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NICE2026Psychiatrie

Bipolare Störung: Leitlinie zur Therapie (NICE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Lithium ist das Mittel der ersten Wahl für die medikamentöse Langzeittherapie und Phasenprophylaxe.
  • Bei der Behandlung einer akuten Manie sollten bestehende Antidepressiva abgesetzt und ein Antipsychotikum angesetzt werden.
  • Für Valproat gelten strenge Warnhinweise: Es darf bei Personen unter 55 Jahren nicht ohne die Zustimmung von zwei unabhängigen Spezialisten neu angesetzt werden.
  • Bei einer bipolaren Depression werden strukturierte psychologische Interventionen sowie Quetiapin oder eine Kombination aus Olanzapin und Fluoxetin empfohlen.
  • Ein regelmäßiges Monitoring der körperlichen Gesundheit (kardiovaskulär, metabolisch, Gewicht) ist bei allen Patienten essenziell.
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Hintergrund

Die bipolare Störung ist eine rezidivierende Erkrankung, die durch Episoden von Manie oder Hypomanie sowie bipolaren Depressionen gekennzeichnet ist. Die Behandlung erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen Akuttherapie und langfristiger Phasenprophylaxe. Die Betreuung sollte idealerweise in spezialisierten Einrichtungen oder durch integrierte gemeindenahe Teams erfolgen.

Diagnostik und Überweisung

In der Primärversorgung (Hausarztpraxis) sollten keine Fragebögen zur Diagnose der bipolaren Störung verwendet werden.

  • Bei Verdacht auf eine bipolare Störung (z.B. wenn bei depressiven Patienten Phasen von Überaktivität oder Enthemmung von mindestens 4 Tagen Dauer erfragt werden) sollte eine Überweisung zur fachärztlichen psychiatrischen Beurteilung erfolgen.
  • Dringliche Überweisungen sind indiziert, wenn eine Manie oder schwere Depression vermutet wird oder eine Gefahr für den Patienten oder andere besteht.

Akuttherapie der Manie

Bei der Behandlung einer akuten Manie oder Hypomanie steht die Reduktion der Stimulation und die medikamentöse Akutintervention im Vordergrund.

StufeTherapieBemerkung
1Antipsychotikum (Haloperidol, Olanzapin, Quetiapin oder Risperidon)Falls der Patient ein Antidepressivum einnimmt, sollte dieses abgesetzt werden.
2Alternatives AntipsychotikumBei Unverträglichkeit oder fehlender Wirksamkeit in der Maximaldosis.
3Lithium hinzufügenWenn das alternative Antipsychotikum nicht ausreichend wirkt.
4Valproat hinzufügenNur wenn Lithium ineffektiv oder ungeeignet ist (strenge MHRA-Warnhinweise beachten).

Hinweis: Lamotrigin darf nicht zur Behandlung der Manie eingesetzt werden.

Akuttherapie der bipolaren Depression

Die Behandlung der bipolaren Depression umfasst psychologische Interventionen (z.B. kognitive Verhaltenstherapie) und spezifische pharmakologische Ansätze.

StufeTherapieBemerkung
1Fluoxetin + Olanzapin ODER Quetiapin (Monotherapie)Erste Wahl bei moderater bis schwerer bipolarer Depression ohne bestehende Medikation.
2Olanzapin (Monotherapie) ODER LamotriginAlternativen, falls Stufe 1 nicht gewünscht oder ineffektiv ist.
3Dosisoptimierung oder KombinationWenn der Patient bereits Lithium oder Valproat einnimmt, Dosis prüfen und ggf. Stufe 1 Medikamente hinzufügen.

Langzeittherapie und Phasenprophylaxe

Nach jeder akuten Episode sollte die Langzeitbehandlung besprochen werden, um Rückfälle zu vermeiden.

  • Erste Wahl: Lithium ist die effektivste pharmakologische Langzeittherapie.
  • Zweite Wahl: Wenn Lithium ineffektiv, schlecht verträglich oder ungeeignet ist, sollte ein Antipsychotikum (z.B. Aripiprazol, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon) erwogen werden.
  • Dritte Wahl: Kombination aus Valproat und einem Antipsychotikum oder Lithium.

Medikamentöses Monitoring und Besonderheiten

Lithium

ParameterInitiales MonitoringLangzeit-Monitoring
LithiumspiegelWöchentlich bis zur Stabilisierung (Ziel: 0,6-0,8 mmol/l)Alle 3 Monate im ersten Jahr, danach alle 6 Monate (bei Risikopatienten alle 3 Monate).
Nierenfunktion (eGFR, Harnstoff, Elektrolyte)Vor TherapiebeginnAlle 6 Monate (häufiger bei Verschlechterung).
SchilddrüsenfunktionVor TherapiebeginnAlle 6 Monate.
Gewicht / BMIVor TherapiebeginnAlle 6 Monate.

Hinweis: Patienten müssen vor der Einnahme von rezeptfreien NSAR (z.B. Ibuprofen) gewarnt werden, da diese den Lithiumspiegel beeinflussen können.

Valproat (MHRA-Sicherheitsbestimmungen)

Aufgrund erheblicher Risiken gelten für Valproat strenge Einschränkungen:

  • Unter 55 Jahren: Darf bei Männern und Frauen unter 55 Jahren nicht neu angesetzt werden, es sei denn, zwei Spezialisten dokumentieren unabhängig voneinander, dass keine andere Therapie wirksam/verträglich ist.
  • Frauen im gebärfähigen Alter: Darf nur im Rahmen eines strengen Schwangerschaftsverhütungsprogramms eingesetzt werden.
  • Männer: Müssen während der Therapie und für 3 Monate nach dem Absetzen effektive Verhütungsmittel (Kondome + Verhütung der Partnerin) nutzen.

Körperliche Gesundheit

Patienten mit bipolarer Störung haben ein erhöhtes Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Erkrankungen. Ein jährlicher Gesundheitscheck ist obligatorisch und muss Gewicht/BMI, Blutdruck, Puls, Nüchternblutzucker (oder HbA1c) sowie das Lipidprofil umfassen.

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie bei Patienten, die eine Manie oder Hypomanie entwickeln, bestehende Antidepressiva ab. Beginnen Sie bei Personen unter 55 Jahren niemals eine Valproat-Therapie ohne die dokumentierte Zustimmung eines zweiten Spezialisten.

Häufig gestellte Fragen

Lithium ist die empfohlene Erstlinientherapie für die langfristige Phasenprophylaxe.
Nein, wenn ein Patient eine Manie oder Hypomanie entwickelt, sollten bestehende Antidepressiva abgesetzt werden.
Empfohlen wird Quetiapin als Monotherapie oder eine Kombination aus Fluoxetin und Olanzapin. Alternativ kann Lamotrigin erwogen werden.
Nach der initialen Einstellung muss der Spiegel im ersten Jahr alle 3 Monate kontrolliert werden. Danach erfolgt die Kontrolle in der Regel alle 6 Monate, bei Risikopatienten weiterhin alle 3 Monate.
Valproat darf bei Personen unter 55 Jahren nur neu angesetzt werden, wenn zwei unabhängige Spezialisten zustimmen. Zudem gelten strenge Verhütungsregeln für Frauen und Männer.

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