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DMSA-Szintigraphie bei Kindern: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die DMSA-Szintigraphie ist der klinische Goldstandard zur Detektion von Nierenparenchymnarben nach Harnwegsinfekten.
  • Aufnahmen sollten 2 bis 4 Stunden nach der Injektion von [99mTc]Tc-DMSA angefertigt werden.
  • Die seitengetrennte Nierenfunktion gilt bei Werten zwischen 45 % und 55 % als normal.
  • Eine Sedierung ist nur in Ausnahmefällen (unter 5 %), meist bei Kindern zwischen 1 und 3 Jahren, erforderlich.
  • Bei einem Funktionsanteil von unter 10 % an der Gesamtfunktion wird meist eine Nierenteilresektion bevorzugt.
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Hintergrund

Die [99mTc]Tc-DMSA-Szintigraphie ist ein etabliertes nuklearmedizinisches Verfahren, das primär in der Pädiatrie zur Beurteilung des Nierenparenchyms und der seitengetrennten Nierenfunktion eingesetzt wird. Während die internationalen Fachgesellschaften aktuell keinen generellen Stellenwert der DMSA-Szintigraphie in der Akutdiagnostik eines fieberhaften Harnwegsinfekts sehen, bleibt sie der klinische Goldstandard in der Detektion von Parenchymnarben.

Indikationen und Kontraindikationen

Die Untersuchung dient vor allem der Beurteilung von Parenchymveränderungen und der Funktionsabschätzung.

KategorieSpezifische Indikationen
Fokale Parenchymveränderungen- Beurteilung des renalen Folgezustandes (≥6-12 Monate nach akuter Entzündung)<br>- Nachweis einer akuten Pyelonephritis<br>- Nachweis der Parenchymfunktion bei strukturellen Anomalien<br>- Nachweis von ektopen Nieren
Abschätzung der Nierenfunktion- Bestätigung funktionstüchtigen Parenchyms bei multizystischen Nieren<br>- Überprüfung vor abdominellen Operationen/Strahlentherapie<br>- Entscheidungsfindung: Rekonstruktion vs. Resektion (<10 % Gesamtfunktion spricht für Resektion)

Als relative Kontraindikation gilt eine bestehende Schwangerschaft.

Vorbereitung und Durchführung

Eine medikamentöse Sedierung ist selten notwendig (bei weniger als 5 % der Kinder) und betrifft meist die Altersgruppe der 1- bis 3-Jährigen. Eine leicht gesteigerte Diurese wird empfohlen.

ParameterEmpfehlung
Radiopharmakon[99mTc]Tc-DMSA (Dimercaptobernsteinsäure)
AktivitätsmengeGewichtsabhängig (EANM Dosage Calculator), Minimum: 18,5 MBq
Untersuchungszeitpunkt2 bis 4 Stunden nach Injektion
AufnahmetechnikPlanare Aufnahmen (SPECT bietet keinen überzeugenden Nachweis einer generell verbesserten Genauigkeit)
AufnahmeparameterMindestens 300.000 Impulse oder ≥5 min pro Bild (128x128-Matrix)
InterventionFurosemid (z.B. 0,5 mg/kg) in Einzelfällen bei störender Aktivitätsretention im Nierenbecken

Auswertung und Befundung

Für die Bestimmung der seitengetrennten Nierenfunktion ist eine Untergrundkorrektur erforderlich. Wenn möglich, sollte eine Tiefenkorrektur (geometrisches Mittel aus dorsalen und ventralen Aufnahmen) erfolgen.

  • Normalwerte: Die seitengetrennte Nierenfunktion liegt regulär zwischen 45 % und 55 %.
  • Normvarianten: Bei kleinen Kindern erscheinen die Nieren oft dreieckig. Eine durch Milzimpression abgeflachte linke Niere oder minderspeichernde Nierenpole (durch hyperaktive Bertini-Säulen) sind als normal zu werten.

Pathologische Veränderungen

Die Differenzierung zwischen akuten und chronischen Läsionen erfolgt anhand spezifischer Kriterien:

BefundSzintigraphisches Korrelat
Akute PyelonephritisUmschriebene Nuklidminderanreicherung (oft keilförmig), äußere Nierenkontur typischerweise erhalten, Nierengröße erhalten oder geschwollen.
ParenchymnarbenUmschriebene Minderanreicherung mit Aussparung/Deformierung der Nierenkontur, oft einhergehend mit Volumenreduktion.

Verlaufskontrollen zur Narbendetektion sollten frühestens 6 Monate, besser jedoch ≥12 Monate nach dem Harnwegsinfekt erfolgen, da sich akute Läsionen häufig spät zurückbilden.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie Verlaufskontrollen zur Narbendetektion frühestens 6 Monate, idealerweise jedoch ≥12 Monate nach einer akuten Pyelonephritis durch, da sich Läsionen der Akutphase oft erst spät vollständig zurückbilden.

Häufig gestellte Fragen

Die Aufnahmen sollten 2 bis 4 Stunden nach der Injektion des Radiopharmakons angefertigt werden.
Die minimale Aktivitätsmenge für [99mTc]Tc-DMSA bei Kindern beträgt 18,5 MBq.
Nein, eine Sedierung ist bei weniger als 5 % der Kinder erforderlich und betrifft meist die schwierige Altersgruppe der 1- bis 3-Jährigen.
Bei einem Funktionsanteil von weniger als 10 % an der Gesamtfunktion wird in der Regel der Resektion des betroffenen Nierenanteils der Vorzug gegeben.
Die Normalwerte für die seitengetrennte Nierenfunktion liegen zwischen 45 % und 55 % Uptake.

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