Nierenzellkarzinom: Lenvatinib & Pembrolizumab Therapie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-160 bewertet den Zusatznutzen von Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinientherapie bei erwachsenen Personen mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.
Die Bewertung unterscheidet zwei Patientengruppen basierend auf dem Risikoprofil nach dem IMDC-Score. Gruppe 1 umfasst ein günstiges Risikoprofil, während Gruppe 2 ein intermediäres oder ungünstiges Risikoprofil aufweist.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unter anderem Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib fest. Der pharmazeutische Unternehmer reichte für die Bewertung einen indirekten Vergleich über den Brückenkomparator Sunitinib ein.
Empfehlungen
Die Nutzenbewertung kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen für die Kombinationstherapie nicht belegt ist.
Bewertung der Evidenz
Laut Bericht legte der Hersteller keine direkten Vergleichsstudien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor. Der eingereichte indirekte Vergleich basierte auf den Studien CLEAR und KEYNOTE 426.
Die Ähnlichkeit der relevanten Teilpopulationen konnte laut Bewertung nicht mit ausreichender Sicherheit belegt werden. Es fehlten spezifische Daten zu Patientencharakteristika und Vortherapien für die jeweiligen Risikogruppen.
Ergebnisse nach Risikoprofil
Für beide Fragestellungen liegen laut IQWiG keine geeigneten Daten zur Bewertung des Zusatznutzens vor:
-
Günstiges Risikoprofil (IMDC-Score 0): Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
-
Intermediäres oder ungünstiges Risikoprofil (IMDC-Score ≥ 1): Ein Zusatznutzen ist ebenfalls nicht belegt.
-
Der vom Hersteller abgeleitete beträchtliche Zusatznutzen auf Basis des progressionsfreien Überlebens wurde vom Institut nicht anerkannt.
Dosierung
Gemäß den im Bericht zitierten Fachinformationen wird folgendes Dosierungsschema für die Kombinationstherapie angewendet:
| Wirkstoff | Dosis | Applikationsweg | Frequenz |
|---|---|---|---|
| Lenvatinib | 20 mg (zwei 10 mg Kapseln) | oral | 1-mal täglich |
| Pembrolizumab | 200 mg | intravenös (30 Min.) | alle 3 Wochen |
| Pembrolizumab (alternativ) | 400 mg | intravenös (30 Min.) | alle 6 Wochen |
Die Behandlung wird fortgesetzt, bis eine Krankheitsprogression oder eine inakzeptable Toxizität auftritt. Bei Pembrolizumab ist zudem die festgelegte maximale Behandlungsdauer zu beachten.
Kontraindikationen
Der Bericht verweist auf die Notwendigkeit eines Dosis- und Toxizitäts-Managementplans. Bei schweren oder nicht tolerierbaren Nebenwirkungen (z. B. Grad 3) wird eine Unterbrechung der Lenvatinib-Therapie empfohlen, bis sich die Symptomatik auf Grad 0 bis 1 bessert.
Gastrointestinale Toxizitäten wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö müssen aktiv medizinisch behandelt werden. Dies wird empfohlen, um das Risiko für Nierenfunktionsstörungen oder ein Nierenversagen zu reduzieren.
Bei lebensbedrohlichen Reaktionen (Grad 4) müssen laut Dokument alle Behandlungen abgesetzt werden. Ausgenommen davon sind Laborwertabweichungen, die als nicht lebensbedrohlich eingestuft werden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verabreichung von Lenvatinib als Suspension ist darauf zu achten, dass die Kapseln nicht geöffnet, gebrochen oder zerkleinert werden dürfen. Laut Bericht müssen die intakten Kapseln für mindestens 10 Minuten in Wasser oder Apfelsaft belassen und anschließend für 3 Minuten gerührt werden, bis sich die Hülle auflöst. Dieses Vorgehen wird empfohlen, um einen wiederholten direkten Kontakt mit dem Kapselinhalt durch das medizinische Personal zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für diese Kombinationstherapie in der Erstlinie nicht belegt. Dies gilt sowohl für Patienten mit günstigem als auch mit intermediärem oder ungünstigem Risikoprofil.
Der Hersteller reichte einen indirekten Vergleich der Studien CLEAR und KEYNOTE 426 ein. Das Institut bewertete diesen Vergleich als nicht verwertbar, da die Ähnlichkeit der relevanten Teilpopulationen aufgrund fehlender Daten nicht beurteilt werden konnte.
Die empfohlene Dosis beträgt 20 mg Lenvatinib oral einmal täglich. Die Einnahme erfolgt kontinuierlich bis zum Progress oder dem Auftreten inakzeptabler Toxizitäten.
Der Bericht betont, dass Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö aktiv medizinisch behandelt werden müssen. Dies wird dringend empfohlen, um sekundäre Komplikationen wie ein Nierenversagen zu verhindern.
Ja, bei Nebenwirkungen kann die Therapie unterbrochen und anschließend mit einer reduzierten Dosis fortgesetzt werden. Für Pembrolizumab sind hingegen keine Dosisreduktionen vorgesehen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-160: Lenvatinib (Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A21-163: Pembrolizumab (Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-49: Cabozantinib (Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-99: Pembrolizumab (Kombination mit Axitinib, Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-59: Nivolumab (Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-122: Lenvatinib (Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen