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S3-Leitlinie Magenkarzinom 2025: Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Leitlinienprogramm Onkologie (DKG/AWMF/Deutsche Krebshilfe) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Helicobacter pylori ist der wesentliche Risikofaktor; eine Eradikation senkt die Inzidenz signifikant.
  • Das FLOT-Schema hat sich als perioperatives Chemotherapie-Konzept weiter etabliert.
  • Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren) sind in der palliativen Erstlinientherapie zugelassen, besonders bei MSI- und CPS-positiven Tumoren.
  • Bei HER2+ und PDL-1+ Karzinomen wird palliativ die Kombination aus Trastuzumab und Pembrolizumab favorisiert.
  • Genetische Testung (CDH1/CTNNA1) wird bei familiärer Häufung und Verdacht auf hereditäres diffuses Magenkarzinom (HDGC) empfohlen.
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Hintergrund

Das Magenkarzinom und Adenokarzinome des ösophagogastralen Übergangs (AEG) erfordern eine interdisziplinäre Diagnostik und Therapie. Die S3-Leitlinie (Version 3.1, 2025) bringt wesentliche Neuerungen, insbesondere bei der Immuntherapie, den chirurgischen Standards und der genetischen Testung.

Risikofaktoren und Prävention

Helicobacter pylori ist der Hauptrisikofaktor (Klasse-I-Karzinogen). Eine Eradikation senkt das Risiko signifikant (Starker Konsens). Auch die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) ist wahrscheinlich mit der Entstehung eines AEG assoziiert.

RisikofaktorEinfluss auf das RisikoBemerkung
H. pylori InfektionStark erhöhtHauptrisikofaktor, Eradikation empfohlen
TabakrauchenErhöhtRisiko steigt mit Anzahl der Zigaretten
AlkoholkonsumErhöhtInsbesondere bei >45 g/Tag
ErnährungErhöhtSalzkonservierte Lebensmittel, verarbeitetes Fleisch
ObstverzehrGesenktInverse Assoziation (protektiv)
Übergewicht/AdipositasErhöhtAssoziiert mit BMI-Anstieg
  • In der Prävention werden keine Statine empfohlen.

Diagnostik

  • Zur Histologie werden auch Biopsien aus nicht vom Tumor befallener Schleimhaut empfohlen.
  • Die Laparoskopie ist ein bestätigter, wichtiger diagnostischer Schritt vor der perioperativen Therapie.
  • Sarkopenie gilt als neuer negativer Prognosemarker.

Chirurgische und Multimodale Therapie

TherapiephaseEmpfehlung / NeuerungBemerkung
ChirurgieAngepasste ResektionsränderBei der Gastrektomie (v.a. nach neoadjuvanter Therapie) kann in Einzelfällen vom hohen Sicherheitsabstand abgewichen werden, um den Rest-Magen für eine bessere Lebensqualität zu erhalten.
PerioperativFLOT-SchemaHat sich als perioperatives Konzept weiter etabliert.

Palliative Therapie

In der palliativen Situation sollten die Therapieziele regelmäßig geprüft werden. Es gibt wichtige medikamentöse Neuerungen:

  • Erstlinientherapie: Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ist neu zugelassen und vor allem bei MSI- und CPS-positiven Karzinomen sehr vielversprechend.
  • HER2+ und PDL-1+ Karzinome: Die Kombinationstherapie mit Trastuzumab und Pembrolizumab wird favorisiert.
  • Zweit- und Drittlinie: Weitere gezielte Medikamente wie Trastuzumab-Deruxtecan oder Pembrolizumab sind zugelassen.

Hereditäres diffuses Magenkarzinom (HDGC)

Verwandte ersten Grades von Magenkarzinom-Patienten haben ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko. Eine H. pylori-Eradikation wird hier empfohlen. Bei Verdacht auf HDGC (Mutationen in CDH1 oder CTNNA1) gelten die IGCLC-Kriterien für eine genetische Testung.

KriteriumBeschreibung
Familiär≥ 2 Fälle von Magenkarzinom (mind. 1 diffuses)
Familiär≥ 1 diffuses Magenkarzinom + ≥ 1 lobuläres Mammakarzinom (< 70 Jahre)
IndividuellDiffuses Magenkarzinom < 50 Jahre
IndividuellDiffuses Magenkarzinom + Lippen-/Gaumenspalte (persönlich/familiär)

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei Verwandten ersten Grades von Magenkarzinom-Patienten stets den H. pylori-Status und führen Sie bei Nachweis eine Eradikation durch, da dies das Karzinomrisiko signifikant senkt.

Häufig gestellte Fragen

H. pylori ist der wesentliche Risikofaktor (Klasse-I-Karzinogen). Eine Eradikation senkt die Inzidenz des Magenkarzinoms signifikant.
Eine Testung auf CDH1- oder CTNNA1-Mutationen wird bei Erkrankung vor dem 50. Lebensjahr oder bei familiärer Häufung gemäß den IGCLC-Kriterien empfohlen.
Ja, insbesondere nach neoadjuvanter Therapie kann in Einzelfällen von den alten Standards mit hohem Sicherheitsabstand abgewichen werden, um mit einem Rest-Magen eine bessere Lebensqualität zu erzielen.
Checkpoint-Inhibitoren (z.B. Pembrolizumab) sind in der Erstlinie zugelassen, besonders bei MSI/CPS-positiven Tumoren. Bei HER2+ und PDL-1+ Tumoren wird die Kombination aus Trastuzumab und Pembrolizumab favorisiert.

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