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Glaukom-Leitlinie: Diagnostik & Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Augeninnendruck (IOP) von ≥ 24 mmHg gilt als Schwellenwert für eine Überweisung und Therapie.
  • Die 360°-selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) wird als Erstlinientherapie bei neu diagnostizierter OHT und COAG empfohlen.
  • Generische Prostaglandin-Analoga (PGA) sind die medikamentöse Therapie der ersten Wahl.
  • Bei fortgeschrittenem COAG ist eine Glaukomchirurgie mit pharmakologischer Augmentation (Mitomycin-C) indiziert.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie umfasst die Diagnostik und das Management des chronischen Offenwinkelglaukoms (COAG) sowie der okulären Hypertension (OHT) bei Erwachsenen. Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung und einen irreversiblen Sehverlust zu verhindern.

Diagnostik und Überweisung

Vor einer Überweisung zur weiteren Abklärung müssen verschiedene Basisuntersuchungen durch primäre Augenversorger durchgeführt werden. Eine Überweisung allein aufgrund einer Non-Contact-Tonometrie ist nicht empfohlen.

UntersuchungEmpfohlene Methode
Augeninnendruck (IOP)Goldmann-Applanationstonometrie
GesichtsfeldStandardisierte automatisierte Perimetrie
Sehnerv & FundusStereoskopische Spaltlampen-Biomikroskopie (ggf. mit Mydriasis), OCT
KammerwinkelGonioskopie (alternativ: van-Herick-Test oder OCT)
HornhautZentrale Hornhautdicke (CCT)

Eine Überweisung zur Diagnosestellung ist indiziert bei:

  • IOP ≥ 24 mmHg (Goldmann-Tonometrie)
  • Verdacht auf Sehnervschädigung
  • Gesichtsfelddefekt passend zu einem Glaukom

Therapie der okulären Hypertension (OHT)

Eine Therapie der OHT wird nur empfohlen, wenn ein Risiko für eine Sehverschlechterung zu Lebzeiten besteht.

StufeTherapieBemerkung
1. Wahl360°-SLT (Selektive Lasertrabekuloplastik)Nicht bei Pigmentdispersionssyndrom. Kann bei Wirkverlust wiederholt werden.
1. Wahl (medikamentös)Generische Prostaglandin-Analoga (PGA)Wenn SLT abgelehnt wird, kontraindiziert ist oder als Überbrückung.
2. WahlBeta-BlockerBei Unverträglichkeit von PGA.
3. WahlCarboanhydrasehemmer, Sympathomimetika, MiotikaGgf. als Kombinationstherapie aus verschiedenen Klassen.

Therapie des chronischen Offenwinkelglaukoms (COAG)

Auch beim COAG steht die SLT mittlerweile an erster Stelle der Therapieempfehlungen.

  • Frühes/Moderates COAG: Angebot einer 360°-SLT als Erstlinientherapie. Alternativ generische PGA.
  • Fortgeschrittenes COAG: Angebot einer Glaukomchirurgie mit pharmakologischer Augmentation (Mitomycin-C, MMC). Als Interimstherapie bis zur Operation sollten generische PGA eingesetzt werden.
  • Therapieversagen: Wenn der Zieldruck nicht erreicht wird, sollte zunächst die Adhärenz und Tropftechnik geprüft werden. Danach erfolgt der Wechsel auf eine andere Wirkstoffklasse, eine Kombinationstherapie oder ein operatives Verfahren.

Reevaluation und Kontrollintervalle

Die Kontrollintervalle richten sich nach der exakten Diagnose, der IOP-Kontrolle und dem Progressionsrisiko:

DiagnoseIOP kontrolliert?Empfohlenes Intervall
OHT (keine Konversion)Ja18 - 24 Monate
Verdacht auf COAGJa12 - 18 Monate
COAG (niedriges Risiko, keine Progression)Ja12 - 18 Monate
COAG (hohes Risiko, keine Progression)Ja6 - 12 Monate
COAG (Progression unklar/vorhanden)Nein1 - 2 Monate

Bei jeder Kontrolle muss das Risiko einer Konversion zum COAG bzw. das Risiko eines Sehverlusts neu evaluiert werden.

💡Praxis-Tipp

Lassen Sie sich bei der Erstverordnung von Augentropfen die Tropftechnik des Patienten demonstrieren. Prüfen Sie bei unzureichender Drucksenkung stets zuerst die Adhärenz und die korrekte Anwendung, bevor Sie die Therapie eskalieren.

Häufig gestellte Fragen

Ein Augeninnendruck von ≥ 24 mmHg (gemessen mittels Goldmann-Applanationstonometrie) gilt als Schwellenwert für eine Überweisung und Therapie.
Die 360°-selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) wird als Erstlinientherapie empfohlen, außer bei Vorliegen eines Pigmentdispersionssyndroms.
Nur bei nachgewiesener Allergie gegen Konservierungsmittel oder bei klinisch relevanter, symptomatischer Augenoberflächenerkrankung und gleichzeitig hohem Risiko für eine Konversion zum COAG.
Nein, die Entscheidung zur Überweisung darf nicht ausschließlich auf einer Non-Contact-Tonometrie basieren. Es sollte eine Goldmann-Applanationstonometrie erfolgen.

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