IQWiG2024Onkologie

Osimertinib bei NSCLC: Adjuvante Therapie & Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Osimertinib gemäß § 35a SGB V nach Ablauf einer Befristung. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten Studie ADAURA.

Osimertinib ist als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung nach vollständiger Tumorresektion bei erwachsenen Personen mit nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im Stadium IB-IIIA zugelassen. Voraussetzung ist, dass die Tumoren Mutationen des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors (EGFR) als Deletion im Exon 19 oder Substitutionsmutation im Exon 21 (L858R) aufweisen.

Die Nutzenbewertung unterscheidet zwei Fragestellungen: Personen, für die eine adjuvante platinbasierte Chemotherapie geeignet ist, und Personen, die bereits eine solche Chemotherapie erhalten haben oder für die diese nicht geeignet ist.

Empfehlungen

Das IQWiG leitet basierend auf der vorgelegten Evidenz folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen ab:

Zusatznutzen nach Patientengruppen

  • Für Personen, für die eine adjuvante platinbasierte Chemotherapie geeignet ist, wurden keine Daten vorgelegt. Ein Zusatznutzen ist hier laut Bericht nicht belegt.

  • Für Personen nach vorheriger adjuvanter platinbasierter Chemotherapie oder für die diese nicht geeignet ist, ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (beobachtendes Abwarten).

Wirksamkeit und Überleben

Für die Gruppe mit vorheriger oder ungeeigneter Chemotherapie zeigt die Bewertung folgende positive Effekte:

  • Es zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen beim Gesamtüberleben.

  • Für den Endpunkt Rezidive (krankheitsfreies Überleben und Rezidivrate) ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.

Nebenwirkungen und Risiken

Den positiven Effekten stehen laut Bericht negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen gegenüber:

  • Es gibt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (UEs) und Therapieabbrüche wegen UEs.

  • Spezifische Anhaltspunkte für einen höheren Schaden zeigen sich bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes sowie bei gastrointestinalen Beschwerden (darunter Diarrhö und Stomatitis).

  • Ebenfalls traten Paronychien und verminderter Appetit unter Osimertinib signifikant häufiger auf.

Dosierung

WirkstoffDosierungIndikation / Anmerkung
Osimertinib80 mg 1-mal täglich (oral)Adjuvante Therapie nach NSCLC-Resektion (bis Rezidiv oder inakzeptabler Toxizität, max. 3 Jahre)
Osimertinib (Dosisreduktion)40 mg 1-mal täglich (oral)Bei Notwendigkeit einer Dosisreduktion aufgrund von Toxizität

Kontraindikationen

Laut den im Bericht zitierten Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung gelten folgende Warnhinweise:

  • Gegenanzeigen bestehen bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

  • Johanniskraut darf nicht zusammen mit Osimertinib angewendet werden.

  • Die Anwendung bei schwerer Einschränkung der Leberfunktion wird nicht empfohlen.

  • Bei Auftreten einer interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis sollte die Therapie unterbrochen und bei Bestätigung dauerhaft abgesetzt werden.

  • Bei einer Verlängerung des QTc-Intervalls in Kombination mit schwerwiegenden Arrhythmien ist die Behandlung dauerhaft abzusetzen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht wird bei der Behandlung mit Osimertinib auf das Risiko einer schwerwiegenden interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) oder Pneumonitis hingewiesen. Es wird empfohlen, bei einer ungeklärten Verschlechterung von Atemwegssymptomen wie Atemnot oder Husten die Therapie bis zur Abklärung zu unterbrechen. Zudem wird eine kardiologische Überwachung (QTc-Intervall, LVEF) bei Personen mit entsprechenden Risikofaktoren als wichtig erachtet.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht gibt an, dass die adjuvante Therapie bis zum Auftreten eines Rezidivs oder inakzeptabler Toxizität erfolgt. Eine Behandlungsdauer von mehr als 3 Jahren wurde laut Fachinformation nicht untersucht.

Für Personen, die bereits eine adjuvante Chemotherapie erhalten haben oder für die diese ungeeignet ist, sieht das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dies basiert vor allem auf signifikant positiven Effekten beim Gesamtüberleben und der Reduktion von Rezidiven.

Für diese spezifische Gruppe wurden im Bewertungsverfahren keine Daten vorgelegt. Daher ist laut IQWiG für diese Personen ein Zusatznutzen von Osimertinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

Die Bewertung zeigt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch Nebenwirkungen wie Hauterkrankungen, gastrointestinale Beschwerden (z. B. Diarrhö, Stomatitis) und Paronychie. Auch Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse traten im Vergleich zu Placebo häufiger auf.

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Quelle: IQWiG A24-72: Osimertinib (NSCLC, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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