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NICE

Akute Prostatitis: Leitlinie zur Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die akute Prostatitis erfordert eine sofortige antibiotische Therapie, idealerweise nach Gewinnung einer Mittelstrahlurin-Kultur.
  • Mittel der ersten Wahl sind orale Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Ofloxacin) für zunächst 14 Tage.
  • Bei fehlender Besserung nach 48 Stunden oder Zeichen schwerer Komplikationen ist eine stationäre Einweisung indiziert.
  • Zur Schmerzlinderung werden Paracetamol (ggf. mit Codein) oder Ibuprofen empfohlen.
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Hintergrund

Die akute Prostatitis ist eine bakterielle Infektion der Prostata, die meist durch das Eindringen von Bakterien aus dem Harntrakt verursacht wird. Sie kann spontan oder nach medizinischen Eingriffen (wie einer Prostatabiopsie) auftreten und mehrere Wochen andauern. Zu den möglichen schweren Komplikationen zählen der akute Harnverhalt, Prostataabszesse sowie eine Sepsis.

Diagnostik und allgemeine Maßnahmen

Vor Beginn einer Antibiotikatherapie muss zwingend eine Mittelstrahlurin-Probe zur Anlage einer Kultur und zur Resistenzprüfung (Antibiogramm) gewonnen werden.

Zur unterstützenden Selbstversorgung (Self-care) der Patienten empfiehlt die Leitlinie:

  • Schmerztherapie: Paracetamol (mit oder ohne ein niedrig dosiertes schwaches Opioid wie Codein) oder alternativ Ibuprofen.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichende Trinkmenge zur Vermeidung einer Dehydration.

Antibiotikatherapie

Die Therapie sollte primär oral erfolgen, sofern der Patient dazu in der Lage ist und die Schwere der Erkrankung keine intravenöse Gabe erfordert. Sobald die Ergebnisse der Urinkultur vorliegen, sollte die Therapie überprüft und bei Vorliegen von Resistenzen angepasst werden (bevorzugt auf ein Schmalspektrum-Antibiotikum).

TherapielinieWirkstoffDosierungBemerkung
1. Wahl (oral)Ciprofloxacin500 mg 2x/TagFür 14 Tage, dann Reevaluation
Ofloxacin200 mg 2x/TagFür 14 Tage, dann Reevaluation
Alternative 1. Wahl (oral)Trimethoprim200 mg 2x/TagFalls Fluorchinolone ungeeignet sind
2. Wahl (oral)Levofloxacin500 mg 1x/TagNur nach fachärztlicher Rücksprache
Co-trimoxazol960 mg 2x/TagNur bei nachgewiesener Sensibilität
1. Wahl (intravenös)Ciprofloxacin400 mg 2-3x/TagBei Unfähigkeit zur oralen Einnahme oder schwerer Krankheit
Levofloxacin500 mg 1x/TagNach 48h auf orale Gabe prüfen
Cefuroxim1,5 g 3-4x/TagNach 48h auf orale Gabe prüfen
Ceftriaxon2 g 1x/TagNach 48h auf orale Gabe prüfen
Gentamicin5-7 mg/kg 1x/Tag (initial)Spiegelkontrolle und Nierenfunktion beachten
Amikacin15 mg/kg 1x/Tag (initial)Max. 1,5 g/Dosis; Spiegelkontrolle beachten

Hinweis: Bei der Verordnung von Fluorchinolonen sind die aktuellen Warnhinweise bezüglich potenziell langanhaltender oder irreversibler Nebenwirkungen zu beachten.

Verlaufskontrolle und Überweisung

Die Dauer der Antibiotikatherapie beträgt zunächst 14 Tage. Nach diesem Zeitraum muss eine klinische Reevaluation erfolgen. Basierend auf Anamnese, Symptomen, Untersuchung sowie Urin- und Bluttests wird entschieden, ob die Therapie beendet oder um weitere 14 Tage verlängert wird.

Eine Krankenhauseinweisung ist indiziert, wenn:

  • Symptome oder Anzeichen einer schwerwiegenden Erkrankung auftreten (z. B. Sepsis, akuter Harnverhalt, Prostataabszess).
  • sich die Symptome 48 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht bessern.

💡Praxis-Tipp

Gewinnen Sie immer eine Mittelstrahlurin-Probe vor der ersten Antibiotikagabe. Überprüfen Sie intravenöse Therapien nach 48 Stunden und deeskalieren Sie wenn möglich auf eine orale Gabe.

Häufig gestellte Fragen

Die initiale Therapiedauer beträgt 14 Tage. Nach einer klinischen Reevaluation kann die Behandlung bei Bedarf um weitere 14 Tage verlängert werden.
Die Leitlinie empfiehlt primär Paracetamol (ggf. kombiniert mit einem schwachen Opioid wie Codein). Alternativ kann Ibuprofen eingesetzt werden.
Eine Einweisung ist erforderlich, wenn sich die Symptome nach 48 Stunden Antibiotikatherapie nicht bessern oder wenn Zeichen einer schweren Komplikation (Sepsis, akuter Harnverhalt, Prostataabszess) auftreten.
Oral sind die Fluorchinolone Ciprofloxacin und Ofloxacin die erste Wahl. Falls diese ungeeignet sind, kann Trimethoprim verwendet werden.

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