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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD): NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die AMD wird in frühe und späte Formen (feucht aktiv, feucht inaktiv, trocken, unbestimmt) unterteilt.
  • Bei Verdacht auf eine späte feuchte AMD (aktiv) muss eine dringliche Überweisung an ein Makulazentrum innerhalb eines Werktages erfolgen.
  • Die Therapie der späten feuchten AMD (aktiv) sollte innerhalb von 14 Tagen nach Überweisung mit intravitrealen Anti-VEGF-Injektionen beginnen.
  • Patienten mit früher oder später trockener AMD sollen nicht routinemäßig in Augenkliniken überwacht, sondern zur Selbstüberwachung angeleitet werden.
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Hintergrund

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine schmerzlose Erkrankung, die zu einer allmählichen oder plötzlichen Verschlechterung des zentralen Sehens führt. Sie ist die häufigste Ursache für Sehbehinderungen in der westlichen Welt. Die NICE-Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen zur schnellen Diagnostik und Therapie, um einen irreversiblen Sehverlust zu verhindern.

Risikofaktoren

Folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer AMD:

KategorieRisikofaktoren
Demografie & GenetikHöheres Alter, familiäre Belastung, AMD im Partnerauge
LebensstilRauchen, Bewegungsmangel, BMI ≥ 30 kg/m²
ErnährungFettreiche Diät, Mangel an Omega-3/6, Vitaminen, Carotinoiden und Mineralien
KomorbiditätenArterielle Hypertonie

Klassifikation der AMD

Die Leitlinie empfiehlt eine präzise Einteilung der AMD. Wichtig: Eine späte AMD (feucht inaktiv) darf nicht als "trockene AMD" bezeichnet werden.

KlassifikationDefinition / Kriterien
Normale AugenKeine AMD-Zeichen, nur kleine Drusen (< 63 µm)
Frühe AMDMittlere bis große Drusen (≥ 63 µm), Pigmentveränderungen
Späte AMD (unbestimmt)RPE-Degeneration mit sub-/intraretinaler Flüssigkeit ohne Neovaskularisation
Späte AMD (feucht aktiv)Klassische/okkulte choroidale Neovaskularisation (CNV), RAP, PCV
Späte AMD (trocken)Geografische Atrophie ohne Neovaskularisation, signifikanter Visusverlust
Späte AMD (feucht inaktiv)Fibröse Narbe, Atrophie, zystische Degeneration (ohne Ansprechen auf Therapie)

Diagnostik und Überweisung

Die Diagnostik richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung:

  • Frühe und späte trockene AMD: Die Diagnose wird allein durch eine Spaltlampen-Biomikroskopie des Fundus gestellt. Asymptomatische Patienten mit früher AMD sollen nicht an Augenkliniken überwiesen werden.
  • Späte feuchte AMD (aktiv): Bei Verdacht muss eine dringliche Überweisung an ein Makulazentrum erfolgen (in der Regel innerhalb von 1 Werktag).
  • Bildgebung: Bieten Sie bei Verdacht auf feuchte AMD eine optische Kohärenztomografie (OCT) an. Eine Fluoreszenzangiografie (FFA) ist nur indiziert, wenn die OCT eine Neovaskularisation nicht sicher ausschließen kann.

Pharmakologische Therapie

Für Augen mit bestätigter später AMD (feucht aktiv) sollte die Therapie so schnell wie möglich (innerhalb von 14 Tagen nach Überweisung) beginnen.

TherapieIndikationEmpfehlung
Anti-VEGF intravitrealSpäte AMD (feucht aktiv)Standardtherapie bei Visus zwischen 6/12 und 6/96.
Photodynamische Therapie (PDT)Späte AMD (feucht aktiv)Nicht als Monotherapie oder First-Line-Zusatz zu Anti-VEGF empfohlen.
Intravitreale KortikosteroideSpäte AMD (feucht aktiv)Nicht als Zusatz zu Anti-VEGF empfohlen.
ThermallaserFrühe AMD (Drusen)Nicht zur Behandlung von Drusen empfohlen.

Therapieabbruch: Ein Stopp der Anti-VEGF-Therapie sollte erwogen werden, wenn das Auge trotz Behandlung einen schweren, fortschreitenden Visusverlust erleidet oder in ein inaktives Stadium ohne Aussicht auf funktionelle Besserung übergeht.

Monitoring und Selbstüberwachung

  • Kein routinemäßiges Klinik-Monitoring: Patienten mit früher oder später trockener AMD sollen nicht routinemäßig in Augenkliniken überwacht werden.
  • Selbstüberwachung: Patienten sollen angeleitet werden, ihre Symptome selbst zu überwachen und sich bei Veränderungen (z.B. verschwommene/graue Flecken, verzerrte Linien, verkleinert erscheinende Objekte) sofort zu melden.
  • Monitoring bei feuchter AMD: Patienten mit aktiver feuchter AMD erhalten ein fortlaufendes Monitoring beider Augen mittels OCT.

💡Praxis-Tipp

Überweisen Sie Patienten mit Verdacht auf eine späte feuchte AMD (aktiv) dringend innerhalb eines Werktages an ein Makulazentrum. Bezeichnen Sie eine inaktive feuchte AMD niemals als 'trockene AMD', um Verwechslungen in der Prognose und Therapie zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Sie ist bei der späten feuchten AMD (aktiv) indiziert, typischerweise wenn der bestkorrigierte Visus zwischen 6/12 und 6/96 liegt und keine dauerhaften strukturellen Schäden der zentralen Fovea vorliegen.
Nein, Patienten mit asymptomatischer früher AMD sollten nicht an Augenkliniken überwiesen werden. Sie sollen zur Selbstüberwachung angeleitet werden und routinemäßige Sehtests beim Optiker wahrnehmen.
Die FFA sollte nicht routinemäßig durchgeführt werden, wenn die klinische Untersuchung und das OCT eine Neovaskularisation bereits ausschließen. Sie wird nur angeboten, wenn das OCT eine neovaskuläre Erkrankung nicht sicher ausschließen kann.
Nein, die Leitlinie rät ausdrücklich davon ab, Thermallaser (z.B. Argon, Diode) zur Behandlung von Drusen bei früher AMD einzusetzen.

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