ClariMedClariMed
NICE

LARC (Langwirksame Kontrazeption): NICE-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • LARC-Methoden (Kupfer-IUP, Gestagen-IUS, Injektionen, Implantate) sollten allen Frauen als Kontrazeptionsoption angeboten werden.
  • Vor der Einlage muss eine Schwangerschaft durch Anamnese ausgeschlossen und die medizinische Eignung geprüft werden.
  • Die Aufklärung muss Wirksamkeit, Dauer, Risiken, Nebenwirkungen und nicht-kontrazeptive Vorteile umfassen.
  • Bei Patientinnen mit akuter venöser Thromboembolie (VTE) ist eine Überweisung an einen Spezialisten erforderlich.
  • IUPs und IUS dürfen nur von geschultem Personal eingelegt werden, das mindestens eine Einlage pro Monat durchführt.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Etwa 30 % aller Schwangerschaften sind ungeplant. Während die Wirksamkeit von Barrieremethoden und oralen Kontrazeptiva von der korrekten und konsistenten täglichen Anwendung abhängt, ist die Wirksamkeit der langwirksamen reversiblen Kontrazeption (LARC) unabhängig von der täglichen Compliance. Die NICE-Leitlinie zielt darauf ab, die Aufklärung zu verbessern und Frauen eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.

Als LARC werden Methoden definiert, die seltener als einmal pro Zyklus oder Monat angewendet werden müssen.

LARC-KategorieEnthaltene Methoden laut Leitlinie
Intrauterinpessare (IUP)Kupfer-IUP
Intrauterinsysteme (IUS)Gestagen-IUS
InjektionenGestagen-Depotspritzen
ImplantateGestagen-Subdermalimplantate

Beratung und Aufklärung

Frauen, die eine Kontrazeption benötigen, sollten über alle Methoden informiert werden und eine Auswahl erhalten. Die Beratung muss kulturelle Unterschiede und religiöse Überzeugungen berücksichtigen. Bei Sprachbarrieren oder Einschränkungen sind Dolmetscher oder Betreuer hinzuzuziehen.

Die detaillierte Aufklärung (mündlich und schriftlich) muss folgende Aspekte umfassen:

  • Kontrazeptive Wirksamkeit und Anwendungsdauer
  • Risiken und mögliche Nebenwirkungen
  • Nicht-kontrazeptive Vorteile
  • Ablauf der Einlage und Entfernung bzw. des Absetzens
  • Wann ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte

Klinisches Vorgehen und Verordnung

Vor der Initiierung einer LARC-Methode sind folgende Schritte zwingend erforderlich:

  • Anamnese: Erhebung der Familien-, Menstruations-, Verhütungs- und Sexualanamnese zur Prüfung der medizinischen Eignung.
  • Schwangerschaftsausschluss: Vor Beginn jeder Methode muss eine Schwangerschaft durch die Menstruations- und Sexualanamnese ausgeschlossen werden.
  • Interims-Methode: Bei Bedarf ist beim ersten Termin eine vorübergehende Verhütungsmethode bereitzustellen.
  • STI-Prävention: Behandler sollen Safer Sex fördern, das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen (STI) bewerten und bei Bedarf Testungen sowie Informationen zu lokalen STI-Diensten anbieten.

Besondere medizinische Situationen: Frauen mit einer aktuellen venösen Thromboembolie (VTE), die während der VTE-Behandlung eine hormonelle Kontrazeption benötigen, müssen an einen Spezialisten für Kontrazeption überwiesen werden. Bei Off-Label-Use ist ein informierter Konsens einzuholen und zu dokumentieren.

Spezielle Patientengruppen

PatientengruppeLeitlinien-Empfehlung
Jugendliche (< 16 Jahre)Beachtung rechtlicher Vorgaben (z. B. Fraser-Richtlinien) und Aspekte des Kinderschutzes.
Körperliche/Geistige BehinderungUnterstützung bei eigenen Entscheidungen. Die Kontrazeption dient den Bedürfnissen der Patientin, nicht der Beruhigung von Angehörigen.
Fehlende EinsichtsfähigkeitWenn die Patientin die Entscheidung nicht verstehen oder verantworten kann, muss ein interdisziplinärer Pflegeplan mit Betreuern erstellt werden.

Anforderungen an Behandler und Training

Behandler müssen kompetent sein, Risiken und Nutzen individuell abzuwägen und häufige Nebenwirkungen zu managen. Praxen, die LARC nicht selbst anbieten, benötigen einen festen Überweisungsmechanismus.

  • Implantate: Einlage und Entfernung nur durch speziell geschultes Personal.
  • IUP und IUS: Einlage nur durch geschultes Personal mit kontinuierlicher Erfahrung von mindestens einer Einlage pro Monat.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie bei IUP/IUS-Einlagen ein Logbuch: Die Leitlinie fordert mindestens eine Einlage pro Monat, um die praktischen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten. Schließen Sie zudem vor jeder LARC-Initiierung eine Schwangerschaft anamnestisch ab und bieten Sie bei Bedarf sofort eine Interims-Verhütung an.

Häufig gestellte Fragen

Dazu gehören Kupfer-Intrauterinpessare (IUP), Gestagen-Intrauterinsysteme (IUS), Gestagen-Injektionen und subdermale Gestagen-Implantate.
Die Leitlinie fordert eine kontinuierliche Erfahrung von mindestens einer IUP- oder IUS-Einlage pro Monat.
Frauen mit aktueller VTE, die unter VTE-Therapie eine hormonelle Kontrazeption benötigen, müssen an einen Spezialisten für Kontrazeption überwiesen werden.
Ja, unter Berücksichtigung der geltenden rechtlichen Bestimmungen (z. B. Fraser-Richtlinien) und von Kinderschutzaspekten.

Verwandte Leitlinien