IQWiG2014

Patienteninformation: Optimierung für Benachteiligte

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht GA13-01 evaluiert, inwiefern evidenzbasierte Gesundheitsinformationen für sozial benachteiligte Personen verständlich und nutzbar sind. Ziel der Untersuchung war es, den Optimierungsbedarf bei der sprachlichen Gestaltung, der Risikokommunikation und der Produktpalette zu ermitteln.

Für die Nutzertestung wurden 28 Personen mit geringem Einkommen, niedrigem beruflichen Status und geringer Bildung in Einzelinterviews befragt. Getestet wurden verschiedene Formate wie Texte, ein Film, ein Quiz und ein Flyer.

Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Informationsmaterialien den Bedürfnissen dieser Zielgruppe nur eingeschränkt entsprechen. Insbesondere bei textbasierten Formaten wurden Barrieren hinsichtlich des Umfangs und der Komplexität identifiziert.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert basierend auf den Nutzertestungen spezifische Anpassungsvorschläge für die Erstellung von Gesundheitsinformationen.

Evaluationsergebnisse im Überblick

Die Nutzertestung identifizierte spezifische Stärken und Schwächen der bisherigen Informationsmaterialien:

BewertungsbereichPositiv bewertet (Bedarfsgerecht)Optimierungsbedarf (Verbesserungsfähig)
UmfangFilme und kurze TexteTexte mit mehr als 5 Seiten
GestaltungFallbeispiele, übersichtliche StrukturMehr alltagsnahe Abbildungen
SpracheFreundliche SprachwirkungReduktion von Fremdwörtern
RisikokommunikationHohe Glaubwürdigkeit des ErstellersKlare Bezugsgrößen bei Prozentzahlen

Sprachliche Gestaltung und Umfang

Laut Bericht werden für diese Zielgruppe deutlich kürzere Texte von maximal fünf Seiten empfohlen. Eine strukturierte Textgestaltung mit häufigen Absätzen, Zwischenüberschriften und Aufzählungen wird positiv bewertet.

Zudem wird empfohlen:

  • Fremdwörter und Fachbegriffe weitgehend zu vermeiden oder direkt im Text kurz zu erklären

  • Ein alltagssprachliches Glossar für komplexe Begriffe anzubieten

  • Verstärkt verständniserleichternde Abbildungen und Grafiken einzusetzen

Risikokommunikation

Die Evaluation zeigt, dass die Vermittlung von Risiken und Häufigkeiten oft missverstanden wird. Es wird empfohlen, auf verneinende Häufigkeitsangaben wie "weniger häufig" oder "nicht selten" zu verzichten.

Bei Prozentangaben sollte laut Bericht immer die Bezugsgröße (zum Beispiel "1 von 100") genannt werden. Fallbeispiele und ein starker Bezug zur Lebenswelt der Zielgruppe erhöhen das Interesse und das Verständnis.

Medienformate und Zugangswege

Das Format "Film" wurde in der Testung besonders positiv bewertet und sollte laut Bericht fokussiert werden. Für die Verbreitung von Informationen wird die Nutzung von Printmedien empfohlen, die über Vertrauenspersonen wie Hausärzte ausgegeben werden.

Grenzen der Umsetzung

Das IQWiG betont, dass nicht alle Vorschläge der Tester umsetzbar sind. Die geforderten direkten Handlungsempfehlungen kollidieren mit dem Prinzip der informierten Entscheidungsfindung.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die gleichzeitige Nennung von verbalen und prozentualen Häufigkeiten bei anderen Zielgruppen zu Verwirrung führen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis des Berichts ist die hohe Fehleranfälligkeit bei der Interpretation von Risiken durch sozial benachteiligte Personen. Es wird davor gewarnt, verneinende Häufigkeiten wie "nicht selten" zu verwenden, da diese oft gegenteilig verstanden werden. Stattdessen wird eine klare, absolute Risikokommunikation mit eindeutigen Bezugsgrößen empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht liegt die optimale Länge für textbasierte Gesundheitsinformationen bei maximal fünf Seiten. Längere Texte führen bei sozial benachteiligten Personen häufig zu einem vorzeitigen Leseabbruch.

Die Evaluation zeigt, dass Filme aufgrund ihrer anschaulichen und strukturierten Darstellung besonders gut verstanden und akzeptiert werden. Auch Printmedien, die direkt durch den Hausarzt übergeben werden, erzielen eine hohe Reichweite.

Es wird empfohlen, auf verneinende Formulierungen wie "weniger häufig" zu verzichten und stattdessen klare Bezugsgrößen zu nennen. Die Angabe von absoluten Zahlen, wie "1 von 100", wird als am verständlichsten bewertet.

Der Bericht rät dazu, Fachbegriffe weitgehend zu reduzieren, sie aber nicht gänzlich wegzulassen, da sie für die Arzt-Patienten-Kommunikation wichtig sein können. Sie sollten jedoch direkt im Text oder in einem sehr kurzen, alltagssprachlichen Glossar erklärt werden.

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Quelle: IQWiG GA13-01: Nutzertestung von Gesundheitsinformationen des IQWiG durch sozial benachteiligte Personen (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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