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Spenderauswahl Stammzelltransplantation (Onkopedia)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Onkopedia Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der Goldstandard für unverwandte Spender ist die hochauflösende 10/10-HLA-Kompatibilität (HLA-A, -B, -C, -DRB1, -DQB1).
  • Bei der Familienspendersuche werden bevorzugt Geschwister untersucht (Testung von HLA-A, -B, -DRB1).
  • Ein jüngerer Fremdspender kann einem deutlich älteren Geschwisterspender überlegen sein.
  • Bei HLA-Differenzen muss zwingend ein Crossmatch zum Nachweis donorspezifischer Antikörper (DSA) erfolgen.
  • CMV-Status, Spenderalter und Geschlechtskonstellation sind entscheidende sekundäre Auswahlkriterien.
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Hintergrund

Die allogene Stammzelltransplantation besitzt für viele schwere hämatologische Erkrankungen ein hohes kuratives Potenzial. Ein kritisches Element für den Erfolg der Therapie ist die Auswahl eines geeigneten Spenders. Grundsätzlich wird zwischen der Suche nach Familienspendern und nicht verwandten Spendern (Fremdspendern) unterschieden.

HLA-Typisierung und Diagnostik

Alle HLA-Testungen müssen in einem EFI- oder ASHI-akkreditierten Labor durchgeführt werden. Zur Vermeidung von Probenverwechslungen ist zwingend eine Bestätigungstypisierung an neu gewonnenen Blutproben von Patient und Spender erforderlich.

AuflösungDefinitionBeispiel
Niedrige AuflösungEindeutige Angabe des 1. Feldes der HLA-Allel-BezeichnungHLA-A*24
Hohe AuflösungMindestens die ersten beiden Felder der HLA-Allel-BezeichnungHLA-A*24:02

Bei Wahl eines Spenders mit HLA-Differenzen muss ein Crossmatch zum Nachweis donorspezifischer Antikörper (DSA) erfolgen. Bei positivem Crossmatch und fehlenden Alternativen kann zur Vermeidung einer primären Abstoßung (off-label) die Gabe von Rituximab, Bortezomib, eine Plasmapherese oder Immunadsorption erwogen werden.

Algorithmus zur Spendersuche

Die Suche beginnt primär in der Familie. Bei hoher Dringlichkeit oder ungeklärtem Gesundheitszustand der Familie kann die Fremdpendersuche parallel eingeleitet werden.

  • Familienspender: Bevorzugt Geschwister. Testung der Genorte HLA-A, -B und -DRB1 in niedriger Auflösung.
  • Intermediäres Risiko: Ist kein Familienspender verfügbar, wird ein 10/10 HLA-identischer Fremdspender empfohlen.
  • Hochrisiko: Ohne 10/10 Fremdspender sollte eine Abwägung zwischen haploidentischer verwandter oder 9/10 HLA-kompatibler unverwandter Transplantation erfolgen.

Auswahlkriterien für unverwandte Spender

Der Goldstandard ist die hochauflösende Typisierung für HLA-A, -B, -C, -DRB1 und -DQB1 (10/10-Kompatibilität). Stehen mehrere Spender zur Verfügung oder sind Abstriche nötig, gelten folgende Kriterien:

KriteriumEmpfehlungBemerkung
HLA-MismatchesAllel-Mismatch bevorzugenEin Allel-Mismatch ist einem Antigen-Mismatch vorzuziehen.
HLA-DPB1Permissive DifferenzenBei mehreren 10/10 oder 9/10 Spendern jene mit permissiven DPB1-Differenzen wählen.
AlterJüngere Spender bevorzugenEin junger Fremdspender kann besser sein als ein deutlich älterer Geschwisterspender.
GeschlechtMännlich für männlichWeibliche Spender (besonders nach Schwangerschaften) erhöhen bei Männern das GvHD-Risiko.
CMV-StatusStatus-identischCMV-negativ zu negativ; CMV-positiv zu positiv.

Alternative Stammzellquellen

  • Haploidentische Spender: Einsatz bei Fehlen eines HLA-identischen Familien- oder Fremdspenders. Voraussetzung ist ein negatives Crossmatch.
  • Nabelschnurblut: Beurteilung nach niedriger Auflösung (HLA-A, -B) und hoher Auflösung (HLA-DRB1). Priorisierung nach n/6-Kompatibilität und Zellzahl (TNC oder CD34+).

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei HLA-Differenzen immer einen Antikörpersuchtest (DSA) durch. Bestätigen Sie zudem die HLA-Ergebnisse von Patient und Spender zwingend an neu gewonnenen Blutproben, um fatale Verwechslungen auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Ein in 10 von 10 Allelen hochauflösend gematchter Spender (Übereinstimmung in HLA-A, -B, -C, -DRB1 und -DQB1).
Ja, jüngere Spender sind prinzipiell zu bevorzugen. Ein junger Fremdspender kann eine bessere Alternative als ein deutlich älterer Geschwisterspender sein.
Weibliche Spender für männliche Patienten erhöhen das GvHD-Risiko. Es sollten bevorzugt männliche Spender oder weibliche Spenderinnen ohne stattgehabte Schwangerschaften ausgewählt werden.
Es sollte möglichst status-identisch transplantiert werden: CMV-negativ zu CMV-negativ und CMV-positiv zu CMV-positiv.
Wenn keine alternativen Spender vorliegen, kann off-label die Gabe von Rituximab, Bortezomib oder die Durchführung einer Plasmapherese bzw. Immunadsorption vor der Transplantation erwogen werden.

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