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NICEA2024Gynäkologie

Verstärkte Menstruationsblutung (HMB): NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das primäre Ziel jeder Intervention ist die Verbesserung der Lebensqualität, nicht nur die Reduktion des Blutverlusts.
  • Ein großes Blutbild ist bei allen Patientinnen indiziert; routinemäßige Hormon- oder Ferritinbestimmungen werden nicht empfohlen.
  • Bei Verdacht auf submuköse Myome oder Endometriumpolypen ist die ambulante Hysteroskopie die Untersuchung der ersten Wahl.
  • Das Levonorgestrel-freisetzende Intrauterinsystem (LNG-IUS) gilt als Erstlinientherapie bei HMB ohne strukturelle Pathologie.
  • Ulipristalacetat darf wegen des Risikos schwerer Leberschäden nur unter strenger Indikationsstellung und Leberwertkontrolle eingesetzt werden.
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Hintergrund

Die verstärkte Menstruationsblutung (Heavy Menstrual Bleeding, HMB) hat erhebliche Auswirkungen auf die physische, soziale und emotionale Lebensqualität von Frauen. Die NICE-Leitlinie betont, dass jede Intervention primär auf die Verbesserung der Lebensqualität abzielen sollte und nicht isoliert auf die Reduktion des Blutverlusts.

Diagnostik und Labor

Vor jeder apparativen Untersuchung oder der Einlage eines Levonorgestrel-freisetzenden Intrauterinsystems (LNG-IUS) muss eine körperliche Untersuchung erfolgen. Die Labordiagnostik sollte zielgerichtet durchgeführt werden:

LaborparameterEmpfehlungBemerkung
Großes BlutbildImmer empfohlenBei allen Patientinnen parallel zum Therapiestart
GerinnungsdiagnostikBei IndikationNur bei HMB seit der Menarche und positiver (Familien-)Anamnese
Serum-FerritinNicht routinemäßigKeine generelle Empfehlung
Weibliche HormoneNicht empfohlenKeine generelle Empfehlung
SchilddrüsenhormoneNur bei SymptomenNur bei spezifischen klinischen Zeichen einer Schilddrüsenerkrankung

Apparative Untersuchungen

Die Wahl der bildgebenden oder endoskopischen Diagnostik richtet sich nach der Anamnese und dem klinischen Befund. MRT, Kochsalz-Infusions-Sonographie und alleinige Dilatation/Kürettage werden als Erstliniendiagnostik nicht empfohlen.

Indikation / VerdachtMethode der WahlAlternative / Bemerkung
Submuköse Myome, Polypen, EndometriumpathologieAmbulante HysteroskopieBecken-Ultraschall (falls Hysteroskopie abgelehnt wird)
Größere Myome (palpabel, unklarer Befund)Becken-Ultraschall-
AdenomyoseTransvaginaler UltraschallTransabdominaler Ultraschall oder MRT bei Kontraindikation
  • Endometriumbiopsie: Darf nur gezielt im Rahmen einer diagnostischen Hysteroskopie erfolgen. "Blinde" Biopsien werden nicht empfohlen.
  • Risikogruppen für Biopsie: Frauen mit persistierenden unregelmäßigen Blutungen, Adipositas, PCOS, Tamoxifen-Therapie oder nach erfolgloser HMB-Therapie.

Stufenschema der Therapie

Die Therapieplanung muss Präferenzen, Komorbiditäten und den Kinderwunsch der Patientin berücksichtigen.

Situation1. Wahl2. Wahl / Alternativen
Keine Pathologie, Myome < 3 cm oder AdenomyoseLNG-IUSTranexamsäure, NSAR, kombinierte Kontrazeptiva, zyklische Gestagene
Myome ≥ 3 cmFachärztliche ÜberweisungÜberbrückend: Tranexamsäure / NSAR. Definitiv: LNG-IUS, Embolisation, Myomektomie, Hysterektomie

Spezifische Therapiehinweise

  • Ulipristalacetat: Darf bei prämenopausalen Frauen mit Myomen ≥ 3 cm nur intermittierend eingesetzt werden, wenn chirurgische Optionen oder eine Embolisation ungeeignet sind oder versagt haben. Wegen des Risikos für schwere Leberschäden ist eine strenge Überwachung der Leberfunktion (vorab, monatlich in den ersten 2 Kursen) zwingend erforderlich.
  • Hysterektomie: Erfordert eine ausführliche Aufklärung über Auswirkungen auf Sexualität, Fertilität und Blasenfunktion. Eine Ovarektomie darf nur auf ausdrücklichen Wunsch und nach informierter Zustimmung erfolgen.
  • Dilatation und Kürettage: Darf nicht als therapeutische Option für HMB angeboten werden.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie auf routinemäßige Hormon- und Ferritinbestimmungen bei isolierter HMB. Setzen Sie bei Verdacht auf submuköse Myome primär auf die ambulante Hysteroskopie statt auf den Ultraschall, um eine direkte 'See-and-Treat'-Möglichkeit zu nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Ein großes Blutbild ist bei allen Patientinnen indiziert. Hormonstatus oder Ferritin sollten nicht routinemäßig bestimmt werden.
Nur gezielt im Rahmen einer diagnostischen Hysteroskopie bei Hochrisikopatientinnen (z.B. bei persistierenden unregelmäßigen Blutungen, Adipositas, PCOS oder Tamoxifen-Einnahme). Blinde Biopsien werden nicht empfohlen.
Das Levonorgestrel-freisetzende Intrauterinsystem (LNG-IUS) sollte als erste Therapieoption erwogen werden.
Ja, aber nur intermittierend bei Myomen ≥ 3 cm, wenn chirurgische Optionen oder eine Embolisation nicht in Frage kommen oder versagt haben. Die Leberfunktion muss dabei streng überwacht werden.

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