IQWiG2026Onkologie

Daratumumab bei schwelendem Myelom: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das IQWiG-Addendum A26-03 bewertet nachgereichte Daten zum Zusatznutzen von Daratumumab bei erwachsenen Personen mit schwelendem multiplem Myelom (SMM) und hohem Progressionsrisiko. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte diese ergänzende Bewertung beauftragt.

Im Fokus der Überprüfung standen vom pharmazeutischen Unternehmer nachgereichte Analysen zur randomisierten kontrollierten Studie AQUILA. Diese betrafen insbesondere die eingesetzten Folgetherapien im Kontrollarm sowie selektiv erhobene Daten zur Lebensqualität.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie (zVT) für diese Indikation wurde vom G-BA das beobachtende Abwarten (Watchful Waiting) festgelegt. Der Bericht prüft, ob die neuen Daten die ursprüngliche Einschätzung des Zusatznutzens verändern.

Empfehlungen

Das Institut formuliert basierend auf den nachgereichten Daten folgende Kernbewertungen:

Bewertung der Folgetherapien

Laut IQWiG-Bericht bilden die im Vergleichsarm der AQUILA-Studie verabreichten Folgetherapien den aktuellen Therapiestandard nach Progress zum multiplen Myelom nur unzureichend ab. Es wird festgestellt, dass nur etwa die Hälfte der betroffenen Personen eine zielgerichtete Folgetherapie entsprechend der zweckmäßigen Vergleichstherapie erhielt.

Die folgende Tabelle fasst den Anteil der adäquat behandelten Personen im Kontrollarm zusammen:

PatientengruppeAnteil mit zVT-konformer FolgetherapieAnteil mit leitlinienkonformer Folgetherapie (laut Hersteller)
ASZT geeignet43,9 %36,6 %
ASZT ungeeignet53,1 %14,1 %

Das Institut weist die Argumentation des Herstellers zurück, wonach ein Großteil der sonstigen Behandlungen leitlinienkonform gewesen sei. Folgende Kritikpunkte werden genannt:

  • Der Einsatz von Bortezomib-Lenalidomid-Dexamethason (VRd) bei ASZT-geeigneten Personen entspricht nicht der Therapie der ersten Wahl.

  • Leitliniengerechte Kombinationen wie Daratumumab-VRd oder Isatuximab-VRd wurden bei ASZT-ungeeigneten Personen nur in 14,1 Prozent der Fälle eingesetzt.

  • Ein verzerrender Effekt auf den Endpunkt Gesamtüberleben durch den zu geringen Einsatz von CD38-Antikörpern kann nicht ausgeschlossen werden.

Lebensqualität und Symptomerfassung

Der Bericht kritisiert die selektive Auswertung des Fragebogens EORTC QLQ-MY20. Der Hersteller reichte lediglich Daten zu den Skalen "Krankheitssymptome" und "Zukunftsperspektive" ein.

Die Skala "Nebenwirkungen der Behandlung" wurde in der Studie nicht erhoben, was das IQWiG als methodischen Mangel einstuft. Da die Interventionsgruppe aktiv mit Daratumumab behandelt wurde, wird die Erfassung von therapiebedingten Nebenwirkungen als zwingend erforderlich angesehen.

Fazit zum Zusatznutzen

Unter Berücksichtigung aller nachgereichten Daten ändert sich die ursprüngliche Bewertung des Instituts nicht. Für Daratumumab bei schwelendem multiplem Myelom mit hohem Progressionsrisiko wird festgestellt:

  • Zusatznutzen nicht belegt im Vergleich zum beobachtenden Abwarten.
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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass bei der Interpretation von Überlebensvorteilen in klinischen Studien stets die Adäquanz der Folgetherapien im Kontrollarm kritisch geprüft werden muss. Ein unzureichender Einsatz von modernen Standardtherapien, wie etwa CD38-Antikörpern nach Krankheitsprogression, kann das Gesamtüberleben künstlich zugunsten der Prüfsubstanz verzerren.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Daratumumab bei dieser Indikation im Vergleich zum beobachtenden Abwarten nicht belegt. Die vorgelegten Studiendaten wiesen methodische Mängel auf.

Das Institut bemängelt, dass die Lebensqualität nur selektiv erhoben wurde. Insbesondere fehlte die Skala zu den Nebenwirkungen der Behandlung, was bei einer aktiven Therapie mit Daratumumab als nicht sachgerecht eingestuft wird.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) legte als zweckmäßige Vergleichstherapie für Personen mit schwelendem multiplem Myelom und hohem Progressionsrisiko das beobachtende Abwarten fest.

Der Bericht stellt fest, dass im Kontrollarm nach einem Progress zum multiplen Myelom zu selten leitliniengerechte Therapien der ersten Wahl eingesetzt wurden. Insbesondere der geringe Einsatz von CD38-Antikörpern wird als potenziell verzerrend für das Gesamtüberleben bewertet.

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Quelle: IQWiG A26-03: Daratumumab (schwelendes multiples Myelom) – Addendum zum Projekt A25-109 (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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