Pembrolizumab bei Nierenzellkarzinom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung von Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib beauftragt. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene, nicht vorbehandelte Personen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem klarzelligem Nierenzellkarzinom.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde für alle Risikogruppen Sunitinib herangezogen. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die offene, randomisierte Zulassungsstudie KEYNOTE 426.
Die Analyse unterscheidet zwischen zwei Patientengruppen basierend auf dem IMDC-Risikoprofil. Es wird zwischen einem günstigen bis intermediären und einem ungünstigen Risikoprofil differenziert.
Empfehlungen
Die IQWiG-Nutzenbewertung A19-99 liefert folgende zentrale Ergebnisse zum Zusatznutzen der Kombinationstherapie:
Günstiges oder intermediäres Risikoprofil
Für die Gruppe mit 0 bis 2 Risikofaktoren nach den IMDC-Kriterien zeigt die Bewertung ein gemischtes Bild aus positiven und negativen Effekten. Insgesamt wird ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.
Die Bewertung stützt sich auf folgende Detailergebnisse:
-
Es zeigt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen beim Gesamtüberleben.
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Dem gegenüber stehen Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch vermehrte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und Therapieabbrüche.
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Spezifische Nebenwirkungen wie Leber- und Gallenerkrankungen traten unter der Kombinationstherapie häufiger auf.
Ungünstiges Risikoprofil
Für die Gruppe mit 3 oder mehr IMDC-Risikofaktoren zeigt sich ein rein positives Bild. Auch hier konstatiert der Bericht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.
Die Ergebnisse für diese Subgruppe umfassen:
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Einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen bezüglich des Gesamtüberlebens.
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Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden bei bestimmten schweren unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu Sunitinib.
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Es wurden keine negativen Effekte identifiziert, die den Zusatznutzen einschränken würden.
Studienmethodik und Verzerrungspotenzial
Die zugrundeliegende Studie KEYNOTE 426 wird hinsichtlich des Gesamtüberlebens mit einem niedrigen Verzerrungspotenzial bewertet. Für andere Endpunkte, insbesondere Nebenwirkungen und Lebensqualität, wird das Verzerrungspotenzial aufgrund des offenen Studiendesigns als hoch eingestuft.
Zusammenfassung des Zusatznutzens
Laut Bericht ergibt sich im Vergleich zu Sunitinib folgende Bewertung:
| Patientengruppe (IMDC-Score) | Zusatznutzen | Maßgebliche Endpunkte |
|---|---|---|
| Günstig / Intermediär (0-2 Faktoren) | Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen | Gesamtüberleben (positiv), SUEs (negativ) |
| Ungünstig (≥ 3 Faktoren) | Hinweis auf beträchtlichen Zusatznutzen | Gesamtüberleben (positiv), SUEs (positiv/neutral) |
💡Praxis-Tipp
Die Bewertung zeigt, dass die Kombination aus Pembrolizumab und Axitinib bei Personen mit günstigem oder intermediärem Risikoprofil mit einer erhöhten Rate an Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen einhergeht. Der Bericht weist insbesondere auf ein vermehrtes Auftreten von Leber- und Gallenerkrankungen sowie Nieren- und Harnwegserkrankungen hin. Ein entsprechendes Bewusstsein für dieses Nebenwirkungsprofil wird in der klinischen Anwendung vorausgesetzt.
Häufig gestellte Fragen
Die IQWiG-Bewertung sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für die Kombination mit Axitinib. Dies gilt sowohl für günstige als auch für ungünstige Risikoprofile im Vergleich zu Sunitinib.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde für alle untersuchten Risikogruppen Sunitinib festgelegt. Die Datenbasis hierfür lieferte die KEYNOTE-426-Studie.
Laut Bericht zeigt sich für beide Risikogruppen ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen in Bezug auf das Gesamtüberleben. Dieser Endpunkt war maßgeblich für die positive Gesamtbewertung.
Bei günstigen und intermediären Risikoprofilen zeigt die Bewertung vermehrte Therapieabbrüche und schwerwiegende unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen unter anderem Leber-, Gallen- und endokrine Erkrankungen.
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Quelle: IQWiG A19-99: Pembrolizumab (Kombination mit Axitinib, Nierenzellkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.