Oberarmschaftfraktur: Diagnostik und Therapieempfehlung
Hintergrund
Die DGOOC-Leitlinie (S1) behandelt das Management von Oberarmschaftfrakturen bei Erwachsenen. Diese Verletzungen machen etwa drei Prozent aller Frakturen der langen Röhrenknochen aus.
Es zeigt sich eine bimodale Altersverteilung mit Häufungen im 20. bis 30. sowie jenseits des 60. Lebensjahres. Bei älteren Menschen spielt die Osteoporose als strukturelle Ursache eine wesentliche Rolle für das Frakturrisiko.
Zu den typischen Begleitverletzungen zählt die primäre Läsion des Nervus radialis, die in 4 bis 40 Prozent der Fälle auftritt. Seltener sind Verletzungen des Nervus ulnaris oder der Arteria brachialis zu beobachten.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Hinweis der Leitlinie betrifft das Management von Nervenverletzungen. Es wird betont, dass eine primäre Läsion des Nervus radialis keine absolute Operationsindikation darstellt, da eine hohe spontane Erholungsrate besteht. Im Gegensatz dazu gilt ein sekundärer Radialisschaden, der erst nach Repositionsmanövern auftritt, als absolute Indikation zur operativen Revision.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie bestehen absolute Operationsindikationen unter anderem bei offenen Frakturen ab Grad 2, einem drohenden Kompartmentsyndrom sowie bei begleitenden Gefäßschäden. Auch ein sekundärer Nervenschaden nach Manipulation oder ein Serienverletzungen der Extremität machen eine Operation zwingend erforderlich.
Die Leitlinie empfiehlt initial eine kurzfristige Ruhigstellung für zwei bis drei Wochen, beispielsweise im Gilchristverband. Daran schließt sich eine funktionelle Weiterbehandlung mit einem Brace für acht bis zehn Wochen unter physiotherapeutischer Anleitung an.
Nein, die Leitlinie stellt klar, dass eine primäre Radialisläsion keine absolute Operationsindikation ist. Es wird auf die hohe spontane Erholungsrate des Nerven bei primärer Schädigung verwiesen.
Es wird standardmäßig eine konventionelle Röntgenuntersuchung des Oberarmschaftes in zwei Ebenen empfohlen. Dabei müssen die angrenzenden Gelenke (Schulter und Ellenbogen) zwingend mit abgebildet werden.
Eine Computertomographie wird gemäß Leitlinie nur bei speziellen Fragestellungen empfohlen. Dazu gehören der Verdacht auf Frakturausläufer in den Oberarmkopf oder die suprakondyläre Region sowie der Verdacht auf Gefäßläsionen.
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Quelle: DGOOC: Oberarmschaftfraktur (DGOOC, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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