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Bronchiektasen-Exazerbation: Leitlinie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Vor oder bei Beginn der Antibiose sollte eine Sputumprobe zur Kultur und Resistenzprüfung gewonnen werden.
  • Die empirische Antibiose richtet sich nach Vorbefunden, Schweregrad und dem Risiko für Komplikationen.
  • Die Standard-Therapiedauer beträgt 7 bis 14 Tage.
  • Intravenöse Antibiotika sollten nach 48 Stunden überprüft und nach Möglichkeit auf eine orale Gabe deeskaliert werden.
  • Eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe wird nicht empfohlen und erfordert eine fachärztliche Indikationsstellung.
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Hintergrund

Eine akute Exazerbation von Bronchiektasen (ohne Mukoviszidose) ist definiert als eine anhaltende Verschlechterung der Symptome ausgehend vom stabilen Zustand des Patienten. Typische Symptome umfassen eine Zunahme von Husten, Sputumvolumen, Sputumviskosität oder eitrigem Auswurf, oft begleitet von Giemen, Atemnot, Hämoptysen, Fieber oder Pleuritis.

Diagnostik und Therapieprinzipien

  • Sputumdiagnostik: Bei einer akuten Exazerbation muss eine Sputumprobe zur Kultur und Resistenzprüfung eingeschickt werden.
  • Empirische Therapie: Patienten mit einer akuten Exazerbation sollen ein Antibiotikum erhalten. Die Wahl basiert auf dem Schweregrad, der Exazerbations- und Hospitalisierungshistorie, dem Komplikationsrisiko sowie früheren Sputumbefunden.
  • Befundadaption: Sobald das Antibiogramm vorliegt, wird die Therapie überprüft. Ein Wechsel sollte nur dann erfolgen, wenn der Erreger resistent ist und sich die Symptome noch nicht bessern. Es ist stets ein Schmalspektrum-Antibiotikum anzustreben.
  • Sicherheitsaufklärung: Patienten müssen über mögliche Nebenwirkungen (insbesondere Diarrhö) aufgeklärt werden und sich bei rascher Verschlechterung umgehend ärztlich vorstellen.

Antibiotika-Therapie bei Erwachsenen (ab 18 Jahren)

Die Therapiedauer beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage. Bei intravenöser Gabe sollte nach 48 Stunden eine Überprüfung und, wenn möglich, eine Deeskalation auf eine orale Therapie erfolgen.

WirkstoffDosisIndikationBemerkung
Amoxicillin500 mg 3x/Tag1. Wahl (oral)Bevorzugte Wahl in der Schwangerschaft
DoxycyclinTag 1: 200 mg, dann 100 mg 1x/Tag1. Wahl (oral)-
Clarithromycin500 mg 2x/Tag1. Wahl (oral)-
Amoxicillin/Clavulansäure500/125 mg 3x/TagAlternative (oral)Bei hohem Risiko für Therapieversagen
Levofloxacin500 mg 1-2x/TagAlternative (oral)Nur mit fachärztlichem Rat, wenn Co-Amoxiclav ungeeignet ist*
Amoxicillin/Clavulansäure1,2 g 3x/Tag1. Wahl (i.v.)Bei schwerer Krankheit oder oraler Intoleranz
Piperacillin/Tazobactam4,5 g 3-4x/Tag1. Wahl (i.v.)Bei schwerer Krankheit oder oraler Intoleranz
Levofloxacin500 mg 1-2x/Tag1. Wahl (i.v.)Nur mit fachärztlichem Rat, wenn Alternativen ungeeignet sind*
  • Warnhinweis zu Fluorchinolonen: Aufgrund des Risikos für schwerwiegende und potenziell irreversible Nebenwirkungen (Muskeln, Sehnen, Nervensystem) dürfen Fluorchinolone nur verschrieben werden, wenn andere empfohlene Antibiotika ungeeignet sind.

Antibiotika-Therapie bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren)

Auch bei Kindern beträgt die Therapiedauer 7 bis 14 Tage. Die Dosierungen sind alters- und gewichtsabhängig.

StufeWirkstoffBemerkung
1. Wahl (oral)AmoxicillinDosis altersabhängig (125-500 mg 3x/Tag)
ClarithromycinDosis gewichtsabhängig
DoxycyclinNur für Jugendliche von 12 bis 17 Jahren
Alternative (oral)Amoxicillin/ClavulansäureDosis alters- und gewichtsabhängig
CiprofloxacinNur nach fachärztlicher Beratung*
1. Wahl (i.v.)Amoxicillin/ClavulansäureDosis altersabhängig
Piperacillin/TazobactamDosis altersabhängig
CiprofloxacinNur nach fachärztlicher Beratung*

Prophylaxe von Exazerbationen

Eine routinemäßige Antibiotika-Prophylaxe zur Verhinderung akuter Exazerbationen wird nicht empfohlen.

Bei Patienten mit wiederholten Exazerbationen sollte fachärztlicher Rat eingeholt werden. Ein probatorischer Einsatz von prophylaktischen Antibiotika (oral oder inhalativ) darf nur auf fachärztliche Anweisung erfolgen. Dabei müssen im Rahmen der partizipativen Entscheidungsfindung folgende Risiken besprochen werden:

  • Risiko der antimikrobiellen Resistenzentwicklung
  • Nebenwirkungen (z. B. Diarrhö, kardiale Ereignisse, Hörverlust/Tinnitus bei Makroliden; Bronchospasmus bei inhalativen Antibiotika)
  • Arzneimittelinteraktionen (insbesondere bei Makroliden)
  • Notwendigkeit regelmäßiger Kontrolluntersuchungen

💡Praxis-Tipp

Passen Sie eine laufende, empirische Antibiose nach Erhalt des Antibiogramms nur dann an, wenn der nachgewiesene Erreger resistent ist UND sich die klinischen Symptome des Patienten nicht bereits gebessert haben.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Therapiedauer von 7 bis 14 Tagen, abhängig vom Schweregrad, der Exazerbationshistorie und dem klinischen Ansprechen.
Fluorchinolone sind nur als Alternative bei Patienten mit hohem Risiko für ein Therapieversagen indiziert, wenn Standardantibiotika (wie Co-Amoxiclav) ungeeignet sind. Die strengen Warnhinweise zu irreversiblen Nebenwirkungen müssen beachtet werden.
Nein. Eine Prophylaxe wird nicht routinemäßig empfohlen. Sie sollte nur bei wiederholten Exazerbationen und ausschließlich nach fachärztlicher Beratung und strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erwogen werden.
Eine intravenöse Therapie sollte nach 48 Stunden klinisch reevaluiert und, sofern der Zustand des Patienten es zulässt, auf eine orale Antibiose deeskaliert werden.

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