotoxischer Nebenwirkungen und bevorzugt stattdessen Cefazolin. Bezüglich Colistin weist die PEG-Leitlinie auf ausgeprägte nephrotoxische Reaktionen hin; der Einsatz sollte nur in komplizierten Fällen bei Patienten mit Beta-Lactam-Allergie erwogen werden. Zudem wird in der Leitlinie darauf hingewiesen, dass Fluorchinolone wie Ciprofloxacin und Levofloxacin bei Ohrmuschelperichondritis wegen des hohen Anteils resistenter Stäbchen nur bei Penicillin-Allergie eingesetzt werden sollten.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist bei schweren odontogenen Infektionen mit Ausbreitungstendenz ein Erregernachweis unverzichtbar, da die Therapie im Falle einer Komplikation dann gezielt angepasst werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut PEG-Leitlinie sollte die Behandlung von schweren Infektionen wie Mastoiditis, Epiglottitis, schweren odontogenen Abszessen und Halsphlegmonen in der Regel immer mit einem parenteralen Antibiotikum eingeleitet werden.

Die Leitlinie empfiehlt Cefazolin als Antibiotikum der ersten Wahl, da es im Vergleich zu Flucloxacillin ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweist.

Gemäß der Leitlinie beträgt die empfohlene Therapiedauer bei einer Otitis externa maligna etwa sechs Wochen.

Nach Angaben der Leitlinie wird die Mastoiditis meist durch Pneumokokken verursacht, weitere häufige Erreger sind Streptococcus pyogenes, Pseudomonas aeruginosa und Staphylococcus aureus.

Die Leitlinie hält fest, dass eine akute Rhinosinusitis nur bei schweren Verläufen oder ausbleibender Spontanheilung mit Antibiotika behandelt werden soll, welche dann primär oral verabreicht werden.

Quelle: PEG S2k Kalkulierte parenterale Initialtherapie - HNO- und MKG-Infektionen (PEG). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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