Neglect und Raumkognition: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S2k-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von Neglect und anderen Störungen der Raumkognition nach Hirnschädigungen. Diese kognitiven Störungen treten besonders häufig nach rechtshemisphärischen Läsionen auf und beeinträchtigen die Alltagsbewältigung der Betroffenen massiv.

Zu den behandelten Syndromen zählen neben dem klassischen Neglect auch visuell-räumliche, visuokonstruktive und topographische Störungen. Zudem werden spezifische Krankheitsbilder wie das Bálint-Syndrom und das Pusher-Syndrom adressiert.

Eine frühzeitige und zielgerichtete Diagnostik sowie eine interdisziplinäre Rehabilitation sind entscheidend für den Genesungsverlauf. Die Leitlinie bietet hierfür eine konsentierte Grundlage für das neurologische und therapeutische Behandlungsteam.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender klinischer Hinweis der Leitlinie betrifft die Differenzialdiagnose zwischen einem reinen Neglect und einer Hemianopsie. Es wird beschrieben, dass sich ein reiner Neglect durch eindringliche verbale Instruktionen (Cueing) kurzzeitig aufheben lässt, was bei einer Hemianopsie nicht der Fall ist. Zudem führt eine Rumpfdrehung um 20 Grad zur vernachlässigten Seite bei reiner Neglectsymptomatik zu deutlich besseren Gesichtsfeldbefunden, während dies bei einer Hemianopsie keinen Unterschied macht.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie kann die Variation der Rumpfposition in der Perimetrie helfen. Eine Rumpfdrehung um 20 Grad zur vernachlässigten Seite verbessert die Befunde bei einem Neglect, nicht aber bei einer Hemianopsie.

Die Leitlinie empfiehlt primär Durchstreichaufgaben, das Kopieren von Vorlagen sowie die Linienhalbierungsaufgabe. Bei Letzterer wird eine spezifische Auswertungsmethodik (nach McIntosh) angeraten, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.

Das Bálint-Syndrom ist durch eine klinische Trias gekennzeichnet. Diese besteht gemäß Leitlinie aus Simultanagnosie, optischer Ataxie und Blickbewegungsstörungen.

Zur Behandlung des Pusher-Syndroms empfiehlt die Leitlinie ein Visuelles-Feedback-Training (VFT). Alternativ oder ergänzend wird ein robotergestütztes Laufbandtraining unter Verwendung einer Hängegurtvorrichtung und eines Exoskeletts empfohlen.

Die Leitlinie spricht keine Empfehlung für eine medikamentöse Behandlung des Neglects aus. Bisherige Studien zu Dopaminagonisten oder anderen Substanzen zeigten laut Quelltext keine überzeugende oder spezifische Wirksamkeit.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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