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Ösophaguskarzinom: Diagnostik, Staging und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Leitlinienprogramm Onkologie (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Ösophaguskarzinom ist eine maligne Tumorerkrankung der Speiseröhre, bei der histologisch hauptsächlich zwischen dem Plattenepithelkarzinom und dem Adenokarzinom unterschieden wird. Die Erkrankung weist eine steigende Inzidenz auf und ist aufgrund der frühen lymphatischen und vaskulären Metastasierung oft mit einer ungünstigen Prognose verbunden.

Als wesentliche Risikofaktoren für das Plattenepithelkarzinom nennt die Leitlinie den Konsum von Tabak und Alkohol. Für das Adenokarzinom gelten insbesondere Übergewicht, die gastroösophageale Refluxkrankheit sowie der Barrett-Ösophagus als prädisponierend.

Die Diagnostik und Therapie erfordern ein hohes Maß an Interdisziplinarität. Die enge anatomische Nachbarschaft der Speiseröhre zum Tracheobronchialsystem stellt besondere technische Anforderungen an chirurgische und strahlentherapeutische Interventionen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die hohe Relevanz der ernährungsmedizinischen Betreuung, da Patienten mit Ösophaguskarzinom ein hohes metabolisches Risiko aufweisen. Es wird empfohlen, bereits präoperativ ein Screening auf Mangelernährung durchzuführen und bei schwerer Mangelernährung eine Ernährungstherapie einzuleiten, selbst wenn die Operation dafür verschoben werden muss. Postoperativ sollte laut Leitlinie innerhalb von 24 Stunden mit einer enteralen Ernährung begonnen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird für das primäre Staging eine hochauflösende Endoskopie, ein endoskopischer Ultraschall (EUS) sowie eine Multidetektor-CT von Hals, Thorax und Abdomen empfohlen. Bei lokal fortgeschrittenen Tumoren kann zusätzlich eine PET/CT-Untersuchung zum Ausschluss von Fernmetastasen eingesetzt werden.

Die Leitlinie gibt an, dass bei oberflächlicher Submukosainfiltration (pT1sm1, <500 μm), gutem Differenzierungsgrad (G1/2) und fehlender Lymph- oder Veneninvasion (L0, V0) eine endoskopische Resektion eine ausreichende Alternative zur Operation darstellen kann. Voraussetzung ist eine komplette R0-Resektion.

Für eine adäquate pN0-Klassifikation fordert die TNM-Klassifikation die Untersuchung von mindestens 7 Lymphknoten. Die Leitliniengruppe empfiehlt jedoch als Expertenkonsens die Entfernung von mindestens 20 Lymphknoten bei der Zweifeld-Lymphadenektomie (thorakal und abdominal).

Gemäß Leitlinie richtet sich die Therapie nach dem HER2- und PD-L1-Status. Bei negativem HER2-Status und einem PD-L1 CPS ≥ 5 wird eine platin- und fluoropyrimidinbasierte Chemotherapie in Kombination mit Nivolumab empfohlen.

Die Leitlinie rät von einer adjuvanten Radiotherapie oder Radiochemotherapie nach R0-Resektion eines Plattenepithelkarzinoms ab. Eine Ausnahme bildet die adjuvante Immuntherapie mit Nivolumab, die empfohlen wird, wenn nach neoadjuvanter Radiochemotherapie noch ein Resttumor (≥ ypT1 oder ≥ ypN1) im Resektat nachweisbar ist.

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Quelle: S3-Leitlinie Ösophaguskarzinom v4.0 (2024) (Leitlinienprogramm Onkologie, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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