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Uterusmyome & Gestagene: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Uterusmyome sind gutartige Tumore der Gebärmutter, die bei prämenopausalen Frauen häufig zu starken Menstruationsblutungen führen. Eine medikamentöse Therapie wird oft angestrebt, um die Fertilität der betroffenen Frauen zu erhalten.

Dieser Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit von Gestagenen sowie gestagenfreisetzenden Intrauterinsystemen (LNG-IUS) zur Behandlung myombedingter Beschwerden. Es handelt sich um das erste Update eines ursprünglich 2013 publizierten Reviews.

Die Datengrundlage umfasst vier randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 221 prämenopausalen Frauen. Die Qualität der Evidenz wird aufgrund methodischer Mängel und erheblicher Ungenauigkeiten durchgehend als sehr niedrig eingestuft.

Empfehlungen

Der Review formuliert aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität keine starken klinischen Empfehlungen, fasst aber folgende zentrale Ergebnisse zusammen:

Vergleich von LNG-IUS und oralen Therapien

Es besteht Unsicherheit darüber, ob ein LNG-IUS im Vergleich zu kombinierten oralen Kontrazeptiva (COC) oder Norethisteronacetat (NETA) abnormale uterine Blutungen effektiver reduziert. Auch bezüglich einer stärkeren Erhöhung des Hämoglobinwertes durch das LNG-IUS lassen die Daten keine sicheren Schlüsse zu.

Einfluss auf die Myomgröße

Laut dem Review gibt es unzureichende Evidenz, um zu beurteilen, ob ein LNG-IUS die Größe von Uterusmyomen im Vergleich zu COC verringert. In den Studien zu NETA und Goserelin wurde die Myomgröße nicht gemessen.

Nebenwirkungsprofil

Die Autoren betonen Unterschiede im Nebenwirkungsprofil der untersuchten Präparate (sehr niedrige Evidenzqualität):

  • Schmierblutungen (Spotting) traten unter dem LNG-IUS häufiger auf (64,3 %) als unter NETA (30 %).

  • Vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen waren ausschließlich mit Goserelinacetat assoziiert (55 %).

  • Unter Dienogest und Desogestrel wurden keine Hitzewallungen berichtet.

Übersicht der untersuchten Therapieoptionen

InterventionVergleichstherapieEffekt auf Blutung / Hb-WertBemerkung zu Nebenwirkungen
LNG-IUSCOC (niedrig dosiert)Unsicherer ZusatznutzenKeine Daten erfasst
LNG-IUSNETA (orales Gestagen)Unsicherer ZusatznutzenMehr Schmierblutungen unter LNG-IUS
Orale Gestagene (Dienogest/Desogestrel)GoserelinacetatUnsicherer EffektKeine Hitzewallungen unter Gestagenen
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💡Praxis-Tipp

Bei der Aufklärung prämenopausaler Frauen mit Uterusmyomen sollte kommuniziert werden, dass die Evidenz für Gestagene und LNG-IUS derzeit sehr schwach ist. Es wird darauf hingewiesen, dass unter einem LNG-IUS vermehrt Schmierblutungen auftreten können, während orale Gestagene im Vergleich zu GnRH-Analoga (wie Goserelin) ein geringeres Risiko für Hitzewallungen aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review stuft die aktuelle Evidenzlage als sehr niedrig ein. Es bleibt unsicher, ob orale Gestagene oder ein LNG-IUS abnormale uterine Blutungen signifikant reduzieren.

Laut den ausgewerteten Studien gibt es unzureichende Daten, um diese Frage abschließend zu beantworten. Es konnte nicht nachgewiesen werden, dass ein LNG-IUS die Myomgröße im Vergleich zu oralen Kontrazeptiva verringert.

Die Datenlage zeigt, dass unter einem LNG-IUS häufiger Schmierblutungen auftreten als bei der oralen Einnahme von Norethisteronacetat. Im Gegensatz zu Goserelin verursachen orale Gestagene wie Dienogest jedoch keine Hitzewallungen.

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Quelle: Cochrane Review: Progestogens or progestogen-releasing intrauterine systems for uterine fibroids (other than preoperative medical therapy) (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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