IQWiG2024Onkologie

Multiples Myelom: Daratumumab Indikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des IQWiG aus dem Jahr 2024 bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison (D-VMP). Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, für die eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) nicht geeignet ist.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) unter anderem die Kombination aus Bortezomib, Melphalan und Prednison (VMP) festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Ergebnissen der randomisierten, kontrollierten Studien ALCYONE und OCTANS.

Aufgrund von Mängeln bei den verabreichten Folgetherapien im Vergleichsarm und einer potenziell informativen Verkürzung der Beobachtungsdauer bei Nebenwirkungen weisen die Studienergebnisse ein hohes Verzerrungspotenzial auf. Daher können aus den Daten maximal Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung formuliert folgende Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens der Kombinationstherapie:

Überleben und Lebensqualität

Laut Dossierbewertung zeigen sich im Bereich der Wirksamkeit und Lebensqualität folgende positive Effekte:

  • Für das Gesamtüberleben ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

  • Für den globalen Gesundheitsstatus (gesundheitsbezogene Lebensqualität) zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

  • Bei der Symptomatik (z. B. Fatigue, Schmerzen, Übelkeit) ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Nebenwirkungen und Schadenspotenzial

Den positiven Effekten stehen laut Bewertung negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen gegenüber. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei folgenden spezifischen unerwünschten Ereignissen:

  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen (schwere Ereignisse): höherer Schaden von geringem Ausmaß

  • Gefäßerkrankungen (schwere Ereignisse): höherer Schaden von geringem Ausmaß

  • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums: höherer Schaden von beträchtlichem Ausmaß

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau stellt der Bericht fest, dass die negativen Effekte bei den spezifischen Nebenwirkungen die positiven Effekte beim Gesamtüberleben und der Lebensqualität nicht gänzlich infrage stellen. Zusammenfassend wird für Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber der Vergleichstherapie abgeleitet.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgendes Dosierungsschema für den Interventionsarm (D-VMP):

MedikamentDosisApplikationZyklusschema (Zykluslänge: 42 Tage)
Daratumumab16 mg/kg Körpergewichti.v. (oder 1800 mg s.c.)Zyklus 1: wöchentlich (Tag 1, 8, 15, 22, 29, 36). Zyklus 2-9: alle 3 Wochen (Tag 1, 22). Ab Zyklus 10: alle 4 Wochen.
Bortezomib1,3 mg/m2 Körperoberfläches.c.Zyklus 1: Tag 1, 4, 8, 11, 22, 25, 29, 32. Zyklus 2-9: Tag 1, 8, 22, 29.
Melphalan9 mg/m2 KörperoberflächeoralZyklus 1-9: Tag 1, 2, 3 und 4.
Prednison60 mg/m2 KörperoberflächeoralZyklus 1-9: Tag 1, 2, 3 und 4.

Es wird darauf hingewiesen, dass Daratumumab bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität gegeben wird. Die übrigen Medikamente sind auf maximal 9 Zyklen begrenzt.

Kontraindikationen

Der Bewertungsbericht nennt folgende Begleitmedikationen und Warnhinweise, die im Rahmen der Studienprotokolle beachtet wurden:

  • Zur Vermeidung infusionsbedingter Reaktionen wird eine Prämedikation mit Paracetamol, einem Antihistaminikum und Dexamethason sowie eine entsprechende Postmedikation eingesetzt.

  • Starke CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren sollten vermieden werden.

  • Attenuierte Lebendimpfstoffe und replikationsfähige Vektorimpfstoffe sind nicht erlaubt.

  • Zur Prävention einer Herpes-Zoster-Virusreaktivierung soll eine antivirale Prophylaxe in Erwägung gezogen werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der Bewertung ist das erhöhte Risiko für respiratorische Komplikationen unter der Kombinationstherapie. Der Bericht hebt hervor, dass sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden von beträchtlichem Ausmaß bei Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums zeigt. Es wird beschrieben, dass bei Personen mit obstruktiven chronischen Pulmonalerkrankungen eine besondere Berücksichtigung und gegebenenfalls eine Postmedikation mit Bronchodilatatoren erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ergibt sich für Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Dies gilt für Personen, für die eine autologe Stammzelltransplantation nicht infrage kommt.

Der Bericht beschreibt, dass Daratumumab kontinuierlich bis zur dokumentierten Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität verabreicht wird. Die Kombinationspartner werden hingegen nur für maximal 9 Zyklen gegeben.

Die Dossierbewertung zeigt Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei Infektionen, Gefäßerkrankungen sowie Erkrankungen der Atemwege. Insbesondere bei den Atemwegserkrankungen wird das Ausmaß des Schadens als beträchtlich eingestuft.

Es wird eine Prämedikation zur Reduktion von infusionsbedingten Reaktionen beschrieben. Diese umfasst standardmäßig Paracetamol, ein Antihistaminikum und Dexamethason.

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Quelle: IQWiG A23-127: Daratumumab (multiples Myelom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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