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Skelettszintigraphie bei Kindern: Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die MRT hat die Skelettszintigraphie bei vielen pädiatrischen Fragestellungen (z.B. akute Osteomyelitis) als primäres Bildgebungsverfahren abgelöst.
  • Bei Osteosarkom und Ewing-Sarkom ist die 3-Phasen-Szintigraphie laut AWMF noch Bestandteil der Ausbreitungsdiagnostik, international wird oft die FDG-PET bevorzugt.
  • Eine gute Hydratation der Kinder ist essenziell, um die Strahlenexposition der Harnblase zu minimieren und den Bildkontrast zu verbessern.
  • Für die SPECT/CT reicht im Kindesalter meist eine Low-Dose-CT (z.B. 70-80 kV) zur Schwächungskorrektur und anatomischen Zuordnung aus.
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Hintergrund

Die Skelettszintigraphie mit 99mTc-markierten Polyphosphonaten bietet eine hohe Sensitivität bei der Früherkennung von Skeletterkrankungen mit pathologisch gesteigertem Knochenmetabolismus. Da das wachsende Skelett von Kindern und Jugendlichen Besonderheiten aufweist, ist die genaue Kenntnis altersentsprechender Normalbefunde zwingend erforderlich.

Zunehmend wird die Szintigraphie in der Pädiatrie jedoch durch die Magnetresonanztomographie (MRT) abgelöst, da diese keine Strahlenexposition verursacht und einen hohen Weichteilkontrast sowie eine hohe Ortsauflösung bietet.

Indikationen und Stellenwert

Der Einsatz der Skelettszintigraphie muss stets individuell gegen Alternativverfahren (MRT, Sonographie, Röntgen, PET) abgewogen werden.

IndikationStellenwert der SzintigraphieBevorzugtes Alternativverfahren
Kondyläre Hyperplasie (Unterkiefer)Notwendige Initialdiagnostik (SPECT/CT)NaF-PET/CT
Osteosarkom / Ewing-SarkomBedingt empfohlen (3-Phasen-Technik zur Ausbreitungsdiagnostik)FDG-PET/CT (international bevorzugt)
KindesmisshandlungErgänzend bei negativem Röntgen und persistierendem VerdachtRöntgen (Standard)
Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)Bestätigung der klinischen Diagnose (3-Phasen-Technik)-
RückenschmerzenWeiterführende Diagnostik (SPECT/CT für Pars-Defekte/Spondylolyse)Röntgen (Initial)
Akute Osteomyelitis / Septische ArthritisKein regulärer Stellenwert mehrSonographie, MRT, Röntgen
Morbus PerthesKein regulärer Stellenwert mehrRöntgen, MRT

Vorbereitung und Durchführung

Eine Sedierung ist für eine technisch gute Untersuchung normalerweise nicht erforderlich. Bei Kleinkindern (2 bis 3 Jahre) sollten die Spätaufnahmen idealerweise in die natürliche Schlafenszeit (z.B. nach dem Mittagessen) gelegt werden.

  • Lokalanästhesie: Die Injektionsstelle sollte frühzeitig (mindestens 60 Minuten vorher) mit Creme oder Pflaster betäubt werden.
  • Hydratation: Kinder sollten nach der Injektion viel trinken. Dies fördert die Diurese, senkt die Strahlenexposition und verbessert den Knochen-Weichteil-Kontrast.
  • Aktivität: Die minimale zu injizierende Aktivität beträgt 40 MBq.

Untersuchungstechnik (Phasen)

Abhängig von der Fragestellung wird die Untersuchung in Ein-, Zwei- oder Drei-Phasen-Technik durchgeführt:

PhaseZeitraumDiagnostische Bedeutung
1. Radionuklidangiographie0-60 s (dynamisch)Arterieller Blutfluss im Untersuchungsareal
2. Blutpool-Phase30-120 s p.i.Regionale Verteilung des Blutvolumens
3. Mineralisationsphase2-4 h p.i.Osteoblastenaktivität

Bei der SPECT/CT sollte im Regelfall eine auxiliäre Low-Dose-CT ausreichend sein. Zur alleinigen Schwächungskorrektur und anatomischen Lokalisation können im Kindesalter bereits 80 kV bei 5-10 mAs genügen.

Medikamenteninteraktionen

Bestimmte Medikamente können die Verteilung des Radiopharmakons beeinflussen und müssen bei der Befundung berücksichtigt werden:

MedikamentSzintigraphischer Effekt
Vitamin D3Verringerte Skelettanreicherung
Denosumab (nach Absetzen)Rebound-Effekt (gesteigerter Knochenmetabolismus)
Erythropoetin / WachstumsfaktorenGesteigerte Anreicherung in den Wirbelkörpern
Eisen / MethotrexatDiffuse hepatische Anreicherung
Nephrotoxische Antibiotika/ChemoGesteigerte renale Anreicherung, verringerte Skelettanreicherung

💡Praxis-Tipp

Fordern Sie die Kinder auf, in der Wartezeit zwischen Injektion und Spätaufnahme (2-4 Stunden) reichlich zu trinken. Die dadurch gesteigerte Diurese macht Blasenkatheter fast immer überflüssig und verbessert die Bildqualität im Beckenbereich erheblich.

Häufig gestellte Fragen

Nein, eine Sedierung ist in der Regel nicht erforderlich. Bei Kleinkindern wird empfohlen, die späten Aufnahmen in die reguläre Mittagsschlafzeit zu legen.
Sie hat keinen regulären Stellenwert mehr. Die Diagnostik der Wahl besteht heute aus Sonographie, MRT und konventionellem Röntgen.
Für die reine Schwächungskorrektur und anatomische Zuordnung reicht eine Low-Dose-CT aus. Oft sind altersadaptiert bereits 70-80 kV bei 5-10 mAs ausreichend.
Die minimale zu injizierende Aktivität des Radiopharmakons (z.B. 99mTc-MDP) beträgt 40 MBq.

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