IQWiG2016Onkologie

Darmkrebs-Screening Entscheidungshilfe: IQWiG-Bericht

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht P15-01 befasst sich mit der Entwicklung von Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen für das organisierte Darmkrebs-Screening in Deutschland. Hintergrund ist das Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG), welches ein organisiertes Einladungsverfahren sowie eine umfassende Information der Versicherten vorschreibt.

Das kolorektale Karzinom gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen. Die Früherkennung zielt darauf ab, gutartige Vorstufen (Adenome) zu entfernen und Karzinome in einem frühen, asymptomatischen Stadium zu identifizieren.

Um eine informierte Entscheidung für oder gegen das Screening zu ermöglichen, wurden evidenzbasierte Informationsmaterialien entwickelt. Diese sollen ergebnisoffen über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Screening-Methoden aufklären.

Empfehlungen

Die Publikation beschreibt die Konzeption der Informationsmaterialien basierend auf den Eckpunkten des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen

Der Bericht skizziert folgende Screening-Angebote je nach Alter und Geschlecht:

AltersgruppeGeschlechtAnspruch auf iFOBT (Stuhltest)Anspruch auf Koloskopie (Darmspiegelung)
50 bis 54 JahreFrauen und MännerJährlichKein regulärer Anspruch
Ab 50 JahrenMännerAlle 2 Jahre (falls keine Koloskopie)2 Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren
Ab 55 JahrenFrauenAlle 2 Jahre (falls keine Koloskopie)2 Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren

Inhalte der Entscheidungshilfen

Es wurden ein allgemeines Anschreiben sowie zwei geschlechtsspezifische Entscheidungshilfen entwickelt. Laut IQWiG adressieren diese Materialien folgende Kernthemen:

  • Allgemeine Informationen zum kolorektalen Karzinom und zum individuellen Erkrankungsrisiko

  • Den genauen Ablauf der angebotenen Untersuchungen

  • Eine evidenzbasierte Gegenüberstellung von Nutzen und möglichen Schäden des Screenings

  • Das weitere Vorgehen bei einem auffälligen Testergebnis

Methodik und Nutzertestung

Die Erstellung der Materialien basierte auf systematischen Literaturrecherchen zu Vor- und Nachteilen sowie zu Informationsbedürfnissen der Zielgruppe. Die Effekte der Screening-Maßnahmen auf Mortalität und Inzidenz wurden quantifiziert dargestellt.

In qualitativen und quantitativen Nutzertestungen wurden die Entwürfe evaluiert. Die Befragten beurteilten die Materialien als gut verständlich und hilfreich, um eine eigenständige Entscheidung für oder gegen die Teilnahme am Darmkrebs-Screening zu treffen.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass das primäre Ziel der Informationsmaterialien eine ergebnisoffene Aufklärung ist. Es wird hervorgehoben, dass Versicherte befähigt werden sollen, eine informierte Entscheidung für oder gegen das Darmkrebs-Screening zu treffen, die ihren persönlichen Präferenzen entspricht.

Häufig gestellte Fragen

Laut den Vorgaben des G-BA haben Männer ab 50 Jahren und Frauen ab 55 Jahren Anspruch auf eine Früherkennungskoloskopie. Es besteht ein Anspruch auf zwei Untersuchungen im Abstand von mindestens 10 Jahren.

Der Bericht führt aus, dass Personen zwischen 50 und 54 Jahren jährlich Anspruch auf einen iFOBT haben. Ab 55 Jahren wird der Test alle zwei Jahre angeboten, sofern keine Darmspiegelung in Anspruch genommen wird.

Die Entscheidungshilfe soll Versicherten ergebnisoffen die Vor- und Nachteile der Früherkennung aufzeigen. Laut IQWiG dient sie dazu, das Wissen zu verbessern und eine eigenständige, informierte Entscheidung zu ermöglichen.

Die Materialien informieren über das Erkrankungsrisiko, den Ablauf der Untersuchungen und das Vorgehen bei auffälligen Befunden. Zudem werden der Nutzen und mögliche Schäden des Screenings quantitativ dargestellt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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