IQWiG2024

Gesundheitsuntersuchung (aGU) Nutzung: IQWiG-Bericht

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Rapid-Report P23-01 aus dem Jahr 2024 analysiert die Nutzung der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung (aGU) bei gesetzlich Versicherten zwischen 18 und 50 Jahren. Ziel des Berichts ist es, Strategien für eine zielgruppenspezifische Ansprache zu entwickeln.

Die aGU dient der Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus. Laut Bericht ist ein direkter Nutzen in Form einer reduzierten Gesamtsterblichkeit durch regelmäßige Check-ups wissenschaftlich bisher nicht belegt.

Trotz des fehlenden Einladungssystems in Deutschland liegt die Inanspruchnahme der aGU auf einem ähnlichen oder leicht höheren Niveau als in Ländern mit etablierten Einladungsverfahren. Dennoch werden bestimmte Bevölkerungsgruppen vom aktuellen System unzureichend erreicht.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen zur Inanspruchnahme der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung (aGU):

Nutzung und Zielgruppen

Laut Bericht wird die aGU vorwiegend von Personen genutzt, die ohnehin in regelmäßigem Kontakt mit Arztpraxen stehen. Es wird hervorgehoben, dass Frauen das Angebot häufiger in Anspruch nehmen als Männer und die Nutzung mit steigendem Alter zunimmt.

Die Auswertung der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) zeigt folgende Teilnahmequoten nach Altersgruppen:

AltersgruppeTeilnahme MännerTeilnahme Frauen
35 bis unter 40 Jahre27,3 %36,0 %
40 bis unter 45 Jahre35,8 %45,8 %
45 bis unter 50 Jahre40,9 %49,5 %
50 bis unter 55 Jahre43,6 %50,2 %
55 bis unter 60 Jahre45,5 %50,7 %

Folgende Gruppen mit potenziell höheren Gesundheitsrisiken nutzen die aGU laut Bericht seltener:

  • Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status

  • Männer mit gesundheitlichen Risikofaktoren (Nikotinkonsum, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung)

  • Personen, die ihren eigenen Gesundheitszustand als mittelmäßig oder schlecht einschätzen

  • Menschen mit Zuwanderungserfahrung

Empfehlungen zur Kommunikation

Um eine informierte Entscheidung zu fördern, empfiehlt der Bericht eine gezielte Anpassung der Informationsangebote. Für die identifizierten Risikogruppen sollten spezifische und mehrsprachige Materialien entwickelt werden.

Bei allen Kommunikationsmaßnahmen muss laut Bericht transparent dargestellt werden, dass der gesundheitliche Nutzen der aGU an sich unklar ist. Diese Diskrepanz sollte in den Aufklärungsmaterialien offen kommuniziert werden.

Weiterentwicklung der aGU

Der Bericht rät zu einer inhaltlichen Überprüfung der Gesundheitsuntersuchung. Es wird empfohlen, folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Fokussierung der Untersuchung auf evidenzbasierte Kernindikationen

  • Etablierung einer dauerhaft begleitenden Evaluation der aGU

  • Systematische Erfassung der gesundheitlichen Auswirkungen des Angebotes

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass gerade Personen mit hohen gesundheitlichen Risiken, wie Raucher oder Menschen mit Bewegungsmangel, die allgemeine Gesundheitsuntersuchung seltener in Anspruch nehmen. Es wird empfohlen, bei der Aufklärung transparent zu kommunizieren, dass eine Reduktion der Gesamtsterblichkeit durch den Check-up wissenschaftlich nicht belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht haben gesetzlich Versicherte zwischen 18 und 34 Jahren einen einmaligen Anspruch auf die aGU. Ab dem 35. Lebensjahr kann die Untersuchung alle drei Jahre in Anspruch genommen werden.

Die allgemeine Gesundheitsuntersuchung dient primär der Früherkennung von häufigen Erkrankungen. Dazu zählen laut Bericht insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes mellitus.

Der Bericht verweist auf systematische Übersichten, die keinen Beleg für eine Reduktion der Gesamtsterblichkeit durch regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen zeigen. Auch eine Senkung der kardiovaskulären Mortalität konnte bisher nicht nachgewiesen werden.

Laut den ausgewerteten Daten nutzen vor allem Männer mit ungesundem Lebensstil, Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status und Zugewanderte das Angebot seltener. Es wird empfohlen, für diese Gruppen gezielte Informationsangebote zu schaffen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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