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Konditionierung vor Stammzelltransplantation (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Konditionierung dient der Immunsuppression, der antileukämischen Wirksamkeit und der Myeloablation.
  • Man unterscheidet myeloablative, nicht-myeloablative und intensitätsreduzierte Regime.
  • Die Wahl der Intensität hängt von Komorbiditäten, Alter, Remissionsstatus und dem Rezidivrisiko ab.
  • Bei myeloablativer Konditionierung sind Ganzkörperbestrahlung (TBI) + Cyclophosphamid sowie Busulfan + Cyclophosphamid die Standardregime.
  • Das chronologische Alter ist für die Toxizität weniger entscheidend als das biologische Alter und Begleiterkrankungen.
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Hintergrund

Unter Konditionierung versteht man die der eigentlichen allogenen Stammzelltransplantation vorgeschaltete Behandlung, meist in Form von Chemotherapie oder Ganzkörperbestrahlung (TBI). Klassischerweise verfolgt sie drei Hauptziele:

  • Induktion einer Immunsuppression beim Empfänger (Sicherung des Engraftments, Verhinderung eines primären Graft failures)
  • Anti-leukämische Wirksamkeit (Elimination maligner Zellen)
  • Induktion einer Myeloablation ("Platz" schaffen für Spenderstammzellen)

Kernaussage: Eine Myeloablation ist nicht zwingend für ein erfolgreiches Engraftment erforderlich. Der wesentliche antileukämische Effekt wird durch Spender-T-Zellen induziert (Graft-versus-Leukemia-Effekt).

Intensität der Konditionierung

Die Regime werden nach ihrer Intensität in drei Hauptgruppen unterteilt:

KlassifikationDefinition
Myeloablativ (MA)Irreversible Zerstörung des Knochenmarks. Meist alkylierende Substanzen +/- TBI.
Nicht-myeloablativ (NMA)Minimale Hämatotoxizität. Autologe Rekonstitution möglich, erfordert primär keinen Stammzellsupport.
Intensitätsreduziert (RIC)Weder MA noch NMA. Dosisreduktion um mind. 30%. Erfordert Stammzellsupport wegen prolongierter Panzytopenie.

Hinweis: Neuere myeloablative Regime mit geringerer Toxizität (z.B. Busulfan i.v. oder Treosulfan-basiert) werden zunehmend als "toxizitätsreduzierte Konditionierung" bezeichnet.

Wahl der Konditionierungsintensität

Es gibt keine generelle Empfehlung für alle Patienten. Die Intensität muss individuell unter Abwägung von therapiebedingter Mortalität und Rezidivrisiko angepasst werden. Das chronologische Alter ist dabei weniger entscheidend als das biologische Alter und Komorbiditäten.

Klinischer FaktorEmpfohlene Intensitätsanpassung
Mittlerer/hoher KomorbiditätsindexIntensität reduzieren (↓)
Zunehmendes AlterIntensität reduzieren (↓)
Aktive ErkrankungIntensität erhöhen (↑)
Geringer GvL-EffektIntensität erhöhen (↑)
Höheres RezidivrisikoIntensität erhöhen (↑)

Therapieregime und Substanzen

Die Wahl des Regimes sollte idealerweise im Rahmen prospektiver Studien erfolgen.

Myeloablative und Nicht-myeloablative Regime im Vergleich

IntensitätTypische Regime und Dosierungen
MyeloablativTBI ≥ 5 Gy Einzeldosis oder ≥ 8 Gy fraktioniert; Busulfan > 8 mg/kg p.o. oder i.v. Äquivalent
Nicht-myeloablativTBI ≤ 2 Gy ± Purinanalogon; Fludarabin + Cyclophosphamid ± ATG; Fludarabin + Cytarabin + Idarubicin; Cladribin + Cytarabin; Totale Lymphoidbestrahlung + ATG

Spezifische Empfehlungen zur myeloablativen Konditionierung

  • Standardregime: Ganzkörperbestrahlung (TBI) + Cyclophosphamid ODER Busulfan + Cyclophosphamid.
  • Ganzkörperbestrahlung (TBI): Sollte aufgrund der Toxizität fraktioniert und auf maximal 12 Gy beschränkt werden.
  • Busulfan: Sollte als intravenöse Applikation verabreicht werden (unterschiedliche Resorption bei p.o.-Gabe), besonders wenn kein "targeted dosing" möglich ist.
  • Cyclophosphamid-Ersatz: Ein genereller Ersatz durch das weniger toxische Fludarabin kann derzeit nicht empfohlen werden (uneinheitliche Studienlage).
  • Entitätsspezifische Präferenzen: Bei AML zeigt Busulfan i.v. gegenüber TBI-haltiger Konditionierung keinen Unterschied oder ein verbessertes Überleben. Bei ALL wird eine TBI-haltige Konditionierung empfohlen.

Reduzierte vs. myeloablative Konditionierung

Reduzierte Konditionierungen zeigen eine niedrigere Non-Relapse-Mortality, aber eine höhere Rezidivhäufigkeit. Die mittelfristigen Überlebensraten unterscheiden sich meist nicht wesentlich von der myeloablativen Konditionierung. Bei AML zeigte eine neuere randomisierte Studie jedoch einen signifikanten Überlebensvorteil für die Standardkonditionierung.

💡Praxis-Tipp

Verabreichen Sie Busulfan bevorzugt intravenös, da die orale Resorption stark schwankt, insbesondere wenn keine Spiegelmessung (Targeted Dosing) möglich ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Induktion einer Immunsuppression zur Sicherung des Engraftments, die antileukämische Wirksamkeit und die Myeloablation zur Schaffung von Platz für die Spenderstammzellen.
Nein, Erkenntnisse zeigen, dass eine Myeloablation nicht zwingend erforderlich ist. Der wesentliche antileukämische Effekt wird durch Spender-T-Zellen (Graft-versus-Leukemia-Effekt) induziert.
Die Standardregime sind Ganzkörperbestrahlung (TBI) plus Cyclophosphamid sowie Busulfan plus Cyclophosphamid.
Aufgrund der Toxizität sollte die TBI fraktioniert und auf maximal 12 Gy beschränkt werden.
Ein mittlerer oder hoher Komorbiditätsindex sowie zunehmendes Alter sprechen für eine Reduktion der Intensität.

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