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NICEA2024Gynäkologie

Endometriose: Diagnostik & Therapie (NICE-Leitlinie 2024)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein transvaginaler Ultraschall sollte allen Patientinnen mit Verdacht auf Endometriose als primäre Bildgebung angeboten werden.
  • Ein unauffälliger Ultraschall oder Tastbefund schließt eine Endometriose nicht aus.
  • Die Bestimmung des Tumormarkers CA125 zur Diagnosestellung wird explizit nicht empfohlen.
  • Die Therapieplanung richtet sich nach den Symptomen und Präferenzen der Patientin, nicht nach dem anatomischen Stadium der Erkrankung.
  • Bei alleinigem Kinderwunsch wird von einer hormonellen Therapie abgeraten, da diese die spontane Schwangerschaftsrate nicht verbessert.
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Hintergrund

Endometriose ist eine chronische Erkrankung, die erhebliche physische, sexuelle, psychologische und soziale Auswirkungen haben kann. Die Diagnose wird oft verzögert gestellt. Ein Verdacht auf Endometriose sollte geäußert werden, wenn eines oder mehrere der folgenden Leitsymptome vorliegen:

Symptom / AnzeichenKlinische Beschreibung
Chronischer BeckenschmerzSchmerzen im Beckenbereich, die ≥ 6 Monate anhalten
DysmenorrhoeZyklusabhängige Schmerzen, die den Alltag und die Lebensqualität einschränken
Tiefe DyspareunieSchmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr
Gastrointestinale SymptomeZyklische Beschwerden, insbesondere schmerzhafter Stuhlgang
Urologische SymptomeZyklische Beschwerden, insbesondere Hämaturie oder Schmerzen beim Wasserlassen
InfertilitätIn Kombination mit mindestens einem der obigen Symptome

Zudem sollte nach einer Familienanamnese (Verwandte ersten Grades) gefragt werden, da dies die Wahrscheinlichkeit für eine Endometriose erhöht.

Diagnostik und Überweisung

Die apparative Diagnostik und medikamentöse Initialtherapie können parallel erfolgen.

DiagnostikumEmpfehlungBemerkung
Transvaginaler Ultraschall (TVUS)Primäre BildgebungAllen Patientinnen anbieten, auch bei unauffälliger Untersuchung. Dient der Identifikation von Endometriomen und tiefer Endometriose.
Transabdominaler UltraschallAlternativeFalls TVUS abgelehnt wird oder ungeeignet ist.
Serum-CA125Nicht empfohlenDarf nicht zur Diagnose der Endometriose verwendet werden.
MRT / Spezial-UltraschallErweiterte DiagnostikZur Diagnose und Ausdehnungsbestimmung bei Verdacht auf tiefe Endometriose.
Diagnostische LaparoskopieGoldstandardKann auch bei unauffälliger Bildgebung erwogen werden. Befunde müssen systematisch dokumentiert werden.

Wichtig: Ein unauffälliger Ultraschall oder Tastbefund schließt eine Endometriose nicht aus.

Stufenschema zur Überweisung

ZielstrukturIndikation zur Überweisung
GynäkologieIneffektive Initialtherapie, starke Alltagseinschränkung, persistierende Symptome, Beckenbefunde (ohne Verdacht auf tiefe Endometriose)
EndometriosezentrumEndometrioma, tiefe Endometriose (Darm, Blase, Ureter), extragenitale Endometriose
Kinder- & JugendgynäkologiePatientinnen ≤ 17 Jahre mit Verdacht auf oder bestätigter Endometriose

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Therapie zielt primär auf die Schmerzkontrolle ab.

WirkstoffgruppeEmpfehlungBemerkung
AnalgetikaParacetamol oder NSAR (allein oder in Kombination)Kurzer Therapieversuch (z.B. 3 Monate) als First-Line-Schmerztherapie.
Hormonelle TherapieKombinierte orale Kontrazeptiva oder GestageneReduziert Schmerzen, hat keinen permanenten negativen Effekt auf spätere Fertilität.
GnRH-AntagonistenLinzagolix, RelugolixGemäß spezifischen NICE-Vorgaben nach erfolgloser medikamentöser/chirurgischer Therapie.

Chirurgische Therapie

Die Therapieentscheidung richtet sich nach den Symptomen, Präferenzen und Prioritäten der Patientin (insbesondere bzgl. Schmerz und Fertilität), nicht nach dem Stadium der Erkrankung.

  • Eingriffe sollten standardmäßig laparoskopisch erfolgen.
  • Bei Endometriomen sollte eine Exzision einer Ablation vorgezogen werden, wobei der Kinderwunsch und die Ovarialreserve individuell berücksichtigt werden müssen.
  • Postoperativ kann eine hormonelle Therapie (z.B. kombiniertes orales Kontrazeptivum) erwogen werden, um den Nutzen der Operation zu verlängern und Symptome zu kontrollieren.
  • Bei tiefer Endometriose (Darm, Blase, Ureter) kann eine 3-monatige Vorbehandlung mit GnRH-Agonisten vor der Operation erwogen werden.
  • Falls eine Hysterektomie indiziert ist (z.B. bei Adenomyose), sollten alle sichtbaren Endometrioseherde zeitgleich exzidiert werden.

Management bei Kinderwunsch

Das Management bei Infertilität sollte interdisziplinär mit Reproduktionsmedizinern erfolgen.

MaßnahmeEmpfehlungBegründung
Exzision / Ablation + AdhäsiolyseEmpfohlen bei Endometriose (ohne Darm-/Blasen-/Ureterbeteiligung)Verbessert die spontane Schwangerschaftsrate.
Zystektomie vs. Ablation/DrainageIndividuell abwägen bei EndometriomenZystektomie verbessert Schwangerschaftsrate; Ablation/Drainage schont ggf. die Ovarialreserve besser.
Hormonelle TherapieNicht empfohlen (weder allein noch perioperativ)Verbessert die spontane Schwangerschaftsrate nicht.

💡Praxis-Tipp

Lassen Sie sich von einer unauffälligen Bildgebung nicht in die Irre führen: Ein normaler transvaginaler Ultraschall oder Tastbefund schließt eine Endometriose nicht aus. Überweisen Sie symptomatische Patientinnen bei persistierenden Beschwerden zur weiteren Abklärung.

Häufig gestellte Fragen

Ein transvaginaler Ultraschall (TVUS) sollte allen Patientinnen als primäre Bildgebung angeboten werden, um Endometriome und tiefe Endometriose zu identifizieren.
Nein, die Leitlinie rät explizit davon ab, Serum-CA125 zur Diagnose einer Endometriose zu verwenden.
Nein. Auch bei einem unauffälligen Ultraschall- oder Tastbefund kann eine Endometriose vorliegen. Bei persistierenden Symptomen ist eine weitere Abklärung (z.B. diagnostische Laparoskopie) indiziert.
Nein. Hormonelle Therapien (allein oder in Kombination mit einer Operation) verbessern die spontane Schwangerschaftsrate nicht und werden bei Patientinnen, die versuchen schwanger zu werden, nicht empfohlen.
Eine Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum sollte erfolgen bei Verdacht auf oder Bestätigung von Endometriomen, tiefer Endometriose (Darm, Blase, Ureter) oder Endometriose außerhalb der Beckenhöhle.

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