Multiples Myelom & MGUS: Diagnostik, Therapie, Verlauf
Hintergrund
Das Multiple Myelom ist eine maligne Erkrankung der Plasmazellen, die meist im fortgeschrittenen Lebensalter auftritt. Das mediane Erkrankungsalter liegt bei über 70 Jahren. Die Erkrankung entwickelt sich in der Regel aus einer asymptomatischen Vorstufe, der monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS).
Die AWMF S3-Leitlinie fasst den aktuellen Wissensstand zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge zusammen. Durch die Einführung neuer Medikamentenklassen und verbesserter Transplantationskonzepte hat sich die Prognose für betroffene Patienten in den letzten Jahren deutlich verbessert.
Neben der Verlängerung des Überlebens stehen die Vermeidung von Organkomplikationen und der Erhalt der Lebensqualität im Fokus der Behandlung. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer interdisziplinären Betreuung in spezialisierten Zentren.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die Niereninsuffizienz eine häufige und prognostisch entscheidende Komplikation, die oft zur Erstdiagnose führt. Es wird betont, dass bei einer Cast-Nephropathie eine rasche Einleitung der Antimyelom-Therapie (bevorzugt mit Proteasominhibitoren) essenziell ist, um irreversible Nierenschäden zu vermeiden. Zudem warnt die Leitlinie ausdrücklich vor dem Einsatz von NSAR zur Schmerztherapie, da diese das Risiko für ein akutes Nierenversagen weiter erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Die Behandlungsindikation richtet sich nach den SLiM-CRAB-Kriterien. Laut Leitlinie muss therapiert werden, wenn neben einer Plasmazellinfiltration von über 10 Prozent Endorganschäden (Hyperkalzämie, Niereninsuffizienz, Anämie, Osteolysen) oder spezifische Biomarker (Plasmazellen ≥ 60%, Leichtketten-Ratio ≥ 100, >1 MRT-Läsion) vorliegen.
Die Leitlinie empfiehlt für transplantationsfähige Patienten eine Drei- oder Vierfachkombination als Induktionstherapie. Diese Regime sollen zwingend einen Proteasominhibitor, wie beispielsweise Bortezomib, enthalten.
Es wird empfohlen, eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid für mindestens zwei Jahre durchzuführen. Bei guter Verträglichkeit sollte diese Therapie laut Leitlinie idealerweise kontinuierlich bis zum Progress der Erkrankung fortgesetzt werden.
Die Leitlinie rät dringend vom Einsatz nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac ab. Aufgrund der hohen Rate an Nierenbeteiligungen beim Multiplen Myelom erhöhen diese Medikamente das Risiko für Nierenschäden signifikant.
Bei einer monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) wird eine risikoadaptierte Verlaufskontrolle empfohlen. Laut Leitlinie sollen regelmäßige laborchemische Kontrollen (M-Protein, freie Leichtketten) erfolgen, während auf routinemäßige Bildgebung ohne klinische Symptomatik verzichtet werden sollte.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AWMF 018-035: Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom
Multiples Myelom
Amyloidose (Leichtketten (AL) - Amyloidose)
Onkopedia: Amyloidose (Leichtketten (AL) - Amyloidose)
Onkopedia: Monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS)
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen