Nosokomiale Meningitis: Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IDSA (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IDSA-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung der nosokomialen (gesundheitsversorgungsassoziierten) Ventrikulitis und Meningitis. Diese Infektionen treten häufig nach invasiven Eingriffen, Schädel-Hirn-Traumata oder bei liegenden Liquordrainagen und Shunts auf.

Im Gegensatz zur ambulant erworbenen Meningitis wird die nosokomiale Form oft durch ein anderes Erregerspektrum verursacht. Hierzu zählen insbesondere Staphylokokken und resistente gramnegative Stäbchenbakterien.

Die Diagnosestellung gestaltet sich oft schwierig, da typische klinische Symptome fehlen können und Liquorveränderungen durch vorangegangene Operationen oder Blutungen überlagert werden. Die Leitlinie bietet daher strukturierte Ansätze für das klinische Management.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliger Zellgehalt sowie normale Glukose- und Proteinwerte im Liquor schließen eine nosokomiale Meningitis nicht zuverlässig aus. Die Leitlinie betont, dass insbesondere bei liegenden Fremdmaterialien die Liquorkultur der wichtigste diagnostische Baustein ist und bei Verdacht auf langsam wachsende Erreger wie Propionibacterium acnes für mindestens 10 Tage bebrütet werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei Infektionen durch koagulase-negative Staphylokokken oder P. acnes ohne wesentliche Liquorpleozytose eine Therapiedauer von 10 Tagen. Bei S. aureus oder gramnegativen Stäbchen wird eine Behandlung von 10 bis 14 Tagen empfohlen, wobei einige Experten bei gramnegativen Erregern 21 Tage vorschlagen.

Bei Infektionen durch S. aureus oder gramnegative Stäbchen wird eine Reimplantation 10 Tage nach der ersten negativen Liquorkultur empfohlen. Eine antibiotikafreie Beobachtungsphase vor der Reimplantation wird laut Leitlinie nicht routinemäßig empfohlen.

Es wird eine Kombination aus Vancomycin und einem antipseudomonalen Beta-Laktam (wie Cefepim, Ceftazidim oder Meropenem) empfohlen. Bei einer Penicillin-Allergie kann auf Aztreonam oder Ciprofloxacin ausgewichen werden.

Nein, die Leitlinie rät von einem prophylaktischen Wechsel externer Ventrikeldrainagen in festen Intervallen ab. Eine Drainage sollte so lange belassen werden, wie sie klinisch indiziert ist, sofern keine Infektion oder Fehlfunktion auftritt.

Ein erhöhter Procalcitonin-Wert im Serum kann laut Leitlinie hilfreich sein, um Liquorveränderungen durch eine bakterielle Infektion von sterilen postoperativen Reizungen oder Blutungen zu unterscheiden. Auch die Bestimmung von Procalcitonin und Laktat direkt im Liquor kann diagnostisch nützlich sein.

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Quelle: IDSA: Healthcare-Associated Ventriculitis and Meningitis (IDSA, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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