Nierenfunktionsszintigraphie: Indikation & Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Nierenfunktionsszintigraphie ist ein etabliertes nuklearmedizinisches Verfahren zur Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion und zur Beurteilung der Abflussverhältnisse. Die vorliegende AWMF-Leitlinie bietet eine standardisierte Hilfestellung für die tägliche Routine bei der Untersuchung von Kindern und Erwachsenen.

Das Verfahren erfasst zwei wesentliche Parameter: die Fähigkeit der Niere zur Extraktion des Radiopharmakons aus dem Blut (Clearance) sowie dessen Ausscheidung. Letzteres dient primär dem Nachweis oder Ausschluss einer Obstruktion des harnableitenden Systems.

Ein besonderer Fokus der Leitlinie liegt auf der Untersuchung von Neugeborenen und Säuglingen. Aufgrund der noch unreifen Nierenfunktion werden hier spezifische tubulär sezernierte Tracer bevorzugt, um bereits in den ersten Lebenswochen verlässliche klinische Aussagen treffen zu können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor falsch-positiven Befunden einer Obstruktion durch eine unzureichende Vorbereitung. Es wird darauf hingewiesen, dass eine volle Harnblase oder eine Komedikation mit Diclofenac den Abfluss aus dem oberen Harntrakt künstlich verzögern können. Diclofenac sollte idealerweise 24 Stunden vor der Untersuchung pausiert werden, um eine Hemmung der spontanen Ureterkontraktion zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei Säuglingen und Kleinkindern tubulär extrahierte Tracer wie Tc-99m-MAG3. Aufgrund der noch unreifen Nierenfunktion liefern diese Tracer im Gegensatz zu Tc-99m-DTPA eine deutlich bessere Bildqualität und verlässlichere Werte.

Es wird beschrieben, dass eine in der Vergangenheit aufgetretene allergische Reaktion auf Sulfonamid-Antibiotika nicht gegen die Anwendung von Furosemid spricht. Laut Leitlinie wird keine spezifische Kreuzreaktivität angenommen.

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz kann eine höhere Furosemid-Dosis erforderlich sein, um eine adäquate diuretische Antwort zu erreichen. Die Leitlinie nennt als Beispiel eine Verdopplung der Dosis auf 1 mg/kg Körpergewicht bei einer um 50 % verminderten MAG3-Clearance.

Es wird empfohlen, die späten Postmiktionsaufnahmen standardisiert 50 bis 60 Minuten nach der Injektion des Radiopharmakons durchzuführen. Diese Aufnahmen sind essenziell, um den schwerkraftabhängigen Abfluss nach Blasenentleerung und Lagewechsel beurteilen zu können.

Die Berechnung erfolgt idealerweise zwischen der ersten und zweiten Minute nach Tracer-Injektion. Die Leitlinie empfiehlt hierfür die Integralmethode oder die Patlak-Rutland-Methode unter Verwendung einer adäquaten Untergrundkorrektur.

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Quelle: Nierenfunktionsszintigraphie mit und ohne Furosemid-Diurese bei Kindern und Erwachsenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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