Oberarmkopffraktur: Diagnostik, Therapie & Indikation
Hintergrund
Die Oberarmkopffraktur (proximale Humerusfraktur) ist laut AWMF-Leitlinie die dritthäufigste Fraktur bei Personen über 60 Jahren. Sie gilt als typische Indikatorfraktur für eine zugrundeliegende Osteoporose.
Bei jüngeren Menschen entsteht die Verletzung meist durch Hochrasanztraumen oder Sportunfälle. Im höheren Alter reicht oft ein einfacher Sturz auf die Schulter im häuslichen Umfeld als Unfallmechanismus aus.
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer strukturierten Prävention. Bei älteren Patienten wird eine Abklärung sturzfördernder Ursachen sowie eine Diagnostik und Therapie der Osteoporose empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie für die präklinische und notaufnahmediagnostische Phase betrifft Luxationsfrakturen. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, eine glenohumerale Luxation zu reponieren, wenn der Verdacht auf eine Frakturkomponente besteht. Zudem wird betont, bei der klinischen Untersuchung zwingend die Sensibilität im autonomen Versorgungsgebiet des Nervus axillaris zu dokumentieren, da dieser bei proximalen Humerusfrakturen besonders gefährdet ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Computertomographie bei höhergradigen und komplexeren Frakturen. Sie dient als Entscheidungshilfe und wird insbesondere zur Beurteilung der Tubercula, der glenohumeralen Zentrierung sowie bei Verdacht auf eine "Head-Split"-Fraktur eingesetzt.
Es wird eine Röntgenuntersuchung der Schulter und des proximalen Humerus in zwei senkrecht aufeinander stehenden Ebenen gefordert. Laut Leitlinie umfasst dies eine "true a.p."-Aufnahme sowie eine axiale Aufnahme oder eine Y-Aufnahme (Skapula tangential).
Die Implantation einer inversen Prothese wird laut Leitlinie vor allem bei älteren Patienten mit nicht-rekonstruierbaren Frakturen favorisiert. Weitere Indikationen sind eine begleitende Massenruptur der Rotatorenmanschette, schwere Osteoporose oder nicht reponierbare Tubercula.
Die Leitlinie empfiehlt eine kurzfristige Ruhigstellung, beispielsweise in einem Gilchrist- oder Desaultverband, kombiniert mit einer adäquaten Schmerztherapie. Im Anschluss wird eine frühzeitige funktionelle Behandlung mit passiven und aktiven Bewegungsübungen bis zur Schmerzgrenze angeraten.
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Quelle: Oberarmkopffraktur (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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