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NICEA2023Rheumatologie

Rheumatoide Arthritis: Leitlinie zur Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine dringliche Überweisung ist indiziert bei Befall der kleinen Gelenke, mehr als einem betroffenen Gelenk oder einer Symptomdauer von über 3 Monaten.
  • Die Behandlung folgt einer Treat-to-Target-Strategie mit dem Ziel der Remission oder einer niedrigen Krankheitsaktivität.
  • Als Erstlinientherapie wird eine cDMARD-Monotherapie (Methotrexat, Leflunomid oder Sulfasalazin) innerhalb von 3 Monaten nach Symptombeginn empfohlen.
  • Bei aktiver Erkrankung sollen CRP und Krankheitsaktivität (z. B. DAS28) monatlich kontrolliert werden, bis das Therapieziel erreicht ist.
  • Ultraschall wird nicht für das routinemäßige Monitoring der Krankheitsaktivität empfohlen.
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Hintergrund

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine systemische entzündliche Erkrankung, die typischerweise die Synovialgelenke betrifft. Eine frühzeitige Diagnose und eine zielgerichtete Therapie sind entscheidend, um das Fortschreiten von Gelenkschäden zu verlangsamen, die Symptome zu kontrollieren und die Lebensqualität der Patienten zu erhalten.

Überweisung und Diagnostik

Erwachsene mit Verdacht auf eine anhaltende Synovitis unklarer Ursache sollten an einen Spezialisten überwiesen werden. Eine dringliche Überweisung (auch bei normalen Entzündungswerten oder negativem Rheumafaktor/Anti-CCP) ist indiziert bei:

KriteriumBemerkung
GelenkbefallKleine Gelenke der Hände oder Füße sind betroffen
AnzahlMehr als ein Gelenk ist betroffen
DauerVerzögerung von ≥ 3 Monaten zwischen Symptombeginn und Arztbesuch

Diagnostische Maßnahmen:

  • Rheumafaktor (RF): Bei Verdacht auf RA und klinischer Synovitis bestimmen.
  • Anti-CCP-Antikörper: Erwägen, falls der Rheumafaktor negativ ist.
  • Bildgebung: Röntgen der Hände und Füße bei persistierender Synovitis.

Nach der Diagnosestellung sollten zeitnah Anti-CCP-Antikörper (falls noch nicht geschehen), Röntgenbilder (zur Erosionsprüfung) und die funktionelle Einschränkung (z. B. via HAQ) als Baseline erfasst werden.

Treat-to-Target-Strategie

Die Behandlung der aktiven RA folgt einer Treat-to-Target-Strategie:

  • Ziel: Remission oder (falls nicht erreichbar) niedrige Krankheitsaktivität.
  • Bei Patienten mit erhöhtem Risiko für radiologischen Progress (Anti-CCP positiv oder Erosionen im Röntgen) sollte primär die Remission angestrebt werden.
  • Monitoring: Monatliche Messung von CRP und Krankheitsaktivität (z. B. DAS28) in der fachärztlichen Versorgung, bis das Ziel erreicht ist.

Pharmakologische Erstlinientherapie

Die Therapie sollte so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der persistierenden Symptome, gestartet werden.

StufeTherapieBemerkung
1. WahlcDMARD-MonotherapieMethotrexat, Leflunomid oder Sulfasalazin (Dosis nach Verträglichkeit steigern)
AlternativeHydroxychloroquinNur bei milder oder palindromischer Erkrankung
BridgingGlukokortikoideKurzzeitige Überbrückung (oral, i.m. oder intraartikulär) bei Start eines neuen cDMARDs erwägen

Wird das Therapieziel trotz Dosissteigerung nicht erreicht, wird eine Step-up-Strategie mit zusätzlichen cDMARDs in Kombination empfohlen.

Symptomkontrolle

Zur Kontrolle von Schmerzen und Steifigkeit können orale NSAR (inklusive COX-2-Inhibitoren) erwogen werden.

  • Prinzip: Niedrigste effektive Dosis für die kürzestmögliche Zeit.
  • Begleitmedikation: Immer einen Protonenpumpeninhibitor (PPI) anbieten.
  • Risikofaktoren: Regelmäßige Überprüfung auf gastrointestinale, hepatische und kardio-renale Toxizität.

Monitoring und Verlauf

  • Nach Zielerreichung: Einen Kontrolltermin nach 6 Monaten erwägen, um die Aufrechterhaltung des Ziels zu überprüfen.
  • Jährliches Review: Für alle Patienten (auch bei Zielerreichung) zur Erfassung von Krankheitsaktivität, funktioneller Fähigkeit (HAQ), Komorbiditäten (z. B. Hypertonie, Osteoporose, Depression) und Komplikationen.
  • Step-down: Bei Patienten, die das Therapieziel seit mindestens 1 Jahr ohne Glukokortikoide halten, kann eine vorsichtige Dosisreduktion oder das Absetzen von Medikamenten erwogen werden.
  • Ultraschall: Wird nicht für das routinemäßige Monitoring der Krankheitsaktivität empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei aktiver rheumatoider Arthritis konsequent eine Treat-to-Target-Strategie: Kontrollieren Sie CRP und DAS28 monatlich, bis eine Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität erreicht ist.

Häufig gestellte Fragen

Eine dringliche Überweisung ist erforderlich, wenn die kleinen Gelenke der Hände oder Füße betroffen sind, mehr als ein Gelenk betroffen ist oder die Symptome bereits seit 3 Monaten oder länger bestehen.
Empfohlen wird eine cDMARD-Monotherapie mit Methotrexat, Leflunomid oder Sulfasalazin. Hydroxychloroquin kann bei milder oder palindromischer Erkrankung erwogen werden.
Bei aktiver Erkrankung sollten CRP und die Krankheitsaktivität (z. B. mittels DAS28) monatlich kontrolliert werden, bis das Therapieziel erreicht ist.
Nein, die Leitlinie empfiehlt, Ultraschall nicht für das routinemäßige Monitoring der Krankheitsaktivität bei Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis zu verwenden.
Es können orale NSAR in der niedrigsten effektiven Dosis für die kürzestmögliche Zeit eingesetzt werden. Dabei muss immer ein Protonenpumpeninhibitor (PPI) angeboten werden.

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