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End-of-Life-Care: Leitlinie zur Versorgung (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Frühzeitige Identifikation von Patienten am Lebensende mittels validierter Tools (z. B. SPICT oder Gold Standards Framework).
  • Regelmäßige ganzheitliche Bedarfsermittlung (Holistic Needs Assessment) für Patienten und deren Angehörige.
  • Erstellung und ständige physische Verfügbarkeit eines Advance Care Plans (ACP) am Aufenthaltsort des Patienten.
  • Sicherstellung einer 24/7-Erreichbarkeit von medizinischem Fachpersonal und Apotheken für die Symptomkontrolle.
  • Nahtlose, elektronisch gestützte Kommunikation zwischen allen beteiligten Berufsgruppen und Sektoren.
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Hintergrund

Die End-of-Life-Care umfasst die Versorgung und Unterstützung in den letzten Lebenswochen und -monaten (bei einigen Erkrankungen auch Jahren). Ziel ist es, die Lebensqualität zu erhalten und die Vorbereitung auf das Lebensende zu unterstützen. Diese Leitlinie deckt nicht die klinische Versorgung in den letzten Lebensstunden oder -tagen ab.

Zielgruppen sind Erwachsene mit:

  • Fortgeschrittenen, progredienten, unheilbaren Erkrankungen
  • Allgemeiner Gebrechlichkeit (Frailty) und Begleiterkrankungen (erhöhtes Mortalitätsrisiko innerhalb der nächsten 12 Monate)
  • Risiko eines plötzlichen akuten Krisenfalls bei bestehenden Erkrankungen
  • Lebensbedrohlichen akuten Zuständen nach katastrophalen Ereignissen

Identifikation und Bedarfsermittlung

Die frühzeitige Identifikation von Patienten am Lebensende ist essenziell, um rechtzeitig Gespräche über die Versorgungsplanung (Advance Care Planning) zu beginnen.

MaßnahmeEmpfehlungBemerkung
IdentifikationNutzung validierter ToolsZ. B. Gold Standards Framework, Amber Care Bundle, SPICT
Holistic Needs AssessmentInitiale und wiederholte ganzheitliche BedarfsermittlungDokumentation zwingend erforderlich; regelmäßige Wiederholung bei Transitionen
Angehörigen-AssessmentErmittlung des Unterstützungsbedarfs der PflegendenUnterscheidung zwischen den Bedürfnissen junger (< 18 Jahre) und älterer Pflegender

Advance Care Planning (ACP)

Dienstleister müssen Richtlinien entwickeln, um sicherzustellen, dass allen Erwachsenen am Lebensende ein Advance Care Planning angeboten wird.

  • Einbezug: Angehörige und wichtige Bezugspersonen sollen (mit Zustimmung des Patienten) einbezogen werden.
  • Verfügbarkeit: Eine Kopie des Advance Care Plans muss am Aufenthaltsort des Patienten (Zuhause, Pflegeheim, Krankenhaus, Hospiz) verfügbar sein.
  • Vulnerable Gruppen: Spezifische Berücksichtigung von unterversorgten und vulnerablen Gruppen.

Überprüfung der aktuellen Behandlung

Die aktuelle Behandlung muss regelmäßig überprüft werden, um die Belastung durch nicht hilfreiche Therapien zu reduzieren.

BereichFokus der Überprüfung
TherapieoptimierungStart neuer, hilfreicher Behandlungen oder Stopp nicht hilfreicher Therapien
TerminmanagementReduktion unnötiger Routine-Termine; Organisation von Terminen in Wohnortnähe
Community SupportEinbindung lokaler Unterstützungsangebote

Multiprofessionelle Versorgung und Koordination

Patienten am Lebensende benötigen Zugang zu hochqualifizierten Gesundheits- und Sozialberufen. Die Koordination der End-of-Life-Care muss durch die Primärversorgung (Hausarzt/Community-Team) oder durch Spezialisten (Krankenhaus/Hospiz) erfolgen.

Das multiprofessionelle Team muss Kompetenzen in folgenden Bereichen aufweisen:

  • Krankheitsspezifisch: Symptommanagement, Hydratation, Ernährung, Medikamentenzugang
  • Physisch und Psychologisch
  • Sozial: Beratung zu Finanzen, Sozialleistungen und Hilfsorganisationen
  • Alltag: Unterstützung bei Aktivitäten des täglichen Lebens, Zugang zu Hilfsmitteln
  • Spirituell und Kulturell: Pastorale und religiöse Begleitung

Sektorenübergreifende Kommunikation und Transfer

  • Elektronische Systeme: Nutzung gemeinsamer, elektronischer Informationssysteme zur effizienten und sicheren Datenweitergabe zwischen allen beteiligten Teams und Organisationen.
  • Transfer: Etablierung von Systemen für einen reibungslosen und schnellen Transfer (z. B. durch Ambulanzen ohne Verzögerung), damit Patienten an ihrem bevorzugten Ort gepflegt werden und versterben können. Hilfsmittel müssen am Zielort vorab verfügbar sein.

Out-of-Hours-Versorgung (Außerhalb der regulären Arbeitszeiten)

Um Krisen zu vermeiden und eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten, müssen folgende Dienste verfügbar sein:

DienstleistungAnforderung
24/7-VerfügbarkeitEine medizinische Fachkraft, die rund um die Uhr erreichbar ist, Zugriff auf die Patientenakte und den Advance Care Plan hat und fundierte Entscheidungen treffen kann.
BeratungEine telefonische Out-of-Hours-Beratungshotline für End-of-Life-Care.
Apotheken-NotdienstZugang zu einer Apotheke außerhalb der regulären Zeiten, die Medikamente für das Symptommanagement vorrätig hat.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie validierte Instrumente wie das SPICT, um Patienten am Lebensende frühzeitig zu identifizieren. Stellen Sie sicher, dass eine Kopie des Advance Care Plans immer physisch beim Patienten vorliegt.

Häufig gestellte Fragen

Für Erwachsene mit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen, allgemeiner Gebrechlichkeit oder lebensbedrohlichen akuten Zuständen, die voraussichtlich in den nächsten 12 Monaten versterben könnten.
Die Leitlinie empfiehlt Instrumente wie das Gold Standards Framework, das Amber Care Bundle oder das Supportive and Palliative Care Indicators Tool (SPICT).
Ein 24/7-Zugang zu medizinischem Personal mit Zugriff auf die Patientenakte, eine telefonische Beratungs-Hotline sowie eine Notdienstapotheke für Medikamente zur Symptomkontrolle.
Über gemeinsame, elektronische Informationssysteme, auf die alle beteiligten multiprofessionellen Teams zugreifen können.

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