Neuroborreliose: Diagnostik, Liquoranalyse und Therapie
Hintergrund
Die Lyme-Borreliose ist eine entzündliche Multisystemerkrankung, die durch eine Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenstich verursacht wird. Eine neurologische Manifestation, die sogenannte Neuroborreliose, tritt bei etwa 3 bis 15 Prozent der Infektionen auf.
Die frühe Neuroborreliose manifestiert sich bei Erwachsenen am häufigsten als schmerzhafte Meningoradikulitis (Bannwarth-Syndrom) oder als Hirnnervenausfall, insbesondere in Form einer Fazialisparese. Bei Kindern zeigt sich die Erkrankung meist als lymphozytäre Meningitis, häufig in Kombination mit einer Fazialisparese.
Späte Manifestationen wie eine Enzephalomyelitis entwickeln sich schleichend über Monate bis Jahre und sind mit unter 3 Prozent der Fälle selten. Die vorliegende Zusammenfassung adressiert die Diagnostik und Therapie für alle Altersgruppen und grenzt gesicherte Infektionen von unspezifischen chronischen Beschwerden ab.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die Borrelienserologie nicht als Akuitätsparameter oder zur Erfolgskontrolle einer antibiotischen Therapie geeignet ist, da Antikörpertiter auch nach erfolgreicher Behandlung über Jahre persistieren können.
Häufig gestellte Fragen
Die Diagnose erfordert eine zeitgleiche Untersuchung von Liquor und Serum. Bestätigt wird sie durch eine lymphozytäre Pleozytose, eine Schrankenstörung und den Nachweis einer intrathekalen Antikörpersynthese.
Als Mittel der Wahl gelten Doxycyclin oral sowie Ceftriaxon, Cefotaxim oder Penicillin G intravenös. Orale und intravenöse Therapien werden als gleichwertig eingestuft.
Für die frühe Neuroborreliose wird eine Behandlungsdauer von 14 Tagen empfohlen. Bei späten Manifestationen erfolgt die Therapie über 14 bis 21 Tage.
Eine routinemäßige antibiotische Prophylaxe nach einem Zeckenstich wird in Europa nicht empfohlen. Es wird stattdessen geraten, die Stichstelle für bis zu sechs Wochen zu beobachten.
Von einer zusätzlichen Steroidgabe bei einer Fazialisparese im Rahmen einer Neuroborreliose wird abgeraten. Die Behandlung erfolgt rein antibiotisch.
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Quelle: Neuroborreliose (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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