Obstipation im Kindesalter: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die funktionelle (nicht-organische) Obstipation und Stuhlinkontinenz im Kindes- und Jugendalter. Diese gehören mit einer Prävalenz von bis zu 14 Prozent zu den häufigsten chronischen Störungen in dieser Altersgruppe.

Organische Ursachen liegen nach dem Säuglingsalter bei der Obstipation in nur etwa 5 Prozent der Fälle vor, bei der nicht-retentiven Stuhlinkontinenz bei unter 1 Prozent. Die funktionellen Formen überwiegen somit deutlich.

Eine frühzeitige und konsequente Behandlung ist laut Leitlinie essenziell, da ein erhebliches Chronifizierungsrisiko bis in das Erwachsenenalter besteht. Zudem leiden betroffene Kinder häufig unter komorbiden psychischen Störungen oder Harninkontinenz.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die vorschnelle Reduktion von Macrogol bei auftretendem flüssigem Stuhlschmieren. Laut Leitlinie handelt es sich hierbei oft um eine Überlaufinkontinenz, bei der eine Dosisreduktion zu einer erneuten Stuhlakkumulation führt. Es wird empfohlen, in solchen Fällen die Rektumweite sonographisch zu kontrollieren, anstatt das Laxans sofort abzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine langfristige Erhaltungstherapie von mindestens sechs Monaten. Bei Kindern, die noch eine Windel tragen, sollte die Therapie meist so lange fortgeführt werden, bis eine regelmäßige Entleerung auf der Toilette stattfindet.

Nein, eine rektal-digitale Untersuchung soll laut Leitlinie nicht als Routinediagnostik durchgeführt werden. Sie kann lediglich bei spezifischer Indikation, ausreichender Erfahrung des Untersuchers und ausdrücklicher Zustimmung des Kindes erwogen werden.

Diätetische Maßnahmen wie eine erhöhte Ballaststoff- und Flüssigkeitszufuhr sollen nicht zur alleinigen Behandlung eingesetzt werden. Sie werden von der Leitlinie lediglich als unterstützende Maßnahme im Rahmen eines multimodalen Behandlungsprogramms empfohlen.

Eine medikamentöse Therapie mit Laxanzien oder Stuhlweichmachern ist bei der nicht-retentiven Stuhlinkontinenz kontraindiziert. Die Leitlinie empfiehlt stattdessen Psychoedukation, Beratung und ein strukturiertes Toilettentraining.

Bei gleichzeitigem Auftreten mehrerer Störungen wird empfohlen, zuerst die Obstipation beziehungsweise Stuhlinkontinenz zu behandeln. Danach folgt laut Leitlinie die Therapie der Harninkontinenz tagsüber und erst im letzten Schritt die Behandlung der Enuresis nocturna.

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Quelle: Funktionelle (nicht-organische) Obstipation und Stuhlinkontinenz im Kindes- und Jugendalter (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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