Mammographie-Screening Entscheidungshilfe: IQWiG
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht P14-03 beschreibt die Entwicklung und Evaluation eines Einladungsschreibens sowie einer Entscheidungshilfe für das deutsche Mammographie-Screening-Programm. Ziel ist die Förderung einer informierten Inanspruchnahme durch die eingeladenen Frauen.
Brustkrebs stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Dem Vorteil einer gesenkten brustkrebsspezifischen Mortalität durch das Screening stehen potenzielle Nachteile wie Überdiagnosen und falsch-positive Befunde gegenüber.
Um eine ergebnisoffene Abwägung zu ermöglichen, wurden die Informationsmaterialien in qualitativen und quantitativen Nutzertestungen evaluiert. Dabei zeigte sich, dass strukturierte Entscheidungshilfen das Wissen und die Risikoeinschätzung verbessern können.
Empfehlungen
Die Publikation fasst die wesentlichen inhaltlichen Konzepte für die Aufklärung zum Mammographie-Screening zusammen.
Instrument zur Präferenzklärung
Es wird der Einsatz eines spezifischen Instruments zur Präferenzklärung beschrieben. Dieses fasst die wesentlichen Vor- und Nachteile zusammen und ermöglicht eine individuelle Gewichtung.
Laut Bericht unterstützt dies insbesondere Frauen, die noch unsicher in ihrer Entscheidungsfindung sind. Die konkrete Nennung von Wahrscheinlichkeiten hilft dabei, die persönliche Relevanz der Argumente einzuordnen.
Kommunikation von Vor- und Nachteilen
Die Autoren betonen die Wichtigkeit einer transparenten und altersspezifischen Darstellung der Screening-Effekte. Folgende Aspekte stehen dabei im Fokus:
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Die Reduktion der brustkrebsspezifischen Mortalität als primärer Nutzen.
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Die Belastung durch falsch-positive Befunde im Rahmen der Abklärungsdiagnostik.
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Das Risiko von Überdiagnosen, welches ausführlich erklärt werden muss.
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Die Strahlenbelastung durch die Untersuchung.
Struktur des Einladungsschreibens
Der Bericht legt dar, dass eine kürzere Version des Einladungsschreibens von den Nutzerinnen bevorzugt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass die Freiwilligkeit der Teilnahme und die Möglichkeit eines ärztlichen Aufklärungsgesprächs deutlich hervorgehoben werden sollen.
Zudem wird beschrieben, dass der konkrete Terminvorschlag auf der zweiten Seite platziert wurde. Dies unterstreicht den primären Fokus auf die informierte Entscheidung anstelle einer reinen Termineinhaltung.
Altersspezifische Effekte
Zur besseren Einordnung der Vor- und Nachteile liefert der Bericht differenzierte Daten für zwei Altersgruppen über einen Zeitraum von 10 Jahren.
| Endpunkt | Altersgruppe 50 bis 59 Jahre | Altersgruppe 60 bis 69 Jahre |
|---|---|---|
| Absolute Risikoreduktion (Mortalität) | 0,1 bis 1,94 von 1000 | 1,31 bis 3,31 von 1000 |
| Häufigkeit von Überdiagnosen | 4,1 bis 5,5 von 1000 | 5,0 bis 6,8 von 1000 |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass das Konzept der Überdiagnosen für viele Frauen schwer verständlich ist und im Aufklärungsgespräch besonderer Aufmerksamkeit bedarf. Es wird beschrieben, dass eine transparente Gegenüberstellung von Mortalitätssenkung und Überdiagnosen-Risiko essenziell für eine informierte Entscheidung ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht liegt die absolute Reduktion der brustkrebsspezifischen Mortalität bei Frauen zwischen 50 und 59 Jahren bei 0,1 bis 1,94 von 1000. Für Frauen zwischen 60 und 69 Jahren wird eine Reduktion von 1,31 bis 3,31 von 1000 beschrieben.
Die Publikation gibt die Häufigkeit von Überdiagnosen für die Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen mit 4,1 bis 5,5 von 1000 an. Bei den 60- bis 69-Jährigen liegt dieser Wert laut Bericht bei 5,0 bis 6,8 von 1000.
Die Entscheidungshilfe soll Frauen befähigen, eine informierte und den persönlichen Präferenzen entsprechende Entscheidung für oder gegen die Teilnahme zu treffen. Der Bericht zeigt, dass solche Instrumente das Wissen verbessern und Entscheidungskonflikte mindern können.
Der Bericht erklärt, dass die Aufklärung und die informierte Entscheidung Vorrang vor dem reinen Untersuchungstermin haben sollen. Diese Platzierung unterstreicht den freiwilligen Charakter des Screening-Angebots.
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Quelle: IQWiG P14-03: Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Mammographie-Screening (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.