IQWiG2026Onkologie

Daratumumab bei schwelendem Myelom: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung (A25-109) untersucht den Zusatznutzen von Daratumumab als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit schwelendem multiplen Myelom und einem hohen Risiko für die Entwicklung eines multiplen Myeloms.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde das beobachtende Abwarten (Watchful Waiting) festgelegt. Die Bewertung basiert primär auf den Daten der randomisierten, kontrollierten Studie AQUILA.

In dieser Studie wurde Daratumumab mit einer aktiven Überwachung ohne medikamentöse Intervention verglichen. Die Risikoklassifizierung der Studie weicht dabei von den neueren Mayo-Risikokriterien ab.

Empfehlungen

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Daratumumab gegenüber dem beobachtenden Abwarten nicht belegt. Es zeigen sich sowohl positive als auch negative Effekte, wobei die Nachteile durch Nebenwirkungen überwiegen.

Definition des hohen Progressionsrisikos

Die Bewertung weist auf Unterschiede zwischen den Einschlusskriterien der Zulassungsstudie und den neueren Mayo-Risikokriterien hin.

RisikoklassifikationErforderliche HauptkriterienZusätzliche Parameter
AQUILA-StudieKlonale Plasmazellen ≥ 10 % plus 1 weiteres KriteriumSerum-M-Protein ≥ 3 g/dl, FLC-Verhältnis 8-100, IgA-Subtyp u.a.
Mayo-KriterienMindestens 2 von 3 Kriterien erfülltSerum-M-Protein > 2 g/dl, Plasmazellen > 20 %, FLC-Verhältnis > 20

Überleben und Gesamtüberleben

Die Daten zum Gesamtüberleben werden als nicht interpretierbar eingestuft. Dies liegt daran, dass die antineoplastischen Folgetherapien im Vergleichsarm den aktuellen Therapiestandard unzureichend abbilden.

Positive Effekte

Die Bewertung identifiziert geringe bis beträchtliche Vorteile in spezifischen Bereichen und Subgruppen:

  • Geringer Zusatznutzen beim globalen Gesundheitsstatus und der emotionalen Funktion.

  • Geringer Zusatznutzen bei Übelkeit und Erbrechen, jedoch nur bei hohem Risiko nach den Mayo-Kriterien.

  • Beträchtlicher Zusatznutzen beim Appetitverlust für Personen unter 65 Jahren.

Negative Effekte

Dem gegenüber steht laut Dossierbewertung eine Vielzahl negativer Effekte im Bereich der unerwünschten Ereignisse (UE).

  • Höherer Schaden mit erheblichem Ausmaß bei schweren Infektionen und parasitären Erkrankungen.

  • Beträchtlicher Schaden bei der Gesamtrate schwerer UEs für männliche Betroffene.

  • Beträchtliche Nachteile bei diversen spezifischen UEs, darunter gastrointestinale und neurologische Beschwerden.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Indikationsstellung für Daratumumab wird darauf hingewiesen, dass die EMA-Zulassung auf den Einschlusskriterien der AQUILA-Studie basiert. Diese weichen von den mittlerweile etablierten Mayo-Risikokriterien für das schwelende multiple Myelom ab. Es wird empfohlen, die exakten Kriterien der Fachinformation zur Bestimmung des hohen Progressionsrisikos heranzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen im Vergleich zum beobachtenden Abwarten nicht belegt ist. Den geringen Vorteilen bei der Lebensqualität stehen erhebliche Nachteile durch Nebenwirkungen gegenüber.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde das beobachtende Abwarten festgelegt. In der zugrundeliegenden AQUILA-Studie wurde dies durch regelmäßige aktive Überwachungsbesuche alle 12 Wochen umgesetzt.

Laut Bewertung erhielten die Personen im Kontrollarm nach einem Progress unzureichende Folgetherapien. Nur ein Drittel der Kontrollgruppe wurde in der Erstlinie mit dem aktuellen Standard eines CD38-Antikörpers behandelt.

Der Bericht zeigt einen signifikant höheren Schaden durch schwere Infektionen sowie gastrointestinale und neurologische Beschwerden. Bei Männern zeigte sich zudem eine beträchtlich erhöhte Gesamtrate an schweren unerwünschten Ereignissen.

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Quelle: IQWiG A25-109: Daratumumab (schwelendes multiples Myelom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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