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AWMFS3Onkologie

DLBCL Leitlinie: Diagnostik & Staging (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die offene Lymphknotenexzision ist der Goldstandard zur Diagnosesicherung; eine alleinige Zytologie ist unzureichend.
  • Immunhistochemie und molekulare Diagnostik (FISH) sind zur genauen Subtypisierung essenziell.
  • Das Staging und die Organfunktionsdiagnostik sollen innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen sein.
  • Die PET/CT ist das empfohlene Standardverfahren (Empfehlungsgrad A) für das initiale Staging bei kurativem Ansatz.
  • Bei älteren Patienten wird ein geriatrisches Assessment zur Einteilung in die Kategorien fit, unfit und frail empfohlen.
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Hintergrund

Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist mit einem Anteil von etwa 30 % das häufigste Non-Hodgkin-Lymphom. Das mediane Alter bei Diagnose liegt bei etwa 65 Jahren. Unbehandelt verläuft die Erkrankung rasch progredient, ist jedoch bei rechtzeitigem Therapiebeginn oft heilbar. Typische Krankheitserscheinungen umfassen Lymphknotenschwellungen, Organfunktionsstörungen sowie B-Symptome (Fieber >38°C, Nachtschweiß, Gewichtsverlust >10 % in 6 Monaten).

Diagnosesicherung und Biopsie

Die exakte histologische Sicherung ist essenziell. Die Begutachtung sollte durch eine erfahrene Referenzpathologie erfolgen.

Biopsie-VerfahrenEmpfehlungBemerkung
Offene Biopsie (Exzision)Soll angestrebt werdenGoldstandard; höchste diagnostische Sicherheit
Stanzbiopsie (CT/Sono-gesteuert)Sollte bei hohem Risiko erfolgenAlternative bei schwer zugänglichen Läsionen oder hoher Komorbidität
Zytologisches AspiratSoll nicht verwendet werdenFür eine sichere Diagnosestellung unzureichend

Pathologisch-anatomische Diagnostik

Die histomorphologische Diagnose soll durch immunhistochemische Zusatzuntersuchungen (z. B. CD20, CD79a, IRF4/MUM, CD138) abgesichert werden.

  • Zur Abgrenzung von verwandten Entitäten (z. B. Burkitt-Lymphom, High-grade B-Zell-Lymphom) sollten ergänzende (interphasen-)zytogenetische Untersuchungen (FISH) auf Rearrangements von MYC, BCL2 und BCL6 durchgeführt werden.
  • Eine darüber hinausgehende molekulare Risikostratifizierung wird mangels therapeutischer Konsequenzen derzeit nicht empfohlen.

Staging und prätherapeutische Maßnahmen

Nach Diagnosesicherung sollen Ausbreitungsdiagnostik, Risikobeurteilung und Organfunktionsdiagnostik innerhalb von 2 Wochen abgeschlossen sein. Etwaige fertilitätserhaltende Maßnahmen sollten innerhalb von 4 Wochen beendet sein.

Bildgebung

VerfahrenIndikationEvidenz / Empfehlung
PET/CT (mit FDG)Soll bei kurativem Therapiekonzept durchgeführt werdenEmpfehlungsgrad A. Goldstandard; höhere Sensitivität für extranodale und ossäre Manifestationen als CT
Kontrastmittel-CTAlternative bei fehlender PET/CT-VerfügbarkeitUnterlegen bei der Erkennung von Knochenmark- und Organbefall

Geriatrisches Assessment

Da das DLBCL überwiegend im fortgeschrittenen Lebensalter diagnostiziert wird, sollte bei älteren Patienten (ab 60-65 Jahren) vor Therapiebeginn ein geriatrisches Assessment erfolgen, um die Therapieverträglichkeit abzuschätzen.

StufeMaßnahmeZiel / Bemerkung
1. Screeningz. B. G8-ScoreIdentifikation von Patienten mit Einschränkungen
2. AssessmentUmfassende Evaluation (CGA)Erfassung von Komorbiditäten (CIRS-G), ADL, IADL
KlassifikationEinteilung in GruppenFit, unfit oder frail (hinfällig)

Organfunktionsdiagnostik

Vor Therapiebeginn soll eine umfassende Überprüfung der Organfunktionen erfolgen, um die Therapietoleranz zu sichern:

  • Blutbildung: Blutbild, Gerinnung (Fibrinogen, INR, PTT)
  • Herz: EKG, Echokardiographie
  • Leber und Nieren: Klinische Chemie (Kreatinin, Harnsäure, Bilirubin, Transaminasen, LDH)
  • Chronische Infektionen: HIV, Hepatitis B und C
  • Schilddrüse: TSH basal

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei Verdacht auf ein DLBCL auf rein zytologische Punktionen. Streben Sie stets eine offene Lymphknotenexzision an und fordern Sie bei älteren Patienten prätherapeutisch ein geriatrisches Assessment (z. B. G8-Score) an.

Häufig gestellte Fragen

Die offene Lymphknotenexzision ist der Goldstandard. Eine Stanzbiopsie sollte nur bei hohem Operationsrisiko erfolgen, eine alleinige Zytologie ist unzureichend.
Bei einem kurativen Therapiekonzept soll standardmäßig eine PET/CT (mit FDG) durchgeführt werden, da sie der normalen CT überlegen ist.
Ausbreitungsdiagnostik, Risikobeurteilung und Organfunktionsdiagnostik sollten innerhalb von 2 Wochen nach Diagnosesicherung abgeschlossen sein.
Es hilft bei älteren Patienten, die Therapieverträglichkeit besser abzuschätzen und sie in die Kategorien 'fit', 'unfit' oder 'frail' einzuteilen.

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