Polytrauma: Erstversorgung, Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie behandelt die schnelle Identifikation und frühe Behandlung von schweren Traumata in der präklinischen und klinischen Phase. Ziel ist es, Mortalität und Morbidität durch eine verbesserte Akutversorgung zu senken.

Jedes Jahr kommt es zu zahlreichen schweren Traumata, die eine strukturierte Erstversorgung erfordern. Die Leitlinie richtet sich an medizinisches Personal im Rettungsdienst, in Notaufnahmen sowie in Trauma-Zentren.

Der Fokus liegt auf dem Atemwegsmanagement, der Behandlung von Thoraxtraumata und Blutungen sowie der Schmerztherapie. Verbrennungen sind von dieser Leitlinie explizit ausgenommen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Erstversorgung:

Atemwegsmanagement

Als definitive Methode zur Sicherung der Atemwege bei Personen, die diese nicht selbst aufrechterhalten können, wird die medikamentengestützte Rapid Sequence Induction (RSI) und Intubation empfohlen.

Präklinisch sollte die RSI laut Leitlinie möglichst innerhalb von 45 Minuten nach dem Notruf am Unfallort erfolgen.

Bei einem Scheitern der RSI wird die Anwendung grundlegender Atemwegsmanöver oder supraglottischer Atemwegshilfen empfohlen, bis ein chirurgischer Atemweg etabliert ist.

Thoraxtrauma

Die Diagnose eines Pneumothorax zur Triage oder Intervention sollte primär klinisch gestellt werden.

Eine Thoraxentlastung bei Verdacht auf Spannungspneumothorax wird nur bei hämodynamischer Instabilität oder schwerer respiratorischer Beeinträchtigung empfohlen.

Hierbei wird die offene Thorakostomie gegenüber der Nadeldekompression bevorzugt, sofern die entsprechende Expertise vorhanden ist.

Blutungskontrolle und Volumentherapie

Zur Kontrolle externer Blutungen werden einfache Verbände mit direktem Druck empfohlen. Bei schweren Extremitätentraumata und lebensbedrohlichen Blutungen, die sich durch Druck nicht stillen lassen, wird die Anlage eines Tourniquets empfohlen.

Bei Verdacht auf eine aktive Blutung aus einer Beckenfraktur nach stumpfem Hochrasanztrauma wird die Anlage einer Beckenschlinge empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt die intravenöse Gabe von Tranexamsäure so früh wie möglich bei aktiver oder vermuteter Blutung. Bei aktiver Blutung wird eine restriktive Volumentherapie empfohlen, bis die Blutung definitiv kontrolliert ist.

Für die Volumensubstitution mit Blutprodukten empfiehlt die Leitlinie folgende Verhältnisse:

PatientengruppeVerhältnis Plasma zu ErythrozytenkonzentratenVolumenbasis
Erwachsene (ab 16 Jahren)1 Einheit : 1 EinheitNicht spezifisch angegeben
Kinder (unter 16 Jahren)1 Teil : 1 TeilBasierend auf dem Körpergewicht

Bildgebung

Bei Verdacht auf multiple Verletzungen nach stumpfem Trauma wird für Erwachsene die Durchführung einer Ganzkörper-CT (Vertex bis Mitte Oberschenkel) empfohlen.

Bei Kindern wird von einer routinemäßigen Ganzkörper-CT abgeraten. Hier sollte die Bildgebung gezielt nach klinischer Einschätzung erfolgen.

Schmerztherapie

Als Analgetikum der ersten Wahl wird intravenöses Morphin empfohlen, dessen Dosis nach Bedarf titriert wird.

Als Mittel der zweiten Wahl kann Ketamin in analgetischer Dosierung in Betracht gezogen werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, intravenöse Tranexamsäure später als 3 Stunden nach dem Trauma zu verabreichen, sofern keine Hyperfibrinolyse nachgewiesen ist.

Es wird davon abgeraten, Plasma zur Reversierung von Vitamin-K-Antagonisten bei Traumapatienten zu verwenden.

Kristalloide Lösungen sollen im klinischen Setting bei Personen mit aktiver Blutung nicht verwendet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei der Volumentherapie von blutenden Personen ein restriktiver Ansatz verfolgt werden sollte, bis die Blutung definitiv kontrolliert ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein unauffälliger FAST-Ultraschall eine intraperitoneale oder retroperitoneale Blutung nicht sicher ausschließt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt die intravenöse Gabe von Tranexamsäure so früh wie möglich bei aktiver oder vermuteter Blutung. Eine Verabreichung nach mehr als 3 Stunden wird nicht empfohlen, außer bei nachgewiesener Hyperfibrinolyse.

Es wird empfohlen, eine Thoraxentlastung nur bei hämodynamischer Instabilität oder schwerer respiratorischer Beeinträchtigung durchzuführen. Dabei wird die offene Thorakostomie gegenüber der Nadeldekompression bevorzugt, sofern die Expertise vorhanden ist.

Als Analgetikum der ersten Wahl wird intravenöses Morphin empfohlen. Als Alternative der zweiten Wahl kann laut Leitlinie Ketamin in analgetischer Dosierung in Betracht gezogen werden.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Ganzkörper-CT bei Kindern ab. Stattdessen wird empfohlen, die CT-Bildgebung nach klinischem Ermessen auf die relevanten Körperregionen zu beschränken.

Es wird empfohlen, im klinischen Setting keine kristalloiden Lösungen bei aktiver Blutung zu verwenden. Stattdessen wird bei Erwachsenen ein Verhältnis von 1 Einheit Plasma zu 1 Einheit Erythrozytenkonzentraten empfohlen.

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Quelle: Major trauma: assessment and initial management (NICE, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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