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NICE

Polytrauma-Versorgung: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die primäre Zielklinik für Polytrauma-Patienten ist in der Regel das Major Trauma Centre (MTC).
  • Trauma Units (TU) dienen nur der Stabilisierung bei lebensrettenden Maßnahmen (z.B. RSI), die prähospital nicht möglich sind.
  • Bei einer Verlegung muss der Patient die Notaufnahme innerhalb von 30 Minuten nach Indikationsstellung verlassen.
  • Ein strukturierter Pre-Alert an die Zielklinik mit definierten Parametern ist obligatorisch.
  • Für Kinder unter 16 Jahren muss ein spezielles pädiatrisches Trauma-Team sofort verfügbar sein.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG40 regelt die strukturellen und organisatorischen Anforderungen an die Versorgung von Polytrauma-Patienten. Ziel ist es, durch standardisierte Abläufe, klare Zuweisungskriterien und definierte Teamstrukturen die Überlebensrate und das Outcome von schwerverletzten Patienten zu verbessern.

Prähospitale Triage und Versorgung

Die prähospitale Phase sollte so kurz wie möglich gehalten werden. Es darf nur so viel Zeit am Unfallort verbracht werden, wie für lebensrettende Sofortmaßnahmen zwingend erforderlich ist.

  • Triage-Tool: Es muss ein prähospitales Triage-Instrument verwendet werden, das physiologische Parameter und anatomische Verletzungen bewertet.
  • Risikogruppen: Das Tool muss spezielle Patientengruppen (Kinder, Ältere, Schwangere, antikoagulierte Patienten) berücksichtigen.
  • Zielklinik: Das Major Trauma Centre (MTC) ist das primäre Ziel. Eine Trauma Unit (TU) darf nur angefahren werden, wenn eine lebensrettende Maßnahme (z.B. Narkoseeinleitung/RSI) erforderlich ist, die das prähospitale Team nicht selbst durchführen kann.

Pre-Alert (Voranmeldung)

Für die Voranmeldung des Patienten muss ein strukturiertes System verwendet werden. Folgende Informationen müssen zwingend übermittelt und dokumentiert werden:

KategorieErforderliche Informationen
PatientendatenAlter, Geschlecht
UnfallhergangZeit des Vorfalls, Unfallmechanismus
Klinischer StatusVermutete Verletzungen, Vitalparameter, Glasgow Coma Scale (GCS)
ManagementBisherige Therapie, geschätzte Ankunftszeit (ETA), spezielle Anforderungen

Schockraum-Management und Teamstruktur

Die Anforderungen an das Schockraum-Team unterscheiden sich je nach Versorgungsstufe der Klinik:

EinrichtungTeam-AntwortBesonderheiten
Trauma Unit (TU)Sofortiges multisziplinäres TeamKein gestuftes System (Tiered Response) zulässig.
Major Trauma Centre (MTC)Gestuftes System möglichZ.B. Standard-Team oder Standard-Team + Spezialisten (z.B. "Code Red" bei Massivblutung).

Wichtig: Für Kinder unter 16 Jahren muss in beiden Einrichtungsarten sofort ein pädiatrisches Trauma-Team verfügbar sein.

Verlegung und Transfer

Wenn ein Patient von einer Notaufnahme in ein MTC verlegt werden muss, gelten strenge zeitliche Vorgaben:

  • Zeitfenster: Patienten, die kritische Interventionen benötigen, müssen die abgebende Notaufnahme innerhalb von 30 Minuten nach der Entscheidung zur Verlegung verlassen.
  • Informationsweitergabe: Bei Verlegung müssen Grund des Transfers, genauer Zielort und Kontaktdaten des initial behandelnden Arztes übergeben werden.

Kritische Interventionen

MaßnahmeZeitfenster / OrtIndikation
RSI (Narkoseeinleitung)< 45 Min. nach Notruf, präferiert am UnfallortAtemweg/Beatmung nicht anders sicherbar
Interventionsradiologie / OPSofort verfügbarAktive Blutung (Haemorrhage Control)

Krankenhausorganisation

Kliniken, die Polytrauma-Patienten versorgen, müssen über einen dedizierten Key Worker (oft eine erfahrene Pflegekraft) verfügen. Dieser fungiert als zentraler Ansprechpartner für Patienten und Angehörige, koordiniert den Behandlungsplan, nimmt an Visiten teil und organisiert die Entlassung sowie Rehabilitation.

💡Praxis-Tipp

Verbringen Sie am Unfallort und in peripheren Trauma Units (TU) nur so viel Zeit wie absolut nötig für lebensrettende Sofortmaßnahmen. Verzögern Sie den Transport in das Major Trauma Centre (MTC) nicht durch nicht-kritische Interventionen.

Häufig gestellte Fragen

Die optimale Zielklinik für die definitive Versorgung ist in der Regel das Major Trauma Centre (MTC).
Nur wenn dringende lebensrettende Maßnahmen (wie z.B. eine RSI) nötig sind, die das prähospitale Team nicht selbst durchführen kann.
Benötigt der Patient kritische Interventionen im MTC, muss er die abgebende Notaufnahme innerhalb von 30 Minuten nach der Entscheidung zur Verlegung verlassen.
Eine RSI sollte so schnell wie möglich, spätestens 45 Minuten nach dem Notruf, und vorzugsweise direkt am Unfallort durchgeführt werden.
Für Kinder unter 16 Jahren muss bei einem Polytrauma sofort ein spezielles pädiatrisches Trauma-Team verfügbar sein.

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