Darmkrebs-Screening Entscheidungshilfe: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht P15-01 befasst sich mit der Entwicklung von Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen für das organisierte Darmkrebs-Screening in Deutschland. Hintergrund ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG), welches ein organisiertes Einladungsverfahren sowie eine umfassende Information der Versicherten vorschreibt.
Das kolorektale Karzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Früherkennung zielt darauf ab, gutartige Vorstufen (Adenome) zu entfernen und Karzinome in einem frühen, asymptomatischen Stadium zu identifizieren.
Um eine informierte Entscheidung für oder gegen das Screening zu ermöglichen, wurden evidenzbasierte Informationsmaterialien entwickelt. Diese sollen ergebnisoffen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Screening-Methoden aufklären.
Empfehlungen
Die Publikation beschreibt die Konzeption der Informationsmaterialien basierend auf den Eckpunkten des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).
Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen
Der Bericht skizziert folgende Screening-Angebote je nach Alter und Geschlecht:
| Altersgruppe | Geschlecht | Anspruch auf iFOBT (Stuhltest) | Anspruch auf Koloskopie (Darmspiegelung) |
|---|---|---|---|
| 50 bis 54 Jahre | Frauen und Männer | Jährlich | Kein regulärer Anspruch |
| Ab 50 Jahren | Männer | Alle 2 Jahre (falls keine Koloskopie) | 2 Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren |
| Ab 55 Jahren | Frauen | Alle 2 Jahre (falls keine Koloskopie) | 2 Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren |
Inhalte der Entscheidungshilfen
Es wurden ein allgemeines Anschreiben sowie zwei geschlechtsspezifische Entscheidungshilfen entwickelt. Laut IQWiG adressieren diese Materialien folgende Kernthemen:
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Allgemeine Informationen zum kolorektalen Karzinom und zum individuellen Erkrankungsrisiko
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Den genauen Ablauf der angebotenen Untersuchungen
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Eine evidenzbasierte Gegenüberstellung von Nutzen und möglichen Schäden des Screenings
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Das weitere Vorgehen bei einem auffälligen Testergebnis
Methodik und Nutzertestung
Die Erstellung der Materialien basierte auf systematischen Literaturrecherchen zu Vor- und Nachteilen sowie zu Informationsbedürfnissen der Zielgruppe. Die Effekte der Screening-Maßnahmen auf Mortalität und Inzidenz wurden quantifiziert dargestellt.
In qualitativen und quantitativen Nutzertestungen wurden die Entwürfe evaluiert. Die Befragten beurteilten die Materialien als gut verständlich und hilfreich, um eine eigenständige Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Darmkrebs-Screening zu treffen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass das primäre Ziel der Informationsmaterialien eine ergebnisoffene Aufklärung ist. Es wird hervorgehoben, dass Versicherte befähigt werden sollen, eine informierte Entscheidung für oder gegen das Darmkrebs-Screening zu treffen, die ihren persönlichen Präferenzen entspricht.
Häufig gestellte Fragen
Laut den Vorgaben des G-BA haben Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie. Es besteht ein Anspruch auf zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens 10 Jahren.
Der Bericht führt aus, dass Personen zwischen 50 und 54 Jahren jährlich Anspruch auf einen iFOBT haben. Ab 55 Jahren wird der Test alle zwei Jahre angeboten, sofern keine Darmspiegelung in Anspruch genommen wird.
Die Entscheidungshilfe soll Versicherten ergebnisoffen die Vor- und Nachteile der Früherkennung aufzeigen. Laut IQWiG dient sie dazu, das Wissen zu verbessern und eine eigenständige, informierte Entscheidung zu ermöglichen.
Die Materialien informieren über das Erkrankungsrisiko, den Ablauf der Untersuchungen und das Vorgehen bei auffälligen Befunden. Zudem werden der Nutzen und mögliche Schäden des Screenings quantitativ dargestellt.
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Quelle: IQWiG P15-01: Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Darmkrebs-Screening (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.