Borrelien-IgG-Index (BORGI): Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Zecken-Borreliose (Lyme-Borreliose) ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die durch Bakterien der Gruppe Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Sie verläuft in mehreren Stadien und kann Haut, Gelenke, innere Organe sowie das zentrale Nervensystem (ZNS) betreffen.

Eine schwerwiegende Komplikation stellt die Beteiligung des ZNS dar, die als Neuroborreliose bezeichnet wird. Zur Abklärung dieser Manifestation ist eine spezifische Labordiagnostik erforderlich.

Der Borrelien-Antikörper-IgG-Index (BORGI), auch Borrelien-Antikörper-Liquor-Serum-Index genannt, ist ein indirektes mikrobiologisches Nachweisverfahren. Er beziffert das Verhältnis der Borrelienantikörpermenge zwischen dem Blut (Serum) und der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor).

Empfehlungen

Die Informationen des Gesundheitsportals Österreich fassen folgende Aspekte zur Diagnostik und Klinik zusammen:

Diagnostik und Interpretation

Die Diagnose einer Zecken-Borreliose erfordert eine Kombination aus Anamnese, Klinik und Labordiagnostik. Zu den Laboruntersuchungen zählen der Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern sowie Immunoblots als Bestätigungsverfahren. Ergänzend werden PCR und Bakterienkulturen eingesetzt.

Zur spezifischen Abklärung einer Neuroborreliose wird die Bestimmung des Borrelien-Antikörper-Liquor-Serum-Index empfohlen. Ein erhöhter Indexwert zeigt an, dass Antikörper in verhältnismäßig höherer Konzentration im Liquor als im Blut vorliegen.

Dies spricht für eine intrathekale Antikörperbildung durch Plasmazellen direkt im ZNS. Ein solches Ergebnis stellt einen starken Hinweis auf eine entzündliche Beteiligung des ZNS im Rahmen der Borrelieninfektion dar.

Referenzwerte

Für den Borrelien-Antikörper-Liquor-Serum-Index gelten laut Quelle folgende Referenzbereiche:

PersonengruppeAlterReferenzwert
Männerbis 18 Jahrenegativ
Männerüber 18 Jahrenegativ
Frauenbis 18 Jahrenegativ
Frauenüber 18 Jahrenegativ

Differenzialdiagnostik

Bei der serologischen Abklärung wird darauf hingewiesen, dass die Syphilis-Serologie (TPHA-Test und VDRL-Test) negativ ausfallen muss. Dies dient der Abgrenzung, da sowohl Borrelien als auch Treponemen zur Gruppe der Spirochäten gehören.

Klinische Stadien und Therapie

Die Erkrankung wird in drei Stadien unterteilt, die unterschiedliche klinische Bilder aufweisen. Die medikamentöse Behandlung erfolgt stadiengerecht mit Antibiotika:

StadiumZeitraum nach InfektionTypische SymptomeEmpfohlene Wirkstoffe
Stadium 1Tage bis WochenErythema migrans, Fieber, Kopfschmerzen, LymphknotenschwellungDoxycyclin, Amoxicillin
Stadium 2Wochen bis MonateMeningoradikulitis Bannwarth, Fazialisparese, Myokarditis, ArthritisCeftriaxon
Stadium 3Monate bis JahreHautatrophie, Neuroborreliose, Polyneuropathie, chronische ArthritisKeine spezifische Angabe

Prophylaxe

Da keine Impfung verfügbar ist, werden präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Zeckenstichen empfohlen. Dazu zählen das Tragen schützender Kleidung, das Absuchen des Körpers nach Zecken sowie deren rasche Entfernung und Desinfektion der Einstichstelle.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Diagnostik einer Borreliose wird darauf hingewiesen, dass falsch-positive Ergebnisse durch Kreuzreaktionen auftreten können. Daher ist es essenziell, eine negative Syphilis-Serologie (TPHA- und VDRL-Test) sicherzustellen, da die Erreger beider Erkrankungen zur Familie der Spirochäten gehören.

Häufig gestellte Fragen

Ein erhöhter Index zeigt an, dass mehr Borrelien-Antikörper im Liquor als im Blut vorhanden sind. Laut dem Gesundheitsportal Österreich spricht dies für eine intrathekale Antikörperbildung und ist ein Hinweis auf eine Neuroborreliose.

Die Diagnose erfordert eine Kombination aus Anamnese, klinischen Symptomen und Laboruntersuchungen. Ein zentraler Baustein ist die Bestimmung des Borrelien-Antikörper-Liquor-Serum-Index aus Blut und Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit.

Die Therapie richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Im Stadium 1 kommen primär Doxycyclin oder Amoxicillin zum Einsatz, während im Stadium 2 Ceftriaxon empfohlen wird.

Es steht derzeit keine Impfung gegen die Zecken-Borreliose zur Verfügung. Als Prophylaxe wird das Tragen schützender Kleidung sowie das rasche Entfernen von Zecken nach einem Stich empfohlen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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