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NICEA2024Neurologie

Parkinson-Krankheit: Leitlinie zur Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose der Parkinson-Krankheit wird primär klinisch anhand der UK Brain Bank Kriterien gestellt.
  • Levodopa ist die Erstlinientherapie bei motorischen Symptomen, die die Lebensqualität beeinträchtigen.
  • Sogenannte 'Drug Holidays' (Pausieren der Medikation) sind wegen der Gefahr eines neuroleptischen malignen Syndroms strikt kontraindiziert.
  • Unter dopaminerger Therapie, insbesondere mit Dopaminagonisten, besteht ein erhöhtes Risiko für Impulskontrollstörungen.
  • Strukturelle MRT, PET oder Levodopa-Challenge-Tests werden zur routinemäßigen Differenzialdiagnostik nicht empfohlen.
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Hintergrund

Die Parkinson-Krankheit ist eine progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust dopaminerger Zellen in der Substantia nigra verursacht wird. Klassische Symptome umfassen Bradykinese, Rigor, Ruhetremor und posturale Instabilität. Neben motorischen Einschränkungen treten im Verlauf häufig nicht-motorische Symptome wie kognitive Störungen, Demenz, Schmerzen und autonome Dysfunktionen auf.

Diagnostik

Bei Verdacht auf Parkinson sollten Patienten frühzeitig und unbehandelt an einen Spezialisten überwiesen werden. Die Diagnose wird klinisch basierend auf den UK Parkinson's Disease Society Brain Bank Kriterien gestellt. Die Diagnose sollte alle 6 bis 12 Monate reevaluiert werden.

Diagnostisches VerfahrenEmpfehlungIndikation / Bemerkung
123I-FP-CIT SPECTErwägenZur Abgrenzung eines essenziellen Tremors vom Parkinson-Syndrom
Strukturelles MRTNicht empfohlenNur zur Differenzialdiagnostik anderer Parkinson-Syndrome
PET / MR-Volumetrie / MR-SpektroskopieNicht empfohlenNur im Rahmen klinischer Studien
Akuter Levodopa-/Apomorphin-TestNicht empfohlenKeine Rolle in der Differenzialdiagnostik
Objektive GeruchstestsNicht empfohlenNur im Rahmen klinischer Studien

Therapie motorischer Symptome

Antiparkinsonika dürfen niemals abrupt abgesetzt werden (Gefahr der akuten Akinesie oder des neuroleptischen malignen Syndroms). Sogenannte "Drug Holidays" sind kontraindiziert.

Erstlinientherapie

Die Wahl der Erstlinientherapie richtet sich nach der Beeinträchtigung der Lebensqualität:

  • Lebensqualität beeinträchtigt: Levodopa anbieten.
  • Lebensqualität nicht beeinträchtigt: Wahl zwischen Dopaminagonisten, Levodopa oder MAO-B-Hemmern erwägen.
  • Kontraindikation: Ergot-abgeleitete Dopaminagonisten dürfen nicht als Erstlinientherapie eingesetzt werden.
WirkstoffklasseMotorische SymptomeAlltagsaktivitätenMotorische KomplikationenNebenwirkungen
LevodopaStärkere BesserungStärkere BesserungHäufigerSeltener
DopaminagonistenGeringere BesserungGeringere BesserungSeltenerHäufiger
MAO-B-HemmerGeringere BesserungGeringere BesserungSeltenerSeltener

Adjuvante Therapie

Bei Entwicklung von Dyskinesien oder motorischen Fluktuationen (z. B. "Wearing-off") unter optimaler Levodopa-Therapie sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden. Als Zusatztherapie können Dopaminagonisten (bevorzugt Non-Ergot), MAO-B-Hemmer oder COMT-Hemmer eingesetzt werden.

  • Amantadin: Erwägen, wenn Dyskinesien durch Anpassung der bestehenden Therapie nicht kontrollierbar sind.
  • Anticholinergika: Bei Dyskinesien/Fluktuationen nicht anbieten.

Impulskontrollstörungen

Impulskontrollstörungen (z. B. Spielsucht, Hypersexualität, Binge-Eating) können unter jeder dopaminergen Therapie auftreten. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Dopaminagonisten, früherem impulsivem Verhalten sowie Alkohol- oder Nikotinkonsum. Patienten und Angehörige müssen bei Therapiebeginn aufgeklärt werden. Bei Auftreten einer Störung sollte die Dosis des Dopaminagonisten schrittweise reduziert werden.

Management nicht-motorischer Symptome

SymptomTherapieempfehlungBemerkung
TagesschläfrigkeitModafinilFahrverbot beachten; reversible Ursachen ausschließen; nicht bei Schwangerschaft
REM-Schlaf-VerhaltensstörungClonazepam oder MelatoninVorab Medikamenten-Review durchführen
Nächtliche AkinesieLevodopa oder orale DopaminagonistenRotigotin als Alternative bei Ineffektivität
Orthostatische HypotonieMidodrin, alternativ FludrocortisonVorab Überprüfung von Antihypertensiva und Antidepressiva
Psychotische SymptomeQuetiapin, alternativ ClozapinKein Olanzapin verwenden; Dosisreduktion der Parkinson-Medikation prüfen
DemenzCholinesterase-HemmerMemantin nur bei Unverträglichkeit/Kontraindikation
Speichelfluss (Drooling)Glycopyrroniumbromid, Botulinumtoxin AZuerst nicht-pharmakologische Maßnahmen (Logopädie) ausschöpfen

Neuroprotektion

Vitamin E, Co-Enzym Q10, Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer dürfen nicht als neuroprotektive Therapien eingesetzt werden.

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Physiotherapie: Frühzeitig erwägen, spezifisch bei Balance- oder motorischen Problemen (auch Alexander-Technik).
  • Logopädie: Bei Kommunikations-, Schluck- oder Speichelflussproblemen (z. B. Expiratory Muscle Strength Training [EMST]).
  • Ernährung: Bei motorischen Fluktuationen unter Levodopa eine Protein-Umverteilungsdiät (Hauptproteinmenge in der letzten Mahlzeit des Tages) erwägen. Vitamin-D-Substitution wird empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Klären Sie Patienten und Angehörige bei der Verordnung von Dopaminagonisten aktiv über das Risiko von Impulskontrollstörungen auf. Diese werden von den Betroffenen aus Scham oft verheimlicht. Setzen Sie Antiparkinsonika bei stationärer Aufnahme niemals ab.

Häufig gestellte Fragen

Levodopa sollte angeboten werden, wenn die motorischen Symptome die Lebensqualität des Patienten beeinträchtigen.
Die Diagnose wird primär klinisch gestellt. Ein 123I-FP-CIT SPECT kann erwogen werden, wenn ein essenzieller Tremor nicht sicher abgegrenzt werden kann. Strukturelle MRT oder PET werden nicht zur routinemäßigen Diagnostik empfohlen.
Nein. Sogenannte 'Drug Holidays' sind strikt zu vermeiden, da ein abruptes Absetzen zu einer akuten Akinesie oder einem lebensbedrohlichen neuroleptischen malignen Syndrom führen kann.
Nach Ausschluss anderer medizinischer Ursachen und einer Dosisreduktion der Parkinson-Medikation kann Quetiapin oder bei Therapieversagen Clozapin eingesetzt werden. Olanzapin darf nicht verwendet werden.
Es kann eine Protein-Umverteilungsdiät erwogen werden, bei der der Großteil der täglichen Proteine erst mit der letzten Hauptmahlzeit des Tages aufgenommen wird. Die Gesamtproteinmenge sollte jedoch nicht reduziert werden.

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