Multiples Myelom und MGUS: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie behandelt die Diagnostik, Therapie und Nachsorge der monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) sowie des Multiplen Myeloms (MM). Das Multiple Myelom ist eine maligne Erkrankung der Plasmazellen, die häufig mit Knochendestruktionen, Niereninsuffizienz und Anämie einhergeht.
Die Inzidenz steigt mit zunehmendem Alter, wobei das mediane Erkrankungsalter bei über 70 Jahren liegt. Durch die Einführung neuer Substanzklassen und der autologen Stammzelltransplantation hat sich die Prognose in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert.
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer interdisziplinären Betreuung in spezialisierten Zentren. Eine genaue Risikostratifizierung und die Beurteilung der individuellen Fitness sind essenziell für die Therapieentscheidung.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie sollte der konventionelle Röntgen-Skelettstatus in der Diagnostik des Multiplen Myeloms zugunsten einer Ganzkörper-Low-Dose-CT verlassen werden. Die CT bietet eine deutlich höhere Sensitivität zum Nachweis von Osteolysen, ist für den Patienten weniger belastend und ermöglicht eine präzisere Einschätzung der Frakturgefahr.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Therapiebeginn basierend auf den SLiM-CRAB-Kriterien. Neben Endorganschäden (CRAB) rechtfertigen auch über 60 Prozent Plasmazellen im Knochenmark, eine Leichtketten-Ratio über 100 oder mehr als eine fokale MRT-Läsion den Therapiestart.
Es wird empfohlen, die Stammzellsammlung nach 4 bis 6 Zyklen der Induktionstherapie durchzuführen. Eine längere Therapiedauer, insbesondere mit Lenalidomid, sollte vermieden werden, da dies die Stammzellmobilisation beeinträchtigen kann.
Die Leitlinie empfiehlt eine rasche Therapieeinleitung, bevorzugt mit Proteasominhibitoren und Dexamethason. Begleitend wird ein konsequentes Volumenmanagement mit einer Ziel-Diurese von über 3 Litern pro Tag empfohlen.
Bei Standardrisikopatienten wird eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid für mindestens 2 Jahre empfohlen. Bei guter Verträglichkeit sollte diese Therapie gemäß Leitlinie bis zum Progress der Erkrankung fortgeführt werden.
Es wird eine stadiengerechte Therapie nach dem WHO-Stufenschema mit Opioiden und Nicht-Opioiden (wie Paracetamol oder Metamizol) empfohlen. NSAR sollen aufgrund des hohen Risikos für ein akutes Nierenversagen vermieden werden.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AWMF 018-035: Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom
Multiples Myelom
Amyloidose (Leichtketten (AL) - Amyloidose)
Onkopedia: Amyloidose (Leichtketten (AL) - Amyloidose)
Onkopedia: Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS)
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen